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Sport Fußball
06/07/2021

"Rocketman": Was ÖFB-Goalie Bachmann und Elton John gemeinsam haben

Der 26-Jährige wurde bei Watford wurde die Nummer 1, stieg in die Premier League auf und hütet jetzt bei der EURO das Tor.

von Alexander Strecha

„Ein bissl unglaublich ist das schon.“ Daniel Bachmann musste nach dem 0:0 gegen die Slowakei ein wenig den Kopf schütteln über seinen rasanten, raketenhaften Aufstieg. Vor einem halben Jahr erst erhielt er die Chance als Nummer 1 von Watford, stieg mit dem Traditionsklub am Ende in die Premier League auf.

Dieser Erfolg wiederum ebnete ihm den Weg ins EURO-Aufgebot. Am Sonntag wird er zum Turnier-Auftakt gegen Nordmazedonien das österreichische Tor hüten. Bachmann, der Rocketman, der mit Watfords Ehrenpräsident Elton John in der Kabine schon fachgesimpelt hatte.

„Die EURO ist schon eine geile Sache“, freut sich der 26-Jährige auf die kommenden Aufgaben. Das nötige Selbstvertrauen bringt er auf alle Fälle mit. „Ich habe gewusst, dass ich ein guter Tormann bin und habe auch immer an mich geglaubt. In den letzten Monaten ist es für mich überragend gelaufen.“

Willkommener Druck

Am Samstagabend erfuhr Bachmann von Tormanntrainer Robert Almer, dass er nicht nur gegen die Slowakei den Vorzug gegenüber seinen Kontrahenten bzw. Kollegen Schlager und Pervan erhält und der EURO-Nachfolger von Almer wird, der 2016 im österreichischen Tor gestanden war.

Seine Nominierung rechtfertigte der Niederösterreicher gegen die Slowakei mit drei ausgezeichneten Paraden, mit denen er eine Niederlage Österreichs verhinderte. „Ich hatte einige Bälle zu halten, aber dafür bin ich als Tormann ja da. Ich bin mit meiner Leistung zufrieden, wir können durchaus positive Dinge mitnehmen ins erste Spiel bei der EURO.“

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Dass nun umso mehr Druck auf ihm lasten wird, bereitet dem Watford-Legionär wenig Kopfzerbrechen. Er hat seinen ganz konkreten Zugang zu diesem Thema. „Ich hatte in den letzten Monaten in jedem Spiel der Championship Druck. Ich denke, dass ich ganz gut damit umgehen kann. Viele Sportler werden unter Druck besser, weil er dich konzentrierter und schärfer, auch aggressiver macht.“

Sportlicher Aufstieg

Bachmann, der in der Schülerliga in einer Mannschaft mit Rapid-Tormann Richard Strebinger gespielt hatte, wechselte 2011 als knapp 17-Jähriger nach England zu Stoke City. Dabei wäre der Transfer beinahe nicht zustande gekommen, weil Bachmann nach den ersten Verhandlungen stark unter Heimweh litt und den Kontrakt partout nicht unterschreiben wollte. Erst ein Telefonat von Tormanntrainer Qualley, später sein Mentor, überzeugte Bachmann, das Abenteuer einzugehen.

2017 führte ihn sein Karriereweg zu Watford, danach zwischendurch ins schottische Kilmarnock, wo er sich in einer überragenden Saison auch zum Elferkiller mauserte und am Ende mit dem „Underdog“ Dritter wurde. Erst 2021 erhielt Bachmann die Chance, sich bei Watford als Einsertormann zu beweisen.

Privates Glück

Auch privat fand er auf der Insel sein Glück, lernte seine Frau Francesca kennen, die aus Blackpool kommt und einer Bauunternehmer-Familie entstammt. Mit ihr hat der Auto-Freak zwei Kinder, Amelia und Henry. Am freien Montag konnte er sie allerdings nicht treffen, da für Frau und Kinder bei der Einreise nach Österreich eine zehntägige Quarantäne verpflichtend gewesen wäre.

So nützte er die Zeit, um seine Eltern in Winzendorf bei Wr. Neustadt zu besuchen und noch einmal in vertrauter Umgebung die Akkus für die Euro aufzuladen.

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