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Wie Ministerin Schumann Spitäler und Pflegeheime gegen Hitze schützen will

Bauliche Maßnahmen und Schulungen sollen Einrichtungen „klimafit“ machen.
Eine Frau mit blonden Haaren spricht gestikulierend an einem Tisch, im Hintergrund ist eine EU-Flagge zu sehen.

Krankenhäuser, Pflege- und andere Gesundheitseinrichtungen stehen durch die Hitze vor großen Herausforderungen. Das Gesundheitsministerium betonte am Dienstag gegenüber der APA, gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) bereits viele Initiativen zu setzen, um Einrichtungen klimafit zu machen und den Hitzeschutz auszubauen. Dazu zählen etwa bauliche Maßnahmen sowie Schulungen für Personal im Gesundheits- und Pflegebereich.

Darüber hinaus setze man auf Forschung, Vernetzung und konkrete Angebote für die Bevölkerung, hieß es. „Klimaschutz ist Gesundheitsschutz. Deshalb investieren wir in klimafitte Gesundheitseinrichtungen, stärken den Hitzeschutz und bereiten unser Gesundheitswesen konsequent auf die Herausforderungen der Zukunft vor“, sagte Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ). Ziel sei, das Gesundheitswesen widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen und gleichzeitig einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Klimaanlagen allein „nicht die Lösung“

So nehmen etwa mehr als 550 Gesundheitseinrichtungen aus allen Bundesländern an dem Projekt „Beratung klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen“ teil. Dabei werden gemeinsam mit Fachleuten Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die sowohl den Klimaschutz als auch den Schutz vor Hitze verbessern sollen: etwa die thermische Sanierung und Dämmung von Gebäuden, wirksame Beschattungssysteme, die Optimierung von Lüftungs- und Klimatisierungssystemen sowie die Begrünung von Innen- und Außenbereichen.

Die Hitzebelastung für Patientinnen und Patienten, beziehungsweise Bewohnerinnen und Bewohner werde dadurch deutlich reduziert. Klimaanlagen allein seien „nicht die Lösung“, hieß es, vielmehr brauche es ein „Zusammenspiel aus baulichen, technischen und naturbasierten Maßnahmen“.

Schulungen für Personal

Auch beim Personal setze man an. So wurden österreichweit über 120 Klima-Manager ausgebildet, die dafür sorgen sollen, dass Klimaschutzmaßnahmen entwickelt, koordiniert und im Arbeitsalltag verankert werden. Außerdem investiere das Ministerium in Wissen und Ausbildung, etwa mit einem Train-the-Trainer-Lehrgang oder Schulungen für Personen aus Pflege und Betreuung. Kostenlose Lehrunterlagen und eine Fortbildungstoolbox würden die praktische Umsetzung unterstützen.

„Hitze ist eines der größten Gesundheitsrisiken des Klimawandels. Deshalb investieren wir nicht nur in Gebäude, sondern auch in Wissen. Gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erkennen Risiken frühzeitig und können besonders gefährdete Menschen noch besser schützen“, betonte die Gesundheitsministerin.

Hitzeexposition von Gesundheitseinrichtungen wird analysiert

Das Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit analysiere derzeit zudem die Hitzeexposition von 1.239 Krankenanstalten, Pflege- und Betreuungseinrichtungen sowie Primärversorgungseinheiten in ganz Österreich. Besonders belastete Standorte können so identifiziert und künftige Schutzmaßnahmen zielgerichtet umgesetzt werden.

Gleichzeitig werde ein Leitfaden für Sozial- und Betreuungseinrichtungen entwickelt, der Einrichtungen bei der Bewertung von Risiken und der Priorisierung von Hitzeschutzmaßnahmen unterstützen soll. Forschungsprojekte würden wissenschaftliche Erkenntnisse über die Auswirkungen von Hitze auf Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Beschäftigte liefern und Lösungen für den Umgang mit Hitzewellen entwickeln.

Hitzeschutzplan und Arbeitsgruppe Hitze

Den zentralen Handlungsrahmen bilde der Nationale Hitzeschutzplan, welcher frühzeitige Warnungen, koordinierte Maßnahmen und den Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen unterstütze. Gesundheitseinrichtungen werden auch bei der Erstellung eigener Hitzeschutzpläne begleitet, hieß es.

Die GÖG koordiniere im Auftrag des Gesundheitsministeriums darüber hinaus die Arbeitsgruppe Hitze, bestehend aus Expertinnen und Experten aus Bund, Ländern, Wissenschaft und relevanten Fachinstitutionen. Das Klima-Gesundheitsnetzwerk stärke zudem den österreichweiten Austausch zu Klimaschutz und Klimawandelanpassung im Gesundheitswesen.

Für die Bevölkerung stehe nach wie vor das Hitzetelefon bereit, das kostenlose persönliche Beratung zum richtigen Verhalten an heißen Tagen biete.

Pensionistenverband fordert Hitzeschutz für Ältere

Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) forderte indes in einer Aussendung anlässlich der hohen gemessenen Temperaturen in Wohnungen armutsbetroffener Seniorinnen und Senioren erneut einen besseren Hitzeschutz für ältere Menschen. Zu den Forderungen zählen unter anderem verpflichtende Hitzeschutzpläne für alle Alten- und Pflegeheime. Diese müssen verbindliche Maßnahmen wie ausreichend gekühlte Aufenthaltsräume, Trinkpläne, regelmäßige Gesundheitskontrollen, angepasstes Personalmanagement sowie klare Notfall- und Alarmpläne umfassen, hieß es.

„Gerade Hochbetagