Anabolika gehören nach wie vor zu den am meisten zur Leistungsmanipulation genutzten verbotenen Mitteln.

© dpa/Roland Weihrauch

Neue Methoden
11/17/2013

Durchbruch im Anti-Doping-Kampf

In Köln und Moskau hat man verbesserte Nachweismethoden für verbotene Substanzen entwickelt.

Den Doping-Fahndern ist ein spektakulärer Durchbruch beim Aufspüren von Sportbetrügern gelungen. Die Kontrolllabore in Köln und Moskau haben laut eines ARD-Berichts verbesserte Nachweismethoden für verbotene Substanzen entwickelt. Demnach können die Anabolika Oral-Turinabol und Stanozolol nun ein halbes Jahr nach der Einnahme noch nachgewiesen werden.

Heuer seien "Hunderte von Athletenproben" positiv auf die beiden Präparate getestet worden. Noch 2012 wären all diese Proben nach Auskunft der Labore unentdeckt geblieben, weil die "Nachweisfenster" kleiner waren, berichtete die Dopingredaktion des deutschen TV-Senders ARD am Wochenende.

Fast zeitgleich mit der Kunde von der verbesserten Analysemöglichkeit schickte die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) jedoch eine Hiobsbotschaft: Knapp drei Monate vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi wurde das Kontrolllabor in Moskau vorläufig suspendiert. Wie die WADA mitteilte, wurde die Analyse-Einrichtung aufgefordert, das Qualitätsmanagement bis zum 1. Dezember zu verbessern und das Vertrauen in ihre Arbeit wieder herzustellen. Ansonsten würde ihm die Akkreditierung für sechs Monate entzogen.

Die WADA habe dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zudem "dringend empfohlen", etwas zu unternehmen, um die "Integrität der Doping-Analysen" durch das Moskauer Labor während der Olympischen Winterspiele vom 7. bis 23. Februar 2014 an der russischen Schwarzmeerküste sicherzustellen. Wegen der Nichteinhaltung der WADA-Standards war zuvor bereits das Labor in Rio de Janeiro suspendiert worden. Die Doping-Proben der Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Brasilien sollen in Lausanne untersucht werden.

Anabolika gehören nach wie vor zu den am meisten zur Leistungsmanipulation genutzten verbotenen Mitteln. Bisher konnte zum Beispiel Stanozolol nur einige Wochen nach der Einnahme noch nachgewiesen werden. Da anabole Wirkstoffe nicht speziell zur Wettkampfvorbereitung genutzt, sondern in den Trainingsphasen zur Verbesserung der Kraft und Schnellkraft angewendet werden, macht eine Vergrößerung der Nachweiszeit auf ein halbes Jahr den Anabolika-Missbrauch für Athleten zu einem größeren Vabanquespiel.

Nachtests

Zittern müssen nun auch noch Anabolika-Betrüger, die bisher unentdeckt geblieben sind. IOC-Chefmediziner Arne Ljungqvist forderte, eingefrorene Dopingproben von Olympischen Spielen erneut zu untersuchen. "Dieser Fall ist ein gutes Beispiel für die Notwendigkeit, Nachtests der olympischen Dopingproben durchzuführen. Hier würde ich sicher Nachtests durchführen. Dafür haben wir ja das Mandat", sagte er der ARD.

Aufgrund der bis Ende 2014 geltenden Verjährungsfrist von acht Jahren kämen für Nachkontrollen alle Dopingproben der Olympischen Spiele seit 2006 in Betracht. "Wir können die Nachtests nur empfehlen und nicht anordnen", sagte WADA-Generaldirektor David Howman. "Ich denke, dass unserer Empfehlung angesichts solcher sensibler Fakten auch gefolgt wird."

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