Chantal Zitzenbacher.

© Fabian Farthofer

Romy
04/02/2019

Chantal Zitzenbacher: Filme als "extremstes Glück"

Am 11. April vergibt die ROMY Akademie ihre Preise. Die 23-jährige Schauspielerin ist - neben Sophie Stockinger und Lili Epply - für den Nachwuchspreis nominiert.

Wie provoziert der Teenager von heute die Eltern am effektivsten? Eva Spreitzhofers Culture-Clash-Komödie „Womit haben wir das verdient?“ zeigt eine mögliche Variante: Die 16-jährige Nina tritt zum Islam über, setzt sich ein Kopftuch auf und nennt sich Fatima. Verkörpert wird die rebellische Jugendliche von Chantal Zitzenbacher, die für ihre überzeugende Darstellung für eine ROMY nominiert wurde.

„Als ich von der Nominierung erfahren habe, war ich gerade ziemlich verzweifelt wegen der Uni“, erzählt Zitzenbacher, die in Wien Politikwissenschaft studiert. „Die Euphorie über die gute Nachricht habe ich dann sofort genutzt und meine Seminararbeit fertiggeschrieben.“

Zwar könne sich die 23-Jährige auch eine Karriere in der Politik vorstellen, aber: „Schauspielen ist meine Leidenschaft. Es ist toll, dass man sich mit so vielen verschiedenen Themenbereichen auseinandersetzen kann.“

Karrierestart als Baum

Begonnen hat Zitzenbachers Schauspiellaufbahn mit einer eher unspektakulären Rolle im Schultheater – und zwar als Baum, wie sie lachend erzählt. Mittlerweile hat die gebürtige Grazerin in drei Kinofilmen mitgewirkt, was sie als „extremstes Glück“ empfindet.

Nach ihrer Matura war Zitzenbacher im Coming-of-Age-Film „Siebzehn“ zu sehen, 2017 drehte sie den Thriller „Die letzte Party deines Lebens“. Da mimte sie die schüchterne Carmen, die im Film jedoch eine starke Entwicklung durchmacht. Gedreht wurde in Kroatien – wo tatsächlich gerade bestandene Reifeprüfungen gefeiert wurden.

Dort musste Zitzenbacher als Carmen tanzend blankziehen. „Sie wird danach von den Leuten bejubelt und schöpft daraus Selbstbewusstsein. Mich hat die Szene viel Überwindung gekostet und ich selbst hätte das nie gemacht, aber es stand halt so im Drehbuch.“ 

"Schön zu sehen, wie man andere motivieren kann"

Dafür habe sie wie ihre Filmrolle Zuspruch geerntet: „Danach sind viele Mädchen zu mir gekommen und haben mich bestärkt und gesagt, dass sie es inspirierend fanden, dass ich so mutig war. Es war schön zu sehen, wie man andere mit nur einer Szene motivieren kann.“

Anders sei da schon die Rolle der Nina bzw. Fatima in „Womit haben wir das verdient?“ gewesen: „Sie ist von Anfang an sehr selbstbewusst und weiß, was sie tut – oder glaubt es zumindest“, meint Zitzenbacher.

„Als ich zum Casting gekommen bin, hat die Regisseurin zuerst ein bisschen schief geschaut. Eigentlich wurde nach blond und blauäugig gecastet, weil Caroline Peters und Simon Schwarz die Eltern gespielt haben. Aber ich habe das Casting trotzdem zerlegt“, sagt sie lachend.

Am 11. April vergibt die ROMY Akademie ihre Preise. Neben Chantal Zitzenbacher sind auch die beiden Schauspielerinnen Sophie Stockinger und Lili Epply für den Nachwuchspreis nominiert.