Siegloser Bundesliga-Auftakt: Admira - Altach 1:1

Der akrobatische Höhepunkt: Monschein glich mit einem Fallrückzieher aus. © Bild: Agentur DIENER/DIENER / Philipp Schalber

Mit neuen Trainern ohne Liga-Erfahrung eröffneten Admira und Altach die Frühjahrssaison.

Es war ein Bild mit Seltenheitswert zum Frühjahrsauftakt im österreichischen Fußball. Null Bundesliga-Erfahrung stand beim Spiel zwischen Admira und Altach in der Coaching-Zone.

Was nicht schlimm ist. Erstens ist die heimische Bundesliga kein Sehnsuchtsort für Fachmänner, und zweitens lesen sich die Lebensläufe der beiden Cheftrainer auch ohne Referenz zum rot-weiß-roten Oberhaus durchaus vielversprechend.

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Bundesliga-Ergebnisse:

Salzburg - St. Pölten 2:0
Mattersburg - Sturm 1:0
WAC - Ried 1:0

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Damir Buric
11.02.2017 St. Poelten , Fussball , Suedstadt Admira - Altach Damir Buric. Copyright DIENER / PhilippSchalber © Bild: Agentur DIENER/DIENER / Philipp Schalber
Der Kroate Damir Buric, der bei der Admira im Winter den beurlaubten Oliver Lederer ersetzte, lernte und lehrte lange Jahre in Deutschland (als Assistent) und bei Hajduk Split; Martin Scherb, der in Altach das schwere Erbe von Damir Canadi antrat, organisierte einst den ersten Aufschwung des SKN St. Pölten in der zweiten Liga.

Viel Brisanz

Dementsprechend viel Brisanz lag am Samstag in der rauen Südstädter Luft. Ein Umstand, der freilich nicht am Zuschauerinteresse abzulesen war – nur 2000 Besucher verzeichnete das Gastspiel des Winterkönigs aus dem Ländle bei den jungen Niederösterreichern.

Verpasst haben die Ferngebliebenen lange Zeit nichts. Die erste halbe Stunde war geprägt von Statik und technischen Unzulänglichkeiten. Auf ihre Kosten kamen nur ausgewiesene Taktik-Liebhaber, die nicht genug davon bekommen können, wenn Defensivreihen verschieben oder offene Räume zugestellt werden.

Martin Scherb
ABD0117_20170211 - MARIA ENZERSDORF - ÖSTERREICH: (v.l.), Trainer Damir Buric (Admira), Trainer Martin Scherb (Altach) im Spiel … © Bild: APA/HANS PUNZ
Zu großen Revolutionen sahen sich die neuen Trainer nicht veranlasst: Die Altacher wie so oft mit Dreier- bzw. Fünferkette und forcierten ihre Außenbahnen, von wo auch deren Führung eingeleitet wurde: Nach einer Flanke riss im Strafraum Pavic den Altacher Zivotic zu Boden – den fälligen Elfmeter (39.) verwertete Ngamaleu. Er soll im Angriff jenes Loch füllen, das der von Red Bull zurückgeholte Oberlin hinterlassen hat. Und der auffällige Kameruner gab sich Mühe.

Die Altacher Führung währte jedoch nur drei Minuten. Admiras Monschein verwertete einen Querschläger sehenswert mit einem Fallrückzieher zum 1:1 (42.).

In der zweiten Halbzeit überließen die Gastgeber über weite Strecken den Altachern den Ball und offenbarten damit die größte Schwäche des Winterkönigs: die Spielgestaltung. Die beste Chance brachte ein Konter der Admira: Starkl vergab den Matchball (81.).

Admira - Altach 1:1 (1:1)

Maria Enzersdorf, BSFZ-Arena, 2.007, SR Lechner

Tore:
0:1 (40.) Ngamaleu (Foul-Elfmeter)
1:1 (42.) Monschein

Admira: Leitner - Posch, Wostry, Strauss, Pavic - Lackner, Toth - Knasmüllner (65. Sax), Ebner, Spiridonovic (79. Starkl) - Monschein

Altach: Lukse - Zech, Netzer, Galvao - Jäger - Sakic, Luxbacher (79. Dovedan), Salomon, Schreiner - Harrer (28. Zivotic), Ngamaleu (90. Aigner)

Gelbe Karten: Pavic, Lackner bzw. Jäger, Ngamaleu

Buric: "Lukse hat gezeigt, warum er Nationaltorhüter ist"

Damir Buric (Trainer Admira): "Wir haben gegen einen sehr starken Gegner gespielt, waren aber taktisch gut organisiert. Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden, auch mit dem Punkt. In der Anfangsphase war es nur ein Abtasten, wichtig war der schnelle Ausgleich. Lukse hat gezeigt, warum er Nationaltorhüter ist, wir mussten es bei unserem Tor dreimal versuchen, ehe der Ball drin war."

Christoph Monschein (Torschütze Admira): "Wir sind langsam ins Spiel gekommen. Wir sind aber vor allem in zweiter Halbzeit kompakt gestanden. Es ist ein gerechtes Unentschieden, wir können zufrieden sein."

Martin Scherb (Trainer Altach): "Nach einem Abtasten haben wir das Spiel in den Griff bekommen. Wir hätten nach dem 1:0 die Führung in die Pause bringen müssen, da waren wir nicht konzentriert. In der zweiten Spielhälfte war dann alles möglich. Das Remis geht aber in Ordnung, ich bin zufrieden mit der Leistung der Mannschaft."

( kurier.at ) Erstellt am 11.02.2017