Starker Start: Yusuf Demir wird von Barcelona gelobt – aber noch nicht gekauft

© DIENER/Defodi

Sport Fußball
08/19/2021

Warum Rapid die Transfer-Millionen für Yusuf Demir nicht anrührt

Es ist zu erwarten, dass Barcelona die Kaufoption um zehn Millionen zieht. Sportchef Barisic erklärt, warum das Geld noch tabu ist.

von Alexander Huber

Bevor Yusuf Demir im Mai 2019 seinen Profivertrag bei Rapid unterschrieb, war ein gemeinsamer Karriereplan entwickelt worden. Am Ende stand der Verkauf zu einem Top-Klub als teuerster Rapidler der Geschichte. Dieser Wunsch ist nach dem starken Start der Leihgabe beim FC Barcelona nahegerückt.

So wie Trainer Ronald Koeman, aber auch Schlüsselspieler wie Weltmeister Piqué über den 18-Jährigen nach nur einem Monat bei den Katalanen sprechen, sollte am Ende des Leihjahres die Kaufoption gezogen werden. Zehn Millionen Euro wurden als Transfersumme vereinbart – bislang hält Max Wöber mit seinem Verkauf zu Ajax Amsterdam im Sommer 2017 um acht Millionen den grünen Rekord.

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Die Demir-Millionen werden Rapid 2022 guttun – aber könnte ein Teil davon nicht auch schon jetzt ...? „Nein, sicher nicht“, grätscht Zoran Barisic im KURIER-Gespräch dazwischen.

Kein Vorgriff

Der Rapid-Sportdirektor ist in der Branche mittlerweile als harter Verhandler bekannt, aber alles andere als ein Risiko-Typ. „Es wird jetzt ganz sicher keinen Vorgriff auf den möglichen Transfererlös für Yusuf Demir geben“, betont Barisic.

Der 51-Jährige haftet als Geschäftsführer so wie sein Kollege Christoph Peschek persönlich, Finanzabenteuer wird es mit diesem Duo also ohnehin nicht geben.

Im Fall Demir gibt es außerdem drei konkrete Gründe, warum nicht einmal ein kleiner Teil der Millionen vorab ausgegeben wird:

1.) Demir könnte wieder zurückgeschickt werden.

Dieses Szenario wird auch von Barisic als das unwahrscheinlichste eingeschätzt: „Ich glaube an Yusi und war immer überzeugt, dass er auch beim FC Barcelona seinen Weg machen kann. Aber eine Zusage zu seinem Kauf gibt es jetzt natürlich noch nicht.“

2.) Barcelona könnte das Geld fehlen.

Es klingt bei einem der größten Klubs der Welt absurd, ist aber nicht ausgeschlossen: Da die Schuldenlast mittlerweile auch offiziell mehr als eine Milliarde Euro beträgt, könnte es passieren, dass Barcelona von Spaniens Liga kommende Saison keine Einkäufe mit Ablöse erlaubt werden.

3.) Demir könnte sich schwer verletzen.

Bislang hatte der Wiener nur kürzere Zwangspausen zu überwinden, aber eine heftige Verletzung zum falschen Zeitpunkt könnte den Transferplan umwerfen.

Barisic hält fest: „Das Geld, das wir durch Yusuf Demir einmal verdienen sollen, aber jetzt nicht fix einplanen können, ist für uns noch tabu.“

Ein Legionär mehr

Näher als der Demir-Verkauf ist das Transferende. Barisic bleibt bei seiner Einschätzung vom KURIER-Interview im Trainingslager: „Die letzte Transferwoche wird die spannendste. Ich rechne damit, dass sich bis Ende August noch einiges tun kann.“Derzeit wird wie berichtet an der Verpflichtung eines zusätzlichen Flügelstürmers gearbeitet.

Eine heikle Frage betrifft das Legionärskontingent: Rapid beschäftigt fünf, mehr als sechs sollen es nicht werden. Zum einen wegen der Gelder aus dem Ö-Topf, zum anderen wegen negativer Erfahrungen in der Vergangenheit: Als Milan Jovanovic als Legionär Nr. 7 in der Liga oft auf der Tribüne saß, war die Stimmung in der Kabine vergiftet.

Flügel mit welchem Pass?

Da für die Transferaktien Kara und Ullmann kaum Ersatz mit österreichischem Pass zu finden ist, muss genau abgewägt werden: Wann und für welche Position kommt ein Legionär? Kann auch der neue Flügel schon Nummer 6 sein?

„Ich rechne damit, dass wir am Ende der Transferzeit sechs Legionäre im Kader haben werden“, verrät Barisic.

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