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© EPA / CHRISTIAN BRUNA

Sport Fußball
06/07/2021

Von Wien bis Tirol: Wo Public Viewing zur Fußball-EM möglich ist

Durch die Coronoa-Lockerungen sind Public Viewings unter Auflagen möglich. Mega-Events wird es aber nicht geben. Ein Überblick.

Mit den Corona-Lockerungen ist bei entsprechender Einhaltung der Auflagen nun doch Public Viewing während der Fußball-EM möglich. Auf Mega-Events mit großen Zuschauermengen darf man zwar erst beim nächsten Turnier, der WM, hoffen, aber zumindest gibt es einige Orte, an denen Fans gemeinsam außerhalb der eignen vier Wände mitfiebern können. Eine Auswahl aus den Bundesländern:

Wien

Ab dem ersten Anpfiff am Freitag heißt das Motto im Wiener Prater: "Gemma Fußball schauen!" Auf 3.300 Quadratmeter haben auf einem Areal neben dem Feuerdorf maximal 650 Besucher Platz zum kollektiven Daumendrücken - bei ausreichendem Abstand, kontrolliertem Einlass (3G-Regel) und hygienischen Vorkehrungen. Der Veranstalter verspricht bei freiem Eintritt modernste LED- und Sound-Technik, schattige Sitzplätze, Getränke und Speisen. Will man einen ganz besonderen Heimvorteil genießen, steht eine "LAOLA1 VIP Zone" zur Verfügung.

Im Wiener WUK öffnet das EM-Quartier seine Pforten. "Wir übertragen alle Spiele, und zwar live, im Freien, in HD und in bester Gesellschaft", lautet das Angebot. Die Plätze sind Pandemie bedingt begrenzt, Reservierungen werden empfohlen (Weitere Infos hier).

"Ich weiß, dass es mehrere Ideen gibt, wo im Augenblick versucht wird, das mit den Coronaschutzmaßnahmen in Einklang zu bringen", sagte Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) zu einem größeren Public Viewing in Wien. "Es ist keine fix und fertig, dass es als zu hundert Prozent gesichert gelten kann." Man müsse abwarten, die Organisatoren seien gerade dabei, die Konzepte an die augenblicklich geltenden Maßnahmen anzupassen. Ein Knackpunkt sei auch, ob sich die jeweiligen Projekte betriebswirtschaftlich rechnen und wie sie sich beispielsweise mit Werbeflächen finanzieren lassen, wenn es wirklich öffentlich sein sollte, so Hacker.

PK NACH LANDESGESUNDHEITSREFERENTEN-KONFERENZ: HACKER

Oberösterreich

In Linz und Wels kommen oberösterreichische Public-Viewing-Fans auf ihre Kosten - zumindest die derzeit erlaubten 300 Gäste. Das Lokal Sandburg an der Donaulände neben dem Brucknerhaus wird in Linz die Spiele der Fußball-Europameisterschaft 2021 übertragen. Für das Public Viewing der Sandburg kann man sich einen von 300 Liegestühlen (ab vier Euro) oder einen Platz auf der VIP-Tribüne (30 Euro) reservieren. Es gilt wie in Lokalen die 3G-Regelung. In Wels werden die Spiele der österreichischen Nationalmannschaft sowie Halbfinali und Finale auf dem Stadtplatz übertragen. Aufgebaut wird allerdings nur bei Schönwetter, erfuhr die APA vom Stadtmarketing. Es werde Sitzplätze geben, zugelassen seien 300 Leute mit einem 3G-Nachweis.

Steiermark

Ein großes Public Viewing fällt in Graz heuer aus. In Lieboch (Bezirk Graz-Umgebung) dagegen soll für 300 Leute ein Public Viewing geboten werden: Die Betreiber des dortigen Dieselkinos wollen einen rund zwölf Quadratmeter großen LED-Bildschirm am Parkplatz des Kinos aufbauen. Es sollen alle Spiele der EM gezeigt werden.

Niederösterreich

In Niederösterreich sind nach Angaben aus dem Büro von Sportlandesrat Jochen Danninger (ÖVP) vom Montag zwölf Public Viewings für bis zu 300 Personen und zwei weitere für bis zu 1.000 Personen angemeldet worden. Die größten Events sollen demnach in Brunn am Gebirge (Bezirk Mödling) und Trumau (Bezirk Baden) in Szene gehen.

Als weitere Standorte wurden die Landeshauptstadt St. Pölten, die Bezirksstädte Gänserndorf, Krems und Zwettl sowie Klosterneuburg (Bezirk Tulln), Gföhl (Bezirk Krems), Martinsberg (Bezirk Zwettl), Tribuswinkel (Bezirk Baden), Pellendorf, Schwadorf und Maria Lanzendorf (jeweils Bezirk Bruck a.d. Leitha) und Wilhelmsburg (Bezirk St. Pölten) genannt. Beim Public Viewing in Niederösterreich ließen sich "Sport, Gesellschaft und Kulinarik perfekt miteinander verbinden", warb Danninger.

