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Chronik Burgenland
03/17/2019

Verkehrslärm: Land und Asfinag haben offenes Ohr für Bürger

Die burgenländischen Gemeinden Großhöflein und Müllendorf können auf konkrete Maßnahmen für Lärmschutz hoffen.

von Thomas Orovits

Wenn Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) und SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil heute den Startschuss für den „Sicherheitsausbau“ der S 31 verkünden (siehe unten), sind auch Thomas Glock und seine Mitstreiter von der Bürgerinitiative (BI) Großhöflein und Müllendorf gespannt. Seit rund vier Jahren pochen die Anrainer der Südostautobahn A3 auf wirksamen Lärmschutz, seit Ende 2017 sind Hofer und Doskozil ihre politischen Adressaten.

Grundsätzlich sei man bei beiden auf Verständnis gestoßen, aber auf Taten wartet die BI noch immer. „Doskozil hat versprochen, sich noch im März bei uns zu melden“, vertraut Glock noch auf die Zusage eines „Gesamtkonzepts“. Er ist nach den jüngsten Gesprächen überzeugt, dass es den „erforderlichen Lärmschutz für die betroffenen Gemeinden geben“ werde und das Land einen „wirkungsvollen und nachhaltigen Lärmschutz mitfinanzieren wird“. Doskozil bestätigt das: „Wir arbeiten derzeit an einer konkreten Maßnahme für effektiven Lärmschutz.“

Tunnel oder Wand

Freilich: Was wirkungsvoll ist, ist seit Jahren strittig: Die BI, die den bekannten Umweltanwalt Wolfgang List beigezogen hat, verlangt die Einhausung des 3,2 Kilometer langen Straßenstücks. Die Kosten für die Sparvariante einer Richtung Föllig offenen Einhausung werden auf 12 Millionen Euro geschätzt.

List beruft sich auf schalltechnische Messungen eines Gutachters, wonach dort die Lärmbelastung tagsüber bis zu 64,4 Dezibel, nachts bis 56,1 Dezibel erreiche – weit über dem von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten nächtlichen Grenzwert von 30 Dezibel. Die Asfinag hat bisher nur eine 1.000 Meter lange und vier Meter hohe Lärmschutzwand um 800.000 Euro angeboten. Dass mit Jahresbeginn die maximale Höhe für Lärmschutzwände per Dienstanweisung von 4 auf 5,5 Meter angehoben wurde, reicht der BI nicht. Aufgrund der Hanglage des Wohngebiets entlang der A3 würden dadurch nur unmittelbar angrenzende Anrainer teilweise geschützt. Laut Asfinag wird auf Grundlage der neuen Dienstanweisung das Lärmschutz-Projekt in den nächsten Monaten überarbeitet und dann der Gemeinde vorgestellt.

Sanierung der S31 kostet 144 Millionen Euro

Am Montag startet die Asfinag mit dem Sicherheitsausbau der Burgenland-Schnellstraße S31. In den kommenden sechseinhalb Jahren werden die Fahrbahn zwischen dem Knoten Mattersburg und der Anschlussstelle Weppersdorf/St. Martin verbreitert, neue Pannenbuchten errichtet und die Richtungsfahrbahnen mit einer Betonleitwand getrennt.

Sieggrabener SattelInklusive des Neubaus der Talübergänge über den Sieggrabener Sattel betragen die Kosten des Ausbaus 144 Millionen Euro (106 Millionen Euro für das Teilstück Mattersburg bis Weppersdorf und 38 Millionen Euro für die Talübergänge). Voraussichtliches Ende der Arbeiten am 22,4 Kilometer langen Teilstück der Burgenland-Schnellstraße ist der  Dezember 2025, also nach der übernächsten Landtagswahl.

Als Vorleistung für diese mehrjährige Sanierung hatte die Asfinag im vergangenen Frühjahr und Sommer bereits den  Knoten Mattersburg auf der S31 erneuert. Während der Arbeiten mussten die einzelnen Auf- und Abfahrten abwechselnd gesperrt werden. In die Sanierung des Knotens Mattersburg investierte die Autobahngesellschaft Asfinag knapp fünf Millionen Euro.