Hoffnungsträger: Arnautovic soll den Unterschied ausmachen. 

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Sport Fußball
03/24/2019

Österreich vor Israel-Match: Erfolgsdruck im Freundeskreis

EM-Qualifikation: Österreichs Nationalteam muss gegen Andreas Herzog und Israel den Fehlstart vermeiden.

von Bernhard Hanisch

Das Drehkreuz geriet ins Stocken und versagte zwischenzeitlich den Zutritt zur Abschlusspressekonferenz im Stadion Sammy Ofer von Haifa. Dort, wo sich am Sonntag Österreichs Nationalmannschaft gegen Israel um die ersten Punkte in der EM-Qualifikationsgruppe G am Sonntag (18.00 Uhr MEZ/KURIER.at-Liveticker) bemühen wird.

Skurrilerweise mitten im Stau, als Medienvertreter getarnt, gab Hannes Kartnig seine Expertise zur plötzlichen Eintrittssperre ab: "So etwas gibt’s im Häf’n auch." Der Ex-Sturm-Graz-Präsident war gekommen, um seinem ehemaligen Spieler und Trainer Franco Foda die Hand zu schütteln.

Floskeln und Geheimniskrämerei

Fast schon der Höhepunkt in einer Abschlusspressekonferenz, die meist als Aneinanderreihung von Floskeln und wohl gepflegter Geheimniskrämerei dem Erlebnis eines weichen Händedrucks nicht unähnlich ist.

So sprach Foda von Flexibilität und ließ offen, wegen des Ausfalls von David Alaba eine mögliche Systemumstellung  gegenüber dem Auftakt gegen Polen (0:1) durchzuführen. Eine Viererkette mit Ulmer auf der linken Seite könnte es sein. 

Freilich wenig beeinflussbar und zuletzt ein hoher Unsicherheitsfaktor im Team: die Torflaute, das Unvermögen, einem halbwegs ansprechenden Spiel ein entsprechendes Ergebnis zu geben. Sechs Spiele, drei Tore - das ist zu wenig. Und Foda erwartet mehr Effizienz und beschränkt sich darauf, den eigentlichen Sinn des Spiels zu erklären: "Wir kommen gut ins letzte Drittel, aber oft fehlt der finale Pass. Vielleicht fehlt auch das Quäntchen Glück im Abschluss. Doch das Wichtigste ist, dass wir zu Chancen kommen."  

Außerdem freue er sich auf ein Wiedersehen mit Andreas Herzog, Trainer der Israelis, gegen den er schon in der Deutschen Bundesliga gespielt habe. Punkt, trefferlos die Brisanz.

Lainer gegen Dabbur? Das interne Salzburger Duell könnte also stattfinden. Der Verteidiger nahm sogar vor Kurzem zu Goalgetter Dabbur Kontakt auf: "Ich hab’ ihn gefragt, ob er schon Angst hat, und er hat gesagt, ihr könnt ruhig kommen, wir freuen uns schon auf euch." Ein verbales Vorgeplänkel, das aber dem Ernst der Qualifikation weichen wird.

Plangemäß

Um 18.45 Uhr, also  streng den Vorgaben gehorchend, betrat Andreas Herzog eine Viertelstunde nach Ende des Sabbat den Pressekonferenzraum. Er hat nach dem 1:1 gegen Slowenien zumindest einen Punkt auf der Haben-Seite. Österreich als Gegner? Auch Herzog  lässt die Emotion auf der Bank: "Es ist schon etwas Besonderes, aber am Ende doch nur ein Fußballspiel."

Vor allem die Medien verlangen allerdings den zählbaren Erfolgsnachweis. Zunächst war man ab 1954 in der asiatischen Föderation und gewann beim Heimturnier 1964 sogar den Asien-Cup. Doch die politischen Umstände zwangen zur Veränderung. Noch als Mitglied Ozeaniens erreichte Israel die WM 1970. Jetzt steht die EM auf dem Spiel.