Kein Sieger im 320. Wiener Derby

Kayode (li.) gewann gegen Dibon kein Land. © Bild: APA/HANS PUNZ

Rapid führte und kämpfte in Unterzahl, die Austria glich aber in der 94. Minute aus.

Es war eine sehr späte Veilchen-Blüte auf dem Prater-Grün. Als Rapid schon wie der Sieger des 320. Derbys aussah, schlug die Austria in der Nachspielzeit zu, Rotpuller verhinderte mit seinem Treffer zum 1:1 einen Fehlstart der Violetten ins Frühjahr.

Rapid startete schwungvoller und aggressiver ins Derby, die Austria wirkte zunächst zaghaft, vielleicht sogar ein wenig überrascht. Rapid fand durch Schaub früh die erste Chance vor (5.), nach einer Unsicherheit von Goalie Hadzikic die zweite durch einen Schuss von Dibon übers Tor (17.).

Taktik und Eigensinn

Rapid-Stürmer Kvilitaia nahm anfangs Austria-Spielmacher Holzhauser an die Leine und aus dem Spiel. Die Veilchen lauerten auf ihre Möglichkeiten über die Flanken mit den flotten Pires und Venuto, sowie auf Standard-Situationen, wo sie stets Gefahr auszustrahlen verstehen. Nach einem Holzhauser-Freistoß scheiterte Filipovic per Kopf knapp (19.). Holzhauser hatte auch bei der größten Chance seinen linken Fuß im Spiel, als er Kayode auf die Reise schickte. Doch der Stürmer entschied sich nach einem Sprint gegen Sonnleitner für seinen Eigensinn und gegen den völlig frei stehenden Venuto, wurde letztlich von Dibon gestoppt. Mehr Egoismus geht nicht (27.).

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Bundesliga-Ergebnisse der 21. Runde:

Salzburg - St. Pölten 2:0
Mattersburg - Sturm 1:0
WAC - Ried 1:1

Admira - Altach 1:1

Tabelle
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Knapp vor der Pause vergab Kayode aus kurzer Distanz nach Larsen-Zuspiel über die Flanke, als der Stürmer an der neuen Nr. 1 Knoflach scheiterte. Rapid wurde durch Sonnleitner noch einmal gefährlich, ehe beide Teams nach bestenfalls durchschnittlicher Leistung sich eine Pause für 15 Minuten gönnen durften.

Knallköpfe und Knaller

Auch kein Highlight: Die vielen ebenso unnötigen wie gefährlichen Böller aus dem Rapid-Sektor. Für den ersten Knaller nach dem Wechsel sorgten die Grünen auf dem Feld. Eine perfekte Flanke des starken Kuen verwertete Kvilitaia per Kopf zum 1:0 (55.), die schlecht postierten Verteidiger Rotpuller und Filipovic schlüpften dabei in die Zuschauerrolle.

Für Rapid-Trainer Damir Canadi gab es bei der Derby-Premiere ein Remis.
12.02.2017 Wien , Ernst Happel Stadion , Austria - Rapid Damir Canadi. Copyright DIENER / PhilippSchalber © Bild: Agentur DIENER/DIENER / Philipp Schalber
Die Austria musste reagieren, agierte dabei aber noch zu statisch und ohne Überraschungsmoment. Glück hatte sie, als Rotpuller mit einem beherzten Rutscher den Schuss von Joelinton blockte und das 0:2 verhinderte (65.). Joelinton stand eine Minute später wieder im Mittelpunkt, als er die Gelb-Rote Karte sah.

Rapid zog sich in Unterzahl extrem zurück, überließ der Austria das Feld. Deren Sturmlauf wurde in allerletzter Minute belohnt: Grünwald bediente Rotpuller, der glich aus (94.). Die Austria bleibt damit voll im Rennen um die Europacup-Plätze, Rapid hilft der Punkt in der Tabelle wenig weiter.

Austria - Rapid 1:1 (0:0)

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 15.577, SR M. Schüttengruber
Tore:
0:1 (55.) Kvilitaia
1:1 (94.) Rotpuller

Austria: Hadzikic - Larsen, Rotpuller, Filipovic, Martschinko - Serbest, Holzhauser (76. Prokop) - Venuto (68. Tajouri), A. Grünwald, Pires - Kayode (82. Friesenbichler)

Rapid: Knoflach - Auer (91. Schößwendter), Sonnleitner, Dibon - Pavelic, Grahovac, Schwab, Joelinton, Kuen - Schaub (63. Murg), Kvilitaia (70. Okungbowa)

Gelb-Rote Karte: Joelinton (66./wiederholtes Foulspiel)

Bilanzen nach dem 320. Wiener Derby:

Gesamt: 320 Spiele - 132 Rapid-Siege, 72 Remis, 116 Austria-Siege (Torverhältnis 600:511)

Meisterschaft: 288 Spiele - 121 Rapid-Siege, 69 Remis, 98 Austria-Siege (534:435)

Bundesliga (seit 1974): 165 Spiele - 52 Rapid-Siege, 53 Remis, 60 Austria-Siege (217:220)

( kurier.at ) Erstellt am 12.02.2017