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Politik Inland

Infektiologe zu Massentests: "Wir testen nicht die richtigen Personen"

Florian Thalhammer fand kritische Worte zu Corona-Management und Kommunikation der Regierung.

von Raffaela Lindorfer

12/15/2020, 10:26 PM

Mehr als zwei Millionen Teilnehmer verzeichneten die Massentests in ganz ├ľsterreich, 4.200 Infizierte wurden dabei "herausgefischt". 

Hat sich der Aufwand ausgezahlt? Nein, sagt Florian Thalhammer, Vizepr├Ąsident der ├ľsterreichischen Gesellschaft f├╝r Infektionskrankheiten im ORF-Report am Dienstagabend. Er gibt zu bedenken, dass zahlreiche Antigen-Schnelltests falsch positiv waren und mittels PCR-Test nachgepr├╝ft werden mussten.

"Antigen-Tests haben ihre Berechtigung, aber nicht bei asymptomatischen Personen. Wir testen nicht die richtigen Personen", erkl├Ąrt der Mediziner. F├╝r die breite Masse sei der Aufwand daf├╝r, was bei der Aktion herausgekommen ist, zu gro├č gewesen. 

In der Slowakei, Vorbild f├╝r die ├Âsterreichische Aktion, haben wesentlich mehr Menschen teilgenommen - was aber daran lag, dass jene, die sich nicht testen lie├čen, automatisch in Quarant├Ąne mussten. Aber auch in der Slowakei, wo man wesentlich sch├Ąrfer vorgegangen ist, konnte man das Virus nicht lange eind├Ąmmen. Die Zahlen steigen auch dort wieder. 

"Die Tests sind immer eine Momentaufnahme. Wenn, dann m├╝sste man sie zwei bis drei Mal w├Âchentlich machen", sagt Thalhammer. 

In ├ľsterreich brachte der zweite harte Lockdown auch nicht das erw├╝nschte Ergebnis - die Zahlen gingen bei weitem nicht so stark zur├╝ck wie beim ersten Lockdown. Es sei davon auszugehen, dass die Menschen jetzt, wo die Ma├čnahmen gelockert wurden, wieder "die Sau rauslassen", sagt Thalhammer.

Um einen dritten Lockdown zu vermeiden, m├╝sse die Regierung nun "an dem ein oder anderen Schr├Ąubchen drehen" - zum Beispiel, indem sie daf├╝r sorgt, dass Masken tats├Ąchlich getragen werden, wo es vorgeschrieben ist. 

"Das k├Ânnen Politiker nicht"

Politologe Peter Filzmaier, ebenfalls im Studio als Interviewgast zugeschaltet, sagte: "Wir m├╝ssen schon selbstkritisch sein, das mit der Eigenverantwortung war kein Publikumserfolg." Er nimmt aber auch die Regierung in die Pflicht: Sie habe Muster befolgt, die sich in Wahlk├Ąmpfen bew├Ąhrt h├Ątten, zur Krisenkommunikation aber nicht taugen w├╝rden. "Politiker sind verdammt gut darin, eigene Zielgruppen anzusprechen. Jetzt geht es aber darum, jene zu ├╝berzeugen, die ihnen mit Misstrauen begegnen. Das k├Ânnen Politiker nicht."

Daran solle die Regierung denken, wenn es zur ersten Impf-Aktion kommt und man ├╝ber eine Impfpflicht nachdenkt. "Ich glaube, die Bev├Âlkerung muss Vertrauen in den Impfstoff gewinnen - das wird die einzige L├Âsung sein", so Infektiologe Thalhammer.

"M├╝ssen Vertrauen schaffen"

"Ich werde mich sicher impfen lassen, weil ich von den Impfstoffen ├╝berzeugt bin. Aber die Bev├Âlkerung werden wir nicht ├╝berzeugen, wenn wir dieselbe Diskussion f├╝hren wie um die Maskenpflicht", betont er. Rund um die Einf├╝hrung gab es widerspr├╝chliche Aussagen, ob die Maske nun n├╝tzt oder nicht. Jetzt stehe aber laut Studien fest, dass sie n├╝tzt. 

Kurzum: Politiker und Fachleute m├╝ssten "Vertrauen schaffen, damit die Leute uns glauben, was wir sagen".

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