Zadić nach Abgang von Kurz: "Justiz kann jetzt ruhig arbeiten"

Justizministerin Alma Zadic
Die Justizministerin denkt, dass die Koalition bis 2024 hält. Fürs nächste Jahr stehen Verschärfungen des Korruptionsstrafrechts an, zudem soll psychische Gewalt künftig im Obsorge-Verfahren zählen. Nebenbei werden Großverfahren evaluiert.

Die grüne Justizministerin Alma Zadić über ein turbulentes Jahr für die Justiz, den Kanzlerwechsel und ihre Projekte für 2022.

KURIER: Eines Ihrer ersten KURIER-Interviews als Ministerin hatte den Titel: „Nach der Krise bleibt kein Eingriff übrig“. Heute, fast zwei Jahre später, sitzen wir hier mit FFP2-Maske beim Interview. Was sagt uns das?

Alma Zadić: Dass in dieser Pandemie leider nichts vorhersehbar ist. Damals hat niemand gedacht, dass das noch zwei Jahre dauern wird. Wir wissen auch nicht, wie diese neue Variante wirken wird. Wir wissen nur, dass das Impfen unsere beste Chance ist.

Die Menschen vertrauen der Politik nicht mehr. Die Werte im Demokratiemonitor sind auf einem Tiefpunkt. Wie konnte es so weit kommen?

Die Politik hat in den vergangenen Monaten massiven Schaden genommen. Das hat mit den Korruptionsvorwürfen zu tun, aber auch mit parteipolitischen Angriffen auf die Justiz und den Rechtsstaat, die auf Einzelinteressen basieren. Wir brauchen in der Politik ein Umdenken: Wir dienen in allererster Linie den Menschen in unserem Land und müssen mit allen Mitteln versuchen, dieses Vertrauen zurückzugewinnen.

Sebastian Kurz ist jetzt weg. Sind Sie erleichtert?

Es geht nicht um mich, sondern um das Land und um die Menschen hier. Mir ist wichtig, dass ich die Justiz schütze und Rahmenbedingungen schaffe, damit die Staatsanwaltschaften unabhängig und ohne politische Zurufe arbeiten können. Rückblickend betrachtet ist mir das zu einem großen Teil gelungen.

Kommentare