Salzburg

In der Stadt Salzburg wird es heuer kein klassisches Public Viewing geben. Auch andere große Gemeinden im Bundesland verzichten auf nicht-kommerzielle öffentliche Übertragungen. Das habe nur bedingt mit den geltenden Corona-Bestimmungen zu tun, sagte etwa ein Sprecher der Landeshauptstadt zur APA. Vielmehr sehe man die Zeit der großen Public Viewings als vorbei. "Nur Spiele und Erfolge des eigenen Teams führen auch zu gefüllten Fan-Zonen. Außerdem gibt es mehr Konkurrenz durch Wirtshäuser, Bars und Restaurants." So seien TV-Geräte oder Videowalls zuletzt immer größer und billiger und damit für die Lokalbetreiber auch wirtschaftlicher geworden. Von den fehlenden Public-Viewing-Möglichkeiten dürfte darum die Gastronomie profitieren.

Salzburg Austria on a Winter Night

Das Sternbräu in der Salzburger Altstadt wird in seinem Biergarten auch heuer wieder eine große Videowall für sitzende Gäste aufstellen. Eine sichere Bank für Fans in der Mozartstadt sind auch die klassischen Braugasthäuser Raschhofer's Rossbräu, die Weißbierbrauerei "Die Weisse" oder die Volkswirtschaft "Fuxn" - und die ohnehin stets sportübertragungsaffinen Irish Pubs in der Stadt. Einen Aussetzer bei der Großveranstaltung macht dieses Jahr das Augustiner Bräu im Stadtteil Mülln. Man habe die Vorgaben als zu problematisch gesehen und verzichte darum auf das Zeigen der Spiele, hieß es zur APA.

In Hallein werden beim "Kino im Abseits" die EM-Spiele übrigens direkt am Fußballplatz des UFC Hallein übertragen. Tickets für Erwachsene kosten acht Euro - inklusive FFP2-Maske, registriertem Sitzplatz und einem Shuttledienst in ausgewählte Nachbargemeinden.

Gab es vor zwei Wochen noch eine Absage für das Public Viewing am Neuen Platz in Klagenfurt, so ist nun wieder alles anders: Seit Montagfrüh laufen hier, zwischen Lindwurm und Rathaus, die Aufbauarbeiten für die EM-Zone. 700 Zuschauer sollen hier unter Berücksichtigung der 3G-Regeln die Spiele verfolgen können. Auf Hochtouren laufen unterdessen die Gespräche in Villach, die Stadt hat für Montagnachmittag genauere Details zum Public Viewing angekündigt.

Kärnten

Erst am Wochenende hatte der Kärntner Landessportdirektor Arno Arthofer mit einem Vorschlag aufhorchen lassen: Anstatt die Infrastruktur in der Klagenfurter Innenstadt aufzubauen, könnte man doch vorhandene benützen - und zwar im Wörtherseestadion. Diese Idee wurde allerdings verworfen: "Die Veranstaltung mitten im Zentrum Klagenfurts sorgt einen Monat lang für eine willkommene zusätzliche Belebung der gesamten Innenstadt. Davon profitieren vor allem auch die Gast- und Wirtschaftsbetriebe in diesem Bereich", sagte Bürgermeister Christian Scheider (Team Kärnten) in einer Aussendung. Das Stadion sei außerdem für ein Public Viewing zu groß.

Vorarlberg

In Vorarlberg wurden kurzfristig Möglichkeiten für gemeinsames Match-Schauen geschaffen. Während der gesamten Dauer der EM (bis 11. Juli) veranstaltet das Restaurant "wirtschaft" ein Public Viewing beim Sportplatz Haselstauden in Dornbirn. Es müssen die Plätze gebucht werden, beim Ticket handle es sich um einen "Konsumationsgutschein", hieß es. Auf dem Kornmarktplatz in Bregenz wird das Finale im Rahmen eines Public Viewings live übertragen.

Zu erwarten ist, dass in den nächsten Tagen oder ab Juli noch weitere Standorte im Ländle dazukommen und auch so mancher Gastronomiebetrieb Public Viewing anbieten wird. Angekündigt hat das etwa schon Cafe Erika in Dornbirn.

Tirol

Die EM wird in Tirol wohl ohne größere Public Viewing Veranstaltungen über die Bühne gehen. Weder in der Landeshauptstadt Innsbruck noch in Schwaz oder anderen Städten sind derartige Events geplant. Freunde des Kollektiven-Fußball-Schauens müssen ins Private ausweichen oder sich ein Gasthaus suchen, das zum gemeinsamen Mitfiebern einlädt - und von letzteren gibt es etwa in der Tiroler Landeshauptstadt doch einige. So heißen unter anderem manche Lokale in der Altstadt Fußballfans zum Gemeinsam-Schauen willkommen.

Auch im Burgenland sind derzeit keine größeren Public Viewing Events geplant. Aufgrund der Coronakrise habe man sich heuer gegen eine Veranstaltung entschieden, hieß es etwa aus dem Rathaus in Eisenstadt. Die Lage sei einfach zu unsicher gewesen. Ganz müssen die Burgenländer aber nicht auf das gemeinsame Fußballschauen verzichten. In einigen Gastronomiebetrieben wird das wohl möglich sein.

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