Trump und Infantino: Der Präsident am Apparat
Mit dem 104. Spiel und nach der 208. Trinkpause geht die größte Fußball-Weltmeisterschaft der Geschichte zu Ende. Was hat sich bewährt? Was brauchen wir nie mehr wieder?
Sechs KURIER-Redakteure geben ihre Meinung ab.
Fußballfans sind a) von Natur aus leidensfähig, und b) sie vergessen sehr schnell. Deshalb wird im Nachhall auf diese WM der verstörende Anruf aus dem Weißen Haus bei vielen wohl wenig Echo finden – dabei müssten längst alle Alarmglocken schrillen.
Wo kommen wir hin, wenn ein US-Präsident mit seiner Intervention beim FIFA-Boss erfolgreich ist und schwuppdiwupp eine Rote Karte (gegen Goalgetter Balogun) aufgehoben wird?
Dass Donald Trump, für den in einem Fußballmatch wohl die Rolle des Pfostens reserviert wäre, zu solchen Aktionen fähig ist, wundert einen ja gar nicht. Dass der Weltverband rund um seinen ballmächtigen Boss Gianni Infantino bei diesem Spiel dann auch mitmacht, ist der eigentliche Affront.
Und dabei geht es gar nicht darum, ob der FIFA-Boss tatsächlich direkt Einfluss auf die Rücknahme der Roten Karte genommen hat. Das wirklich Erschütternde ist ja: Man traut es ihm zu.christoph.geiler
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