Nach Skandal-Derby: Krammer will hart durchgreifen

Michael Krammer verliert langsam die Geduld mit den unverbesserlichen 'Fans'. © Bild: APA/HANS PUNZ

Michael Krammer sprach in einer Pressekonferenz über die Vorfälle beim 325. Wiener Derby.

Rapid-Präsident Michael Krammer hat bereits am Sonntag mit dem KURIER über die Vorfälle beim 325. Wiener Derby gesprochen. In einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz im Allianz Stadion nahm er am Montag erneut dazu Stellung.

"Wir verurteilen diese Vorkommnisse aufs Allerschärfste", betonte Krammer und wurde noch deutlicher: "Eine rote Linie wurde überschritten. Im August vergangenen Jahres haben wir angekündigt, ernst zu machen, wenn es noch einmal zu derartigen Vorfällen kommt. Jetzt ist es beim Derby wieder passiert und wir machen unsere Ankündigung wahr".

Rapid wolle ausforschen und individuell sanktionieren, sagte der 57-Jährige und kündigte Strafen im Ausmaß von mindestens zwei Jahren Stadionverbot an. Elf entsprechende Personen sind dank Video-Aufzeichnungen bereits erkannt worden, jetzt läuft die Identifizierung.

Nicht nur diejenigen, die Gegenstände aufs Spielfeld geworfen hatten, sondern auch die beiden "Flitzer", werden mit solch langen Stadionsperren rechnen müssen. "Die Identität der Flitzer ist bereits bekannt. Sie werden auch mit einem zweijährigen Stadionverbot bestraft", kündigte der Klubpräsident an.

Zweifel an Fan-Arbeit

Zweifel an der eigenen Fan-Arbeit äußerte er auch. "Parallel zu den laufenden Ermittlungen werden wir uns auch hinterfragen, ob bei der Fan-Arbeit alles richtig gemacht wurde", sagte Krammer und erwähnte einige Fan-Projekte, die erfolgreich über die Bühne gegangen sind. Krammer kündigte außerdem ein Fan-Projekt mit internationaler Beteiligung an. Erwähnt wurde dabei eine Kooperation mit dem deutschen Traditionsklub FC Schalke 04.

Abschließend bat er, Rapid-Fans nicht pauschal zu verurteilen. "Wir arbeiten konsequent daran, den Imageschaden zu gut wie möglich im Rahmen des Erträglichen zu halten".

Empörter Wohlfahrt

Die Austria hatte sich davor in Person von Franz Wohlfahrt zu Wort gemeldet. "Ich erwarte mir, dass die Gremien der Bundesliga angemessen reagieren", wurde der Sportdirektor in einer Aussendung zitiert. "Die Schwelle der Gewaltbereitschaft ist bei einigen sogenannten Fans offenbar extrem niedrig", sagte der 53-Jährige und setzte fort: "Unser Sport wird mit Füßen getreten. Und es ist nicht das erste Mal, dass es bei einem Spiel von uns bei Rapid massive Probleme gegeben hat. So etwas ist absolut inakzeptabel".

Ähnlich sieht es auch die Bundesliga. Aktuell werden weitere detaillierte Berichte eingeholt und evaluiert, anschließend wird sich der zuständige Senat 1 voraussichtlich kommenden Montag mit den Vorfällen beschäftigen, heißt es in einer Presseaussendung. Der Strafrahmen umfasst unter anderem eine Geldstrafe von bis zu 150.000 Euro, eine Platzsperre und/oder Spielaustragungen unter (Teil-)Ausschluss der Öffentlichkeit.

( kurier.at , mod ) Erstellt am 05.02.2018