Sport | Fußball
11.09.2018

Eine Premiere für Teamchef Foda im achten Spiel

Nations League: Erstmals geht es heute unter Franco Foda in Bosnien-Herzegowina um Punkte.

Neuer Bewerb, neues Glück. Erstmals in der Ära von Teamchef Franco Foda werden für einen Sieg auch wirklich drei Punkte vergeben. Österreich startet in Zenica gegen Bosnien-Herzegowina (20.45 Uhr/live auf ORFeins, KURIER.at-Liveticker)in die neue Nations League, das Kribbeln in der Magengegend ist nicht nur bei den Spielern vorhanden, auch der Teamchef verspürt schon den Unterschied zwischen Test- und Bewerbspiel: „Wir sind alle sehr fokussiert, das habe ich in den vergangenen Tagen bemerkt.“

Zum zweiten Mal unter Foda absolviert das Team ein Auswärtsspiel, in Zenica erwartet die Österreicher eine aufgeheizte Stimmung im Vergleich zum 4:0-Sieg im März in Luxemburg. „Sie haben ein fanatisches Publikum, das sie nach vorne peitscht. Wir wissen das, müssen daher ruhig bleiben und versuchen, von Anfang bis zum Ende unser Spiel durch zu ziehen“, so Fodas Forderung an seine Schützlinge.

Geheimniskrämer

Bei der Aufstellung hüllte sich der 52-Jährige nach der Landung in Sarajewo in Schweigen und wich rhetorisch geschickt aus. Man sei variabel im Spiel, hätte viele Alternativen auf allen Positionen. Fraglich ist lediglich der Einsatz von Stefan Lainer, den muskuläre Probleme im Oberschenkel plagen. Sein Ersatz auf der rechten Seite wäre wohl Valentino Lazaro. Ansonsten erscheint es durchaus logisch, dass Foda jener Elf vertraut, die auch beim Sieg gegen Schweden die Hymne auf dem Platz gesungen hatte. Spekulieren darf man auch mit Dragovic in der Dreierabwehr, Ilsanker könnte somit Zulj im zentralen Mittelfeld ersetzen. Theoretische Spielereien. Nichts spricht jedenfalls für eine Änderung bezüglich des Systems.

Planspiele

Foda legt vielmehr Wert darauf, dass jene, die er schlussendlich aufs Feld schickt, seinen Plan umsetzen. „Wir müssen defensiv wieder stabil stehen, von Beginn an aggressiv sein und Druck ausüben.“ Auch das schnelle Umschalten in die Offensive, das gegen Schweden nur in der zweiten Hälfte gut funktioniert hat, gehört zum ewigen Repertoire. Da man Bosnien offensiver erwartet als beim 2:1-Sieg in Nordirland, rechnet man mit Räumen, die sich im Laufe der Partie ergeben werden. „Wir können über die Flanken genauso wie durch das Zentrum angreifen, haben Spieler, die im Eins gegen Eins gut sind“, ist der Teamchef guter Dinge.

Für Marko Arnautovic und Aleksandar Dragovic, Österreicher mit serbischen Wurzeln, hat das Duell mit Bosnien durchaus besonderen Charakter, auch wenn Arnautovic zu relativieren versucht: „Ich bereite mich vor wie auf jedes andere Spiel. Ausschlaggebend ist ohnehin die Leistung der Mannschaft“, meint der heutige Kapitän. „Das ist eine Ehre für mich.“

Konzentration

Mit den Emotionen könne er mittlerweile gut umgehen. „Ich habe doch keinen Hass gegen Bosnien oder Kroatien oder die anderen Länder des früheren Jugoslawien . Der Krieg ist vorbei, ich habe bosnische, kroatisch, serbische Freunde, ich respektiere jedes Land“, so der Diplomat in Arnautovic. „Es wird ein Hexenkessel, man hört die Sprüche und die Pfiffe, aber wir haben Aufgaben zu erfüllen und werden uns darauf konzentrieren. Wir sind hierher gekommen, um die drei Punkte zu holen und werden nichts auf die leichte Schulter nehmen.“

Salzburgs Todorovic steht mit einer neuen Frisur bereit

Euphorisch sind sie, realitätsfremd aber nicht. Die bosnischen Medien orten vor dem Duell in Zenica Unzulänglichkeiten in den Reihen der „Drachen“. Trotz des 2:1-Sieges in Belfast werde man sich steigern müssen, da am Dienstag ein deutlich besserer Gegner wartet, schreibt sportsport. Ansonsten hält sich das Interesse der bosnischen Presse für das Match in Grenzen.

Einigen Portalen schien der Friseurbesuch zweier Teamspieler wichtiger als die gegnerische Aufstellung. Einer davon ist der Salzburger Darko Todorovic, der nach einer Sperre mit frisch geschorenem Haupt in die Verteidigung rücken könnte. Wieder fit ist mit  Bojan Nastic (Genk) ein weiterer Verteidiger, womit Middlesbrough-Profi Muhamed Besic seinen angestammten Platz im Mittelfeld einnehmen könnte. Bauchweh plagt lediglich Gojko Cimirot (Lüttich), ansonsten kann Prosinecki aus dem vollen Schöpfen.

Freuen dürfen sich alle über den Zustand des Rasens, der „hervorragend“ sein soll. Das war nicht immer so.