Sport | Fußball 28.02.2015

Ein Handelfer bringt Altach drei Punkte

Rückhalt: Altach-Tormann Lukse (l.) klärte mutig gegen Trdina. © Bild: APA/DIETMAR STIPLOVSEK

Altach hat gegen den WAC in einem Spiel auf Augenhöhe das bessere Ende für sich.

Wenn der Dritte gegen den Vierten in der österreichischen Bundesliga spielt, dann muss das nicht immer Fußball auf höchstem Niveau bringen. Es kann auch sein, dass da vor allem auf Fehler des Gegners gelauert wird. So war’s denn auch in Altach, wo die Hausherren die erste Unachtsamkeit begingen. Doch in der 13. Minute warf sich Tormann Lukse nach einem langen Ball mutig vor die Beine von Wolfsberg-Stürmer Trdina.

Und Altach selbst kam erst in der 20. Minute erstmals vors Tor der Kärntner. Und war aber gleich erfolgreich. Ngwat-Mahop zeigte im Strafraum ein Gustostückerl, Rnic rutschte Richtung Ball, brachte seine Hand nicht mehr rechtzeitig weg – Elfer wegen Handspiel. Aigner trat gegen Kofler an, der vor zwei Wochen gegen die Austria gleich zwei Elfer gehalten hatte. Auch diesmal warf sich der Kärntner Tormann entschlossen ins rechte Eck, hatte aber keine Chance, denn Aigner schoss hart und humorlos mitten aufs Tor.

Die Altacher sind daheim eine Macht, sind jetzt schon neun Mal im eigenen Stadion ungeschlagen. Canadi ließ erstmals Marti Riverola von Beginn an spielen, jenen 24-jährigen Spanier, der einst beim FC Barcelona gespielt hat. Dessen Freistoß parierte WAC-Goalie Kofler mit einer tollen Parade (40.).

Nach Seitenwechsel hatte der WAC die besseren Chancen, Altach aber einen überragenden Tormann. Nach einer Ecke herrschte Verwirrung im Strafraum der Vorarlberger, doch Lukse rettete gegen Standfest (60.). Nach einem der schönsten Spielzüge der Partie tauchte wieder Standfest allein vor Lukse auf, der wieder sensationell hielt (69.).

Im Finish musste Altachs Ortiz nach einem dummen Foul vom Platz (75.). Ngwat-Mahop traf noch in einem Konter die Stange (74.).

Altach - WAC 1:0 (1:0)

Cashpoint-Arena, 4.117 Zuschauer, SR Hameter

Tor:
1:0 (21.) Aigner (Elfmeter)

Altach: Lukse - Zech, Ortiz, Zwischenbrugger, Schreiner - Lienhart, Riverola (61. Roth), Netzer, Tajouri (78. Salomon) - Ngwat-Mahop, Aigner (82. Kovacec)

WAC: Kofler - Standfest, Hüttenbrenner, Rnic, Palla - Putsche (85. Seidl), M. Weber - Kerhe (72. Jacobo), P. Zulj, Wernitznig - Trdina (72. Oussale)

Rote Karte: Ortiz (75., Tätlichkeit)

Gelbe Karten: Ngwat-Mahop bzw. Putsche, Rnic, Kerhe, Standfest, M. Weber, Hüttenbrenner

Tabelle, Ergebnisse, Top-Torjäger

Standfest: "Es war ein rassiges Spiel"

Damir Canadi (Altach-Trainer): "Wir haben heute den Kampf angenommen gegen einen robusten und laufstarken Gegner. Es war nicht so leicht für uns, nach einer Niederlage, wie sie gegen Austria Wien passiert ist, zurückzukommen. Aber wir haben heute ein starkes Kollektiv gesehen. Ich hätte mir nur gewünscht, dass wir unsere Konter besser zu Ende gespielt hätten."

Philipp Netzer (Altach-Kapitän): "Wir waren von Anfang an präsent, das war der Schlüssel zum Erfolg."

Dietmar Kühbauer (WAC-Trainer): "Ein Remis wäre heute mehr als drinnen gewesen. Ich bin nicht verärgert über die Mannschaft, weil die Leistung gepasst hat. Aber als wir hierhergekommen sind, haben wir uns mehr erwartet. Mit Ausnahme der ersten 15 Minuten, in denen auch der Elfer passiert ist, den man geben kann, aber nicht muss, haben wir das Spiel in die Hand genommen. In der zweiten Hälfte waren wir klar die bessere Mannschaft, aber aus den Chancen muss man auch die Tore machen."

Joachim Standfest (WAC-Spieler): "Der Elfmeter hat das Spiel entschieden. Es war ein rassiges Spiel von zwei Mannschaften auf Augenhöhe."

Erstellt am 28.02.2015