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28.02.2015

Beric bleibt Rapids Torgarant

Nach 87 Minuten in Überzahl gewinnen die Wiener durch ein Tor des Slowenen gegen dessen Ex-Klub Sturm.

Wie immer in dieser Saison starteten Rapid und Sturm im Duell ohne Aufwärmphase. Den besseren Start in einem hitzigen Match erwischten die auf vier Positionen veränderten Rapidler. Schon nach 43 Sekunden spielte Beric Schaub frei. Erstmals musste sich Gratzei strecken.

Beim nächsten Angriff lief Kainz auf Gratzei zu, Ehrenreich hetzte dem Ex-Mitspieler hinterher und hatte folgenschweren Textilkontakt. Schiedsrichter Muckenhammer entschied auf Foul und musste deswegen auch Rot nach nur drei Minuten geben.

Erinnerungen an Altach wurden wach, wo Muckenhammer nach zwei Minuten für den Rapidler Sonnleitner Rot gezückt hatte. Zeit zum Sinnieren ließ der Schlager aber nicht. Der folgende Freistoß brachte beinahe die Führung durch Hofmann (5.), der darauf folgende Eckball fast durch Schwabs Kopfball. Die beste Chance des Anfangsfurioso kam aber erst: Schaub, ganz allein vor Gratzei, übersah den mitgelaufenen Kainz (6.). Der Aufregung nicht genug suchte Hofmann nur eine Minute später bei einem Kontakt mit Piesinger zu offensichtlich den Elfmeterpfiff und sah von Muckenhammer Gelb.

Als auch Beric aus drei Metern an Gratzei scheiterte, kamen die Gäste erstmals zum Durchschnaufen (17.). Das aus der Not geborene 4-4-1 mit Schick als Aushilfsverteidiger gewann an Sicherheit. Nach 39 Minuten musste Novota zeigen, dass er wieder der Alte ist. Der Goalie, der Maric verdrängt hatte, parierte Offenbachers Schuss.

Feurig

Während auf dem Rasen die Fehlerquote stieg, wurde in den Fanblöcken wieder der verbotenen Pyrotechnik gehuldigt. Das Feuerspiel im Sturm-Sektor wird den Grazern einiges kosten. Aber auch bei Rapid gab es "aus Protest" ein bengalisches Feuer. Richtig laut wurde es unter den 15.200 Besuchern wieder knapp vor der Pause.

Auf einen Riesensitzer von Schwab folgte noch ein Angriff. Über Schaub und Schrammel landete der Ball bei Robert Beric, der schon zum 16. Mal richtig stand und per Kopf aus kurzer Distanz vollendete – 1:0 (45 + 1.)

Die zweite Hälfte konnte nicht so viel Spektakel bieten. Möglicherweise wäre die Partie nach 61 Minuten entschieden gewesen, doch der durchbrechende Kainz wurde fälschlicherweise wegen Abseits zurückgepfiffen.

Sturm hielt mit großem Einsatz und taktischem Geschick die Partie noch offen, zu großen Chancen kamen aber nur die Hütteldorfer. Weil Schaub (64.) und Beric vergaben (79.), blieb es spannend. Tatsächlich musste Schrammel in der Schlussminute vor der Linie retten.

Rapid - Sturm 1:0 (1:0)

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 15.200, SR Muckenhammer

Tor: 1:0 (45.+1) Beric

Rapid: Novota - Pavelic, Sonnleitner, M. Hofmann, Schrammel - Petsos, Schwab - S. Hofmann (83. Alar), Schaub (72. Starkl), F. Kainz - Beric (90. Prosenik)

Sturm: Gratzei - Ehrenreich, Spendlhofer, Madl, Klem - Schick, Piesinger, Hadzic, Offenbacher (73. Avdijaj), Schmerböck (46. Gruber) - Edomwonyi (69. Kienast)

Rote Karte: Ehrenreich (2./Torraub)

Gelbe Karten: S. Hofmann, Schwab, Beric bzw. Schick, Kienast, Hadzic

Ergebnisse, Tabelle, Torschützen

Barisic: "Die Chancenauswertung war mies"

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): "Wir haben eine sehr gute Leistung geboten, wobei wir leider manchmal den Rhythmus verloren haben. Wir haben viele Chancen herausgespielt, eine davon genützt und sind froh, gegen einen starken Gegner drei Punkte geholt zu haben. Die Chancenauswertung war mies. Ich hatte das Gefühl, dass die Mannschaft unbedingt will, dass ich auf der Bank einen Herzkasperl bekomme. Aber das Wichtigste ist, dass wir Chancen kreieren. Für den gesperrten Beric wird gegen Altach eben ein anderer spielen, der hungrig ist und versuchen wird, seine Chance zu nützen."

Robert Beric (Rapid-Torschütze): "Wichtig ist nicht mein Tor, sondern sind die drei Punkte. Wir spielen als Mannschaft gut, und ich muss mich bei der Mannschaft bedanken, dass ich schon 16 Saisontore habe. Leider bin ich gegen Altach gesperrt. Das war eine dumme Gelbe Karte."

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Das Spiel wurde durch eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters massiv beeinflusst, was sehr schade war, weil es ein gutes Spiel geworden wäre. Unser ganzer Plan war dann über den Haufen geworfen. In den Minuten danach hatten wir Glück, dass Rapid zwei, drei Möglichkeiten nicht genützt hat, aber nach 25 Minuten haben wir uns gut auf die Situation eingestellt und hatten selbst eine gute Chance auf die Führung. Der zweite Knackpunkt war das Gegentor. In der zweiten Hälfte haben wir auf Dreierkette umgestellt. Rapid hatte dann keine Möglichkeiten mehr, aber uns hat im Spiel nach vorne die Substanz gefehlt."