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Politik Inland
09/27/2019

Megaproteste: Die Welt streikt fürs Klima

In 3.186 Städten in 170 Ländern gehen heute Millionen Menschen auf die Straße. Was sie fordern, würde ihr Leben massiv verändern.

von Bernhard Gaul

In 3186 Städten in 170 Ländern findet heute der bisherige Höhepunkt der Friday-for-Future-Bewegung statt. „Wir, Millionen Menschen dieser Erde, streiken, um den Planeten und unsere Zukunft zu retten“, so das Motto der weltumspannenden Aktion.

Einsamer Protest

Greta Thunberg, eine heute 16-jährige schwedische Schülerin, hatte vor etwas über einem Jahr den Protest begonnen, jeden Freitag saß sie anfangs alleine mit ihrem Schild „Schulstreik für das Klima“ vor dem schwedischen Reichstag in Stockholm. Diesem Protest haben sich inzwischen Millionen von Schülern (und immer mehr Erwachsene) auf allen Kontinenten angeschlossen. Sogar vor der „Neumayer II“-Forschungsstation in der Antarktis finden sich jeden Freitag ein paar Forscher ein, die den Protest unterstützen.

Der erste Protest startete noch am Donnerstag unserer Zeit in Fidschi, der letzte in Kaneohe auf Hawaii. Dazwischen sind mehr als 6600 „Klimaevents“ angekündigt.

„Schüler sollen in die Schule gehen. Aber mit der zunehmenden Zerstörung unseres Klima beginnt der Schulbesuch immer weniger Sinn zu machen“, sagt Thunberg. „Warum studieren für eine Zukunft, die es vielleicht gar nicht mehr gibt?“

Vergangene Woche, zum Start der globalen Woche für das Klima, zählte die „Fridays“ mehr als vier Millionen Mitstreiter.

In Österreich sind Proteste und Veranstaltungen in elf Städten und Gemeinden geplant. Offizieller Start ist – nicht nur symbolisch – Fünf vor Zwölf Uhr mittags. Demonstriert wird in einem Sternenmarsch vom Westbahnhof, Hauptbahnhof und Praterstern, ab 15:30 Uhr findet die Schlusskundgebung am Heldenplatz statt, Redner wird unter anderen der Geophysiker Gottfried Kirchengast sein, der einzige Forscher im Nationalen Klimabeirat.

Unterrichtsprinzip

Dass sich die Schüler für den Klima- und Umweltschutz stark machen, ist Ergebnis einer Entwicklung aus den 1990er Jahren: Was früher unter dem Schlagwort „Umwelterziehung“ begann, hat nun als „Umweltbildung und Nachhaltige Entwicklung“ in den Lehrplänen längst Einzug gefunden. „Derzeit werden gerade alle Lehrpläne überarbeitet, dann wird das Thema noch stärker verankert sein“, erzählt Franz Rauch, Vorstand vom Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung in Klagenfurt. „Da hatten auch die ‘fridays for futures, einen Einfluss, die ja beim vorigen Bildungsminister Heinz Faßmann vorstellig wurden.“ In allen Fächern wird künftig der Umwelt- und Klimaschutz Thema.

Mehr noch, erzählt Rauch, gibt es mit „ÖKOLOG“ (hier der Link) inzwischen ein Netzwerk für eine „ökologisch, sozial sowie wirtschaftlich nachhaltige Gestaltung des Lebensraums Schule“, bei dem mehr als 600 Schulen mitmachen und zudem jedes Jahr auch Projekte durchführen – in Kooperation mit der Wissenschaft.

Fertig vor liegt da zum Beispiel das „Klimaspiel“ vom Schulzentrum der Kreuzschwestern in Linz, das QR-Internetlinks nutzt. Da wird etwa erörtert, ob Geschirrspülen oder Handabwasch ökologischer sind. Die HTL Bulme in Graz-Gösting, die eine Werkstätte und ein Trainings-Center mit einer selbst- konzipierten Solaranlage auf dem Dach plant, gibt eigene Erfahrungen und technisches Know-how in Workshops an andere Schulen weiter, um Strom und Energie zu sparen.

Projekt in Afrika

Eine Klasse der Ortweinschule (Design) in der HTL Ortweinschule Graz plant gemeinsam mit dem Umweltamt Graz „Pflanzentausch-Ecken“, die innerstädtisches Leben attraktiver machen sollen.

Und auf mehr Grün in der Stadt setzt das Lehr- und Forschungszentrum Gartenbau in Wien-Schönbrunn. Die Höhere Schule hat durch sparsamen Energieeinsatz bei Glashauspflanzen und ein Wiederaufforstungsprojekt Afrika schon länger Schlagzeilen gemacht. Im Rahmen des 3-Städte-Projekts werden nun gemeinsam mit Wiener Linien, Gewista und ÖNV Bushaltestellen mit CO2- und feinstaub-reduzierenden Pflanzen begrünt.

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