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23.03.2018

3:0-Heimsieg - Österreich lässt Slowenien keine Chance

David Alaba und zweimal Marko Arnautovic erzielen die Tore für die überlegenen Österreicher.

Sie kann sehr hilfreich sein, die Standardsituation zur rechten Zeit. Dann nämlich, wenn der Spielfluss ins Stocken gerät, wenn der Wille, schnell zu kombinieren, im bloßen Probieren erstickt. Österreichs Nationalmannschaft testete in Klagenfurt gegen Slowenien ein neues System, war ausgesetzt der von Teamchef Franco Foda geforderten Flexibilität und hatte eine Viertelstunde Probleme damit.

Dann kam der Freistoß. 20 Meter. Und David Alaba löste treffsicher den Knoten. Das 1:0 machte locker, brachte klarere Konturen in die Findungsphase.

Foda hatte tatsächlich umgestellt. Auf die Aufstellungsformel 3-4-3, auf ein durchwegs neues personelles Konstrukt. Prödl fand sich als Abwehrchef mit Organisationstalent – assistiert von Ilsanker und Hinteregger – wieder. Vorne die Dreierreihe mit Lazaro, Burgstaller und Arnautovic.

Alaba auf links

Und im Mittelfeld? Der Teamchef fand die elegante, vielleicht sogar logische Lösung. Er besetzte die linke Seite mit Alaba, ein Kompromiss im ewigen Rätselraten um die ideale Rolle des Bayern-Stars im Nationalteam. Alaba und Lainer von rechts vermehrten die Dreier- in der defensiven Situation auf eine Fünfer-Abwehrkette. Im Vorwärtsgang erhielt Alabas Zusammenspiel mit Arnautovic nach holpriger Anfangsphase immer mehr Leichtigkeit.

Im Minutentakt verbesserte sich das Verständnis einer eher linkslastig ausgelegten Spielanlage. Arnautovic, der sich anfänglich noch in unglücklichen Alleingängen verzettelte, erhitze sich zunehmend zum Gefahrenherd für die Slowenen.

In der 36. Minute war erlaubt, endgültig von einem gelungenen Test zu sprechen. Übersicht und Durchblick im neuen Gefüge resultierten im 2:0. Zur Abwechslung eine kreative Einlage von rechts. Lazaro versteht sich mit Lainer, dessen Pass zur Mitte verarbeitet Arnautovic nach gelungenem Haken zur vorentscheidenden Resultatkorrektur.

Die Slowenen mit den Ex-Bundesligakickern Kampl (Salzburg) und Beric (Rapid), waren kein hochkarätiger Gegner, aber immerhin einer mit hochstehenden technischen Fähigkeiten. Ilicic sollte die Stange treffen, doch Österreichs Spieldisziplin entledigte Foda aller Sorgen. Die Abwehr stand gut, das Mittelfeld war stets verbindendes Element nach beiden Seiten.

Alaba untermauerte die Überlegenheit noch mit einem Lattentreffer kurz vor der Pause. Kein Krampflöser nur mehr, sondern eine Zugabe in einem Länderspiel der souveränen Sorte. Ein freundschaftlicher Vergleich jedenfalls, der mehr Zuschauer verdient hätte, als jene 18.100 im halbgefüllten Klagenfurter Stadion.

Arnautovic sollte seine aufsteigende Tendenz noch mit dem zweiten Tor belegen. Dieses Mal war Alaba gewohnter Ausgangspunkt, Baumgartlingers Heber verlängert Arnautovic per Kopf zum 3:0 (51.). Ilsanker tat noch etwas für die Statistik . Sein Kopfball ging als Aluminiumtreffer in selbige ein.

Österreichs Nationalmannschaft versuchte einen Neubeginn und schaffte es, zumindest einen Grundstein zu legen. Für eine Zukunft, die wieder eine bessere sein könnte.

Österreich - Slowenien 3:0 (2:0)

Klagenfurt, Wörthersee-Stadion, 18.100, SR Klossner/SUI

Tore:
1:0 (15.) Alaba (Freistoß)
2:0 (36.) Arnautovic
3:0 (51.) Arnautovic

Österreich: Lindner - Ilsanker, Prödl, Hinteregger - Lainer, Baumgartlinger (89. Schlager), Schöpf (74. Grillitsch), Alaba (89. Wöber) - Lazaro (67. Kainz), Burgstaller (69. Gregoritsch), Arnautovic (86. Schaub)

Slowenien: Belec - Skubic (62. Milec), Struna, Mevlja, Jokic - Krhin, Kampl (77. Rotman) - Kurtic (46. Birsa), Ilicic (77. Crnigoj), Verbic (86. Sporar) - Beric (46. Bezjak)

Gelbe Karten: Alaba bzw. Ilicic