Das sind die Köpfe und Kanäle der Corona-Rebellion

Rechtsextreme Transparente auf einer Demo gegen die Corona-Maßnahmen in Wien
Falschinformationen, Aufrufe zu Demos und Streik – und zuletzt Drohungen gegen die Regierung: In "alternativen Medien" wird Stimmung gemacht, auf Telegram vernetzen sich die Querdenker.

Ein Drohschreiben erreichte am Freitag Bundeskanzler Alexander Schallenberg: Für den Fall, dass er nicht bis Ende November alle Corona-Maßnahmen zurücknimmt, wird ihm und seiner Familie Gewalt angedroht. Genannt werden auch andere Regierungsmitglieder und SPÖ-Politiker. In einschlägigen Online-Medien und Social-Media-Kanälen kursiert zudem ein Aufruf für einen "Warnstreik" am 1. Dezember.

Der KURIER hat sich auf Spurensuche begeben: Wer betreibt hier Stimmungsmache – und wo?

Vorweg: Die eine zentrale Figur gibt es nicht, und die Aktivisten bilden auch keine einheitliche Gruppe. Viele kommen aus der rechtsextremen Szene oder scheuen zumindest nicht deren Nähe. Die wohl bekanntesten Aktivisten sind Martin Rutter und seine ehemalige Verbündete Jennifer Klauninger. Auf Corona-Demos taucht auch Gottfried Küssel, Neonazi und Schlüsselfigur der "Alten Rechten", auf. Und als Einpeitscher tritt Alexander Ehrlich in Erscheinung.

Ihm und seinem Aufruf für den "Warnstreik" ist auf Report24 ein Beitrag gewidmet. Gegründet im März, verzeichnete das Online-Medium laut eigenen Angaben im Juni bereits 2,8 Millionen Seitenaufrufe. Die Berichte drehen sich fast ausschließlich um Corona: Vor der Impfung wird gewarnt, für das Entwurmungsmittel Ivermectin geworben (während Ärzte und Hersteller in seriösen Medien davor warnen). Die Redakteure unter der Verantwortung eines gewissen Thomas Müller schreiben unter Pseudonymen.

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