Die Führung: Royer (mi.) zirkelte den Ball unhaltbar ins Eck.

© Georg Diener Agentur Diener/DIENER / Alex Domanski

Bundesliga
10/25/2014

Austria atmet nach Heimsieg auf

Die Favoritner kommen gegen die schwachen Wiener Neustädter zu einem 2:0-Erfolg.

von Alexander Strecha

Liebe Freunde des gepflegten Fußballs, liebe Austria-Familie. Die übliche Begrüßung der Fans durch den Stadionsprecher bei den Heimspielen der Violetten hatte in den vergangenen Wochen und Monaten meist wie Hohn geklungen, wenn man die Vorstellungen der Wiener einer genaueren Betrachtung unterzog. Am Samstag gewann die Phrase zumindest in Phasen an Gültigkeit mit dem 2:0-Sieg über Wiener Neustadt.

Nur 7512 Zuschauer fanden den Weg in die Generali-Arena. Ob dies an den mageren Leistungen der Austria in der jüngsten Vergangenheit lag, oder ob der parallel laufende Clásico zwischen Real Madrid und Barcelona einige vom Pilgerweg an den Verteilerkreis abkommen ließ, die genauen Gründe sind nicht überliefert.

Die treuen Anwesenden durften schon nach zwölf Minuten eifrig in die Hände klatschen: Daniel Royer setzte die anfängliche Überlegenheit und das sichtbare Bemühen der Wiener in Zählbares um und traf mit einem Schuss ins lange Eck zum 1:0. Da war sie also, die von allen Veilchen so herbeigesehnte Führung, mit der alles viel leichter vom Fuß gehen sollte.

Klare Fronten

Und es ging. Quasi im Zwölf-Minuten-Takt, denn in der 24. Minute brachte Royer Damari in Position, dessen verunglückter Schuss wurde zur Vorlage für Grünwald, der zum 2:0 abstaubte. Die Partie war entschieden. Die Austria hatte auch deshalb leichtes Spiel, weil Wiener Neustadt von Beginn an wenig bis gar nichts anzubieten hatte. Nach einer halben Stunde musste sich Austria-Torhüter Lindner zum ersten und letzten Mal recken und strecken, als er einen guten Kopfball von Osman Ali mit gediegener Handarbeit entschärfte. Fast im Gegenzug fehlte Royer bei einer Großchance freilich die Präzision.

Nach der Pause sorgten die Austrianer, bei denen der junge Serbest sein Debüt von Beginn an feiern durfte, höchst selbst dafür, dass ihr Spiel nicht zur Offenbarung wurde gegen einen harmlosen Gegner. Einerseits, weil es zunächst an Nachdruck fehlte, andererseits, weil man dann, als man das Tempo erhöhte, die sich ergebenden Möglichkeiten nicht zu einem Kantersieg nutzte. Royer und Grünwald, die Auffälligsten, versuchten sich vergeblich mit Schüssen.

Kleiner Schritt

In der Schlussphase hätte beinahe der Torjäger getroffen, doch den Schupfer von Damari wehrte Wiener Neustadts Goalie Vollnhofer mit einem guten Reflex über die Latte. Er war der Beste der Gäste.

Die Wiener verpassten den erhofften Befreiungsschlag mit einem deutlichen Sieg, aber es wurde ein Pflichtsieg und ein kleiner Schritt aus der Krise – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ob die Blockade nun gelöst ist? Heinz Lindner mahnt zur Vorsicht: "Abwarten, das werden die nächsten Spiele zeigen."

Trainer Gerald Baumgartner zeigte sich jedenfalls erleichtert: "Diesmal haben alle gewusst, worum es geht. Solche vermeintlichen Pflichtsiege sind nicht leicht einzufahren. Ein bisschen Druck ist nun weg."

Austria - Wr. Neustadt 2:0 (2:0)

Wien, Generali Arena, 7.512, SR Dintar

Tore:
1:0 (12.) Royer
2:0 (24.) Grünwald

Austria: Lindner - Larsen, Sikov (46. Ortlechner), Rotpuller, Th. Salamon - Holland, Serbest (70. M. Leitgeb) - Meilinger (84. Harrer), A. Grünwald, Royer - Damari

Wr. Neustadt: Vollnhofer - Mally (46. Maderner), Mimm, Sereinig, Prettenthaler - Osman Ali, O'Brien (46. M. Koch), T. Kainz, Ranftl - Rauter (51. Ebenhofer), Dobras

Gelbe Karten: Keine bzw. Mally, Osman Ali

Baumgartner: "Lange nicht aus der schwierigen Situation raus"

Gerald Baumgartner (Trainer Austria): "Die Mannschaft ist mit dem Druck sehr gut umgegangen und hat über 90 Minuten gut gespielt. Wir hatten uns vorgenommen, druckvoll zu beginnen und früh zu treffen, das ist uns gelungen. Wir hätten noch höher gewinnen können, sogar müssen. Jetzt müssen wir aus der Vergangenheit lernen und dranbleiben. Wir sind noch lange nicht aus der schwierigen Situation raus."

Heimo Pfeifenberger (Trainer Wr. Neustadt): "Wir hatten uns irrsinnig viel vorgenommen, wollten der Austria ein Haxl stellen. Unter dem Strich wurde es aber leider ein klarer und verdienter Sieg der Austria. Wir hatten zu viele Fehler im Spielaufbau, so kann man gegen die Austria nichts holen."

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