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Politik Inland
04/30/2021

Sigi Maurer reagiert auf Mordverdacht gegen "Bierwirt"

Die Klubchefin der Grünen zeigt sich "schockiert". Sie spricht von einer "gesellschaftlichen und politischen Verantwortung die gefährlichen Männlichkeitsbilder" zu brechen.

Am Donnerstagabend soll in Wien im 20. Bezirk ein 42-Jähriger Mann seine Ex-Freundin erschossen haben. Die 35-Jährige hatte Schussverletzungen erlitten und wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, wo sie aber kurze Zeit später ihren Verletzungen erlag. Die Frau soll Mutter eines Mädchens und eines kleinen Buben sein. 

Beim Tatverdächtigen soll es sich um jenen Mann handeln, der der Grünen Klubchefin Sigi Maurer obszöne Nachrichten geschickt haben soll. In den Medien wurde er infolge eines bizarren Gerichtsprozesses gegen die Politikerin als "Bierwirt" bekannt.

"Schockiert mich persönlich"

Die Klubchefin der Grünen reagierte am frühen Freitagnachmittag auf Twitter. "Gestern wurde die neunte Frau in diesem Jahr von ihrem Ex-Partner ermordet", schrieb Maurer. "Jede getötete Frau ist eine zu viel. Jede verletzte Frau ist eine zu viel."

Dass es sich offenbar um den Bierwirt handle, "schockiert mich persönlich, ist in der Sache aber unerheblich", so Maurer, die sich nicht weiter zu ihrem persönlichen Empfinden oder den zurückliegenden Gerichtsverhandlung äußerte.

Maurers zentrale Botschaft: Die Mechanismen hinter dieser Gewalt gegen Frauen seien klar: "Frauenverachtung, Unfähigkeit Konflikte gewaltfrei zu lösen, die Wahrnehmung, Männer wären Frauen übergeordnet. Wir haben die gesellschaftliche und politische Verantwortung die gefährlichen Männlichkeitsbilder zu brechen. Von Beginn an."

Maurer ist nicht einzige Politikerin, die sich zu Wort meldete. Dass es sich um den bereits neunten Frauenmord des noch jungen Jahres handelte, rief auch Leonore Gewessler und SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner auf den Plan.

Gewessler unterbrach PK, Rendi-Wagner fordert Gewaltschutzgipfel

Bereits am Vormittag hatte Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) wegen des Vorfalls eine Pressekonferenz zum Arbeitsmarkt unterbrochen. "Die Auswirkungen dieser Pandemie spüren und bemerken die Menschen ganz deutlich", begann sie mit fester Stimme.

Doch dann hielt sie kurz inne. "Bevor ich zu Tagesordnung übergehe, würde ich gerne drei Sätze sagen. Wir haben heute in der Nacht in der Brigittenau einen Frauenmord gehabt. Ich möchte an dieser Stelle mein tief empfundenes Beileid und Mitgefühl den Angehörigen des Opfers ausdrücken."

Gewessler räusperte sich kurz, als ob sie kurz ihre Stimme verlieren könnte. "Das ist die neunte Frau, die in diesem Jahr ermordet wurde. Da müssen wir etwas tun."

"Tief erschüttert" zeigte sich auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. "So kann es nicht weitergehen", schrieb sie auf Twitter. "Frauen und Kinder müssen besser geschützt werden! Gewaltschutzgipfel jetzt!"

Gewalt von Männern gegen Frauen gibt es in allen sozialen Schichten, Nationen, Familienverhältnissen und Berufsgruppen. Morde an Frauen werden auch als Femizide bezeichnet. Der Begriff soll ausdrücken, dass hinter diesen Morden oft keine individuellen, sondern auch gesamtgesellschaftliche Probleme wie etwa die Abwertung von Frauen und patriarchale Rollenbilder stehen.

Hilfe für Gewalt-Betroffene gibt es hier:

Frauenhelpline (Mo – So, 0 – 24 Uhr, kostenlos), 0800 / 222 555 Männernotruf: (Mo – So, 0 – 24 Uhr, kostenlos), 0800 / 246 247.

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