Sport | Bundesliga
05.02.2018

Austria: Wohlfahrt empört über Derby-Randale

"Unser Sport wird mit Füßen getreten", sagt der Sportdirektor.

Nach den Randalen im 325. Wiener Derby im Allianz Stadion hat sich die Austria am Montag noch einmal zu Wort gemeldet. "Ich erwarte mir, dass die Gremien der Bundesliga angemessen reagieren", wurde Sportdirektor Franz Wohlfahrt in einer Aussendung zitiert.

Weiters meinte der Ex-Teamgoalie: "Wir sind auch für die Sicherheit unserer Spieler verantwortlich. Solche Vorfälle können wir demnach nicht dulden, denn es ist unsere Aufgabe als Verantwortliche des Klubs, dass unsere Spieler ihren Beruf sicher ausüben können. Wir haben uns die TV-Bilder danach nochmals angesehen, einen Abbruch hätte wohl jeder vernünftige Mensch verstanden."

Wohlfahrt war der Ärger über das Fehlverhalten von Rapid-Anhängern deutlich anzumerken. "Die Schwelle der Gewaltbereitschaft ist bei einigen sogenannten Fans offenbar extrem niedrig", sagte der Sportdirektor und setzte fort: "Unser Sport wird mit Füßen getreten. Und es ist nicht das erste Mal, dass es bei einem Spiel von uns bei Rapid massive Probleme gegeben hat. So etwas ist absolut inakzeptabel".

Geldstrafe von bis zu 150.000 Euro oder Platzsperre droht

Auch die Bundesliga meldete sich am Montag zu Wort. Aktuell werden weitere detaillierte Berichte eingeholt und evaluiert, anschließend wird sich der zuständige Senat 1 voraussichtlich kommenden Montag mit den Vorfällen beschäftigen, heißt es in einer Presseaussendung. Der Strafrahmen umfasst unter anderem eine Geldstrafe von bis zu 150.000 Euro, eine Platzsperre und/oder Spielaustragungen unter (Teil-)Ausschluss der Öffentlichkeit.

Bundesliga-Statement im Wortlaut:

"Die gestrigen Vorkommnisse im Allianz-Stadion sind leider nicht als Einzelfall abzutun. Wenn in dieser Form Einfluss auf das Spiel genommen wird und Spieler Angst um ihre Gesundheit haben müssen, ist es allerhöchste Zeit, dass man zur Besinnung kommt. Die Spieler sind Menschen, die ihrem Beruf nachgehen und keine Zielscheiben für gewaltbereite Unruhestifter, die eine Verletzung der Spieler bewusst in Kauf nehmen. Ein besonderes Lob gilt in diesem Zusammenhang Austria-Kapitän Raphael Holzhauser, der sich als absolut fairer Sportsmann erwiesen hat, und Schiedsrichter Rene Eisner, der den Drei-Stufen-Plan der UEFA souverän umgesetzt hat.

Es ist auch absolut inakzeptabel und gefährlich, dass zwei Flitzer während des Spiels auf das Spielfeld gelangen, sich dort komplett ungehindert bewegen, eine Unterbrechung notwendig machen und das Spielfeld auch ohne Eingreifen oder Begleitung des Ordnerdienstes wieder verlassen konnten.

Es ist höchste Zeit für klare Worte und Taten aller Beteiligten. Hier müssen mehrere Akteure ihren Teil dazu beitragen, dass Vorfälle wie gestern nicht mehr passieren: allen voran der Klub, aber auch wir als Verband und die Fans selbst. Hier gilt es nicht in einem, sondern in mehreren Bereichen anzusetzen. Einerseits wird der Senat 1 Konsequenzen ziehen. Unabhängig von deren Art und Höhe werden wir andererseits auch bei einem gemeinsamen Termin mit dem SK Rapid über die klubinternen Konsequenzen und Lösungsansätze des Klubs sprechen."