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Leitartikel
12/15/2020

Riesenchaos bei Weihnachtsregeln: Geht's noch?

Und wieder hat sich das Gesundheitsministerium ver-ordnet. Was sich da abspielt, ist mittlerweile peinlich und gefährlich.

von Gert Korentschnig

Versuchen wir einmal zu entknoten, was kaum noch ohne die Künste fluchender Seeleute zu entknoten ist.

Also:

Ab Donnerstag muss jeder, der indoor (aber nicht daheim, wo also sonst?) jemanden aus einem anderen Haushalt empfängt, eine Maske tragen, ebenso wie der Gast. Treffen von maximal zwölf Personen sind zulässig (sechs Erwachsene, sechs Kinder, zwei Haushalte).

Ab Samstag gelten die neuen Einreiseregeln: Wer aus einem Nachbarland kommt, muss zehn Tage lang in Quarantäne. Das wiederum gilt nicht für Pendler, sehr wohl aber für familiäre Besuche, doch auch diese sind irgendwie ausgenommen.

Am Heiligen Abend dann dürfen maximal zehn Personen aus zehn Haushalten zusammenkommen (wer ist bitte auf diese Zahl gekommen?) und sogar ohne Masken unterm Christbaum sitzen. Ebenso am 25. Ab 26. Dezember, 0 Uhr, (Vorsicht beim lange Aufbleiben!) sind jedoch wieder die Vorschriften vom 23. gültig. Danach tritt diese Ver-Ordnung sofort wieder außer Kraft, und wir dürfen uns auf die Silvester-Ver-Ordnung freuen.

Fairerweise muss man sagen, dass es sich bei der nun bekannt gewordenen Weihnachts-Ver-Ordnung um einen Entwurf handelt. Vielleicht wird also nach einem juristischen Aufschrei doch wieder alles anders. Dennoch (oder deshalb) muss sich die Regierung, vor allem das Gesundheitsministerium, die Fragen gefallen lassen: Geht’s noch? Jemand zu Hause, egal zu wievielt? Man kann nur staunen über das Chaos, die Schildbürger brächten es nicht besser hin.

Sorry, Leute, aber glaubt allen Ernstes jemand, dass diese Ver-Ordnungen eingehalten werden? Dass zu Weihnachten Stricherl-Listen geführt und beschriftete Masken für die jeweiligen Tage aufgehängt werden? Und wer soll das alles kontrollieren? Rudolph, das Rentier? Das Christkind?

Ein lieber Kollege eines Kultur-Magazins formulierte zuletzt den Satz: Pandemie ist ein Intelligenztest. Völlig richtig. Was da von offizieller Seite angerichtet wird, ist desillusionierend. Selbst jenen, die gewillt wären, Vorschriften brav zu befolgen, wird das aufgrund der Unsicherheit, der permanenten Änderungen, der realitätsfernen Ver-Ordnungen unmöglich gemacht. Sie kennen sich nicht mehr aus, andere wollen nicht mehr – und das ist höchst gefährlich. Ihnen geht, wie man im Massentest-unwilligen Wien sagt, „des G’impfte“ auf. Das wiederum hat nichts mit der Corona-Impfung zu tun, die doch schon vor Weihnachten erlaubt wird. Knapp bevor das bekannt wurde, sagte übrigens der Die-nächsten-Wochen-werden-entscheiden-Gesundheitsminister: Ein paar Wochen auf oder ab seien nicht entscheidend. Sorry to say, aber es reicht. Ganz langsam zum Mitschreiben: E s  b r a u c h t  K l a r h e i t.

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