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Sport Fußball
08/16/2021

Warten auf das Debüt: Yusuf Demir lebt sich in Barcelona ein

Der 18-Jährige hat sein Haus in Barcelona bezogen, ein Auto erhält er demnächst. Auf sein Liga-Debüt muss Demir noch warten.

von Andreas Heidenreich

Wenn ein Reservist während des Spiels vom Aufwärmen an der Seitenlinie zurück zur Bank läuft, so kann man davon ausgehen, dass er dort sein Trikot anziehen und in Kürze ins Spiel kommen wird.

Bei Yusuf Demir war das am Sonntag anders. Der Wiener ist auch nicht zur Bank gelaufen, sondern gegangen. Eher gesenkten denn erhobenen Hauptes. In diesem Moment im Spiel gegen Real Sociedad in der 75. Minute im Camp Nou musste man davon ausgehen, dass das nichts mehr wird an diesem Abend.

In der Tat. Der 18-Jährige nahm wieder Platz auf der Bank und musste mit ansehen, wie Ronald Koeman fünf andere Spieler eintauschte. Und das, obwohl der Niederländer Demir zu Beginn der zweiten Hälfte als ersten zum Aufwärmen geschickt hatte.

Für den Techniker, der beim FC Barcelona künftig die Nummer 27 tragen wird, heißt es also: Bitte Warten! Warten auf sein erstes Spiel für Barça. Warten darauf, dass erstmals seit dem 26. Oktober 1980 wieder ein Österreicher das Trikot dieses Klubs tragen wird, seit es Hans Krankl nach einem 1:3 gegen Betis Sevilla zum letzten Mal ausgezogen hat.

Mit Handkuss

Ein Hauch von Enttäuschung? Vielleicht. Emre Öztürk, der Demir wie Sertan Günes seit Jahren als Berater zur Seite steht, wischt das aber vom Tisch: „Hätte uns vor zwei Monaten jemand gesagt, dass Yusuf schon im ersten Ligaspiel im Kader steht, hätten wir das alle mit Handkuss genommen.“ Demir selbst soll dazu vorerst nicht Stellung nehmen. Der Klub will, dass der junge Mann ein paar Spiele in den Beinen hat, ehe er zu den Medien spricht.

Auf eine Premiere als Joker gehofft hatten am Sonntagabend im Camp Nou neben den beiden Beratern und Demirs Vater Hasan auch Martin Scherb. Österreichs Unter-19-Teamchef betreute den Teenager jahrelang in den Nachwuchs-Nationalteams des ÖFB und ist als bekennender Barça-Fan regelmäßig in der katalanischen Metropole. „Die Offensivspieler wie Memphis Depay haben in der Schlussphase schon platt gewirkt, daher war ich überrascht, dass Koeman vorne keine frischen Spieler gebracht hat.“

Der Niederländer brachte mit Emerson, Araújo und Lenglet drei Verteidiger, dazu mit Sergi Roberto einen zentralen Mittelfeldspieler und mit Nico González einen Flügel. Barcelona geriet trotz 3:0-Führung in Bedrängnis, nach einem Doppelschlag der Gäste gab es schließlich aber einen 4:2-Sieg.

Nun heißt es für den Ex-Rapidler, sich wieder im Training aufzudrängen. Auf dem täglichen Weg dorthin wird der Linksfuß aktuell noch vom Klub abgeholt und chauffiert. Sein erstes Auto, einen Kleinwagen, erhält der Führerscheinneuling in den kommenden Tagen.

Das Hotelzimmer hat er mittlerweile gegen ein gemietetes Haus getauscht, das im Vorort Castelldefels steht, wo nahezu alle Barça-Spieler wohnen. Ganz übersiedeln kann die Familie Demir aber nicht. Die beiden jüngeren Geschwister gehen in Wien in die Schule, Bruder Furkan spielt in der U-18 von Rapid. Doch es gibt Schlimmeres als regelmäßige Wochenendausflüge nach Barcelona.

Das nächste Lob

Bei diesen wird Yusuf dann auch bestimmt auf dem Rasen zu sehen sein, sagt einer, der es wissen muss. Abwehrchef Gerard Piqué: „Yusuf hat im Dribbling einen ähnlichen Stil wie Messi. Für sein Alter ist er schon auf einem hohen Niveau. Ich bin sicher, dass er uns enorm helfen wird.“

Vielleicht schon am Samstag, wenn der FC Barcelona im San-Mamés-Stadion bei Athletic Bilbao zu Gast ist.

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