Champions-League-Hit: Bayern spielt gegen Arsenal und für Salzburg

Champions-League-Hit: Bayern spielt gegen Arsenal und für Salzburg
Warum es für Österreichs Meister Millionen regnen könnte. Die Statistik spricht für die Bayern, die Personaldecke eher nicht.

Es steht Spitz auf Knopf in der Champions League: Sind es die Bayern, die am Mittwochabend ins Halbfinale einziehen, oder ist es der FC Arsenal aus London, der eine Runde weiterkommt? Die Ausgangslage ist klar: Nach dem 2:2 im Hinspiel braucht es einen Sieger nach 90 oder 120 Minuten oder im Elfmeterschießen – denn die Auswärtstorregel gibt es ja schon seit 2021 nicht mehr.

Fakt ist auch: Neben all den sportlichen Lorbeeren geht es um eine Menge Kohle. 12,5 Millionen Euro kassiert jeder Klub, der ins Halbfinale einzieht von der UEFA. Doch ausgerechnet für Red Bull Salzburg geht es um noch viel mehr. Gewinnt Arsenal die Königsklasse nicht, so darf Österreichs Serienmeister an der neu formierten Klub-Weltmeisterschaft im Sommer 2025 teilnehmen. Und dafür gibt es nicht weniger als 50 Millionen Euro Startgeld. Klar, dass Salzburgs Geschäftsführer Stephan Reiter zum Bayern-Fan mutiert.

In München hofft man auf einen ähnlich konzentrierten Auftritt wie im Hinspiel in London. Was es vor dem Höhepunkt in der Allianz Arena (21 Uhr, live Sky, ServusTV) zu wissen gilt.

  • Schiri als Bayern-Hoffnung 

Die Partie wird vom Niederländer Danny Makkelie geleitet. Vier Mal hat der 41-Jährige die Bayern in der Champions League bereits gepfiffen, jedes Mal waren die Münchner am Ende Sieger. Zuletzt im September 2022 bei einem 2:0-Erfolg gegen Barcelona.

  • Das Personal

Bayern muss definitiv auf seine beiden Dribbler Kingsley Coman und Serge Gnabry verzichten. Beide fehlen verletzungsbedingt. Der dritte schmerzhafte Ausfall ist jener des gesperrten Alphonso Davies. Die gute Nachricht für Trainer Thomas Tuchel ist jedoch: Leroy Sané, im Hinspiel mit einem Assist und einem herausgeholten Elfer einer der Besten, dürfte fit sein. Am Wochenende fehlte er in der Bundesliga wegen schmerzhafter Schambeinprobleme. Auch Manuel Neuer, der geschont wurde, ist bereit. ÖFB-Teamspieler Konrad Laimer wird gemeinsam mit Goretzka wieder im zentralen Mittelfeld erwartet.

  • Die Erfahrung

Klar ist: Die Bayern haben in der jüngeren Vergangenheit mehr Routine in internationalen K.o.-Spielen gesammelt, als die Gunners aus London. Torjäger Harry Kane sagt: „Wir haben eine Menge Erfahrung in der Mannschaft mit Spielern, die schon große Spiele gespielt haben.“ In der Champions League sind die Bayern 14 Heimspiele ungeschlagen, elf davon gewannen sie.

  • Arsenals Wunden

Nach dem 2:2 im Hinspiel, vor dem sich die Engländer mehr erwartet hatten, setzte es für Arsenal am Wochenende einen Rückschlag im Titelkampf der Premier League. Nach dem 0:2 gegen Aston Villa ist man die Tabellenführung los. Die Gunners sind angeschlagen, wie auch Trainer Mikel Arteta sagt: „Die Spieler sind frustriert und traurig, aber wir haben eine wunderbare Gelegenheit. Es kann keinen besseren Zeitpunkt geben. Jetzt ist der Moment gekommen, Charakter und Führungsqualitäten zu zeigen.“

  • Der Ausblick

Der Sieger trifft im Halbfinale auf den Gewinner des Duells zwischen Manchester City und Real Madrid. Auch in England braucht es nach dem 3:3 im Hinspiel einen Sieger.

Das zweite Viertelfinale

In Manchester gehen beide Viertelfinalisten gestärkt ins Rückspiel. ManCity eroberte nach den Ausrutschern der Konkurrenten Platz eins in der Premier League und ist auch dort auf dem Weg zur Titelverteidigung. Real Madrid machte mit einem 1:0 auf Mallorca den nächsten Schritt zum spanischen Meistertitel.

Das Rezept der Madrilenen gegen die spielstarke Elf von Pep Guardiola dürfte wieder in schnellen Kontern über Vinicius Junior und Rodrygo liegen. Die Erinnerung an das Etihad Stadium ist aus Sicht der „Blancos“ keine gute: Im Vorjahr entschied City das Halbfinal-Duell zu Hause mit 4:0 für sich, ein Leidtragender war auch der nun verletzt fehlende David Alaba. In fünf Partien in der Heimstätte der Himmelblauen hat Real bei zuletzt drei Niederlagen (2020, 2022, 2023) noch nie gewonnen.

Trainer Carlo Ancelotti strich die Leistung im Hinspiel hervor. „Wenn wir die wiederholen, können wir es schaffen“, hielt der Italiener fest. Dass der 14-fache Bewerbsieger nur allzu gern mit einem Vorsprung ins Rückspiel gegangen wäre, war aber kein Geheimnis. Mittelfeldmann Federico Valverde sah Parallelen zum Vorjahr. „Wir müssen erfüllt sein vom Gedanken an eine Revanche“, sagte der Uruguayer.

City wird sich vor solchen Ansagen nur bedingt beeindruckt zeigen. Für die Star-Equipe von Guardiola beginnt nun die Erntezeit. Ein „Triple“ wie 2023 ist noch möglich. Nach dem Auftritt gegen Real folgt am Samstag im FA Cup das Halbfinale gegen Chelsea. Guardiola sprach von einem „Privileg“, um diese Trophäen erneut spielen zu können. „Wir wollen das verlängern um noch eine Woche, und noch eine und noch eine.“ Noch sei man aber „weit entfernt von diesen hypothetischen Träumen“.

Willkommener DruckWas für City spricht: Trifft Erling Haaland wie in Madrid einmal nicht, gibt es noch andere potenzielle Matchwinner. Phil Foden befindet sich in bestechender Form, der im Hinspiel geschonte Kevin de Bruyne ebenso. Dass der Druck weniger auf City lasten würde, verneinte Guardiola. „Ich hoffe nicht. Wir brauchen diesen Druck, nicht verlieren zu dürfen.“

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