© apa / roland schlager

Politik Inland
07/10/2021

Zwei Millionen Österreicher von Straßenlärm betroffen

Geltende Grenzwerte liegen über den Empfehlungen der WHO und sollten angepasst werden, sagt Umweltmediziner Hutter

Millionen von Österreichern leiden unter einer konstanten Lärmbelastung. Wie die letztverfügbare Erhebung zeigt, leiden 2,2 Millionen Menschen an Straßenlärm, der Großteil davon aufgrund stark befahrener Straßen in Ballungsräumen. Gelitten wird aber auch unter Schienenverkehrslärm, als auch unter Flugzeuglärm bzw. Industrielärm.

Das zeigt eine aktuelle Anfragebeantwortung der Neos (siehe Link)  aus dem Umweltministerium. Und das, fügt Neos-Umweltsprecher Michael Bernhard an, obwohl die Grenzwerte in Österreich höher angesetzt sind, als von der WHO mittlerweile empfohlen, es darf also in Österreich lauter sein.

Dass Dauerlärm schädlich ist, bestätigt auch Umweltmediziner Hans Peter Hutter: „Laut WHO (Weltgesundheitsbehörde) ist Verkehrslärm eine der wichtigsten Gefahren für Gesundheit und Wohlbefinden. Die Auswirkungen sind vielschichtig, beginnend bei Hörproblemen, über Stresshormone, die zu Bluthochdruck und mehr führen können, bis hin zur Schädigung der mentalen Gesundheit wie Gereiztheit, Aggression, Frustration. Jedenfalls sind die bisherigen Lärmschwellen zu hoch, wir empfehlen eine Anpassung an die niedrigeren Werte.“ (siehe Link zum WHO-Vorschlag)

Das sieht auch Neos-Politiker Bernhard so. „Diese Lärmbelastung verursacht ja nicht nur massive gesundheitliche Schäden, sondern damit auch hohe Kosten für Gesellschaft und Wirtschaft.“ Tatsächlich heißt es in der Anfragebeantwortung Gewesslers, dass die höheren Werte nicht rechtfertigbar seien, eine Anpassung nun geprüft werde. „Die Regierung hat sich zwar eine ,Lärmschutzoffensive‘ vorgenommen, Konkretes ist aber noch nicht passiert“, sagt Bernhard.

Die Ministerin verweise lediglich darauf, dass es bereits möglich sei, aus Lärmgründen das Tempo streckenweise zu reduzieren und man bei der Bahn leisere Waggons einsetzen wolle. Er wolle nun einerseits eine Folgeanfrage stellen, und er fordert einen runden Tisch noch diesen Juli, der sich intensiv mit der Lösung der Lärmbelastung befassen soll.

Ein besonders Problem stellt der Lärm lauter Motorräder dar. Diese halten zwar die vorgegeben Lärmobergrenzen aus dem normierten EU-Testzyklus ein, doch Studien zum subjektiven Lärmempfinden zeigen, wie problematisch die Maschinen im schlimmsten Fall tatsächlich sind.

In Tirol wurde bereits eine deutliche Verbesserung der Situation erwirkt – konkret bei den dort beliebten Motorradstrecken (siehe Link Land Tirol). Dort hatten Bürgerbewegungen wie das Transitforum oder der Verein “Xund’s Lechtl“ erzwungen, dass das Land eine eigene Studie beauftragt. (Link zur Motorradstudie)

Endergebnis ist ein heute gültiges Fahrverbot für besonders laute Motorräder in den Bezirken Reutte und Imst vom 15. April bis 31. Oktober eines jeden Jahres – und eine spürbare Minderung des Lärms.

Siehe auch die Übersichtsseite für alle Informationen zum Thema Lärm auf https://www.laerminfo.at/

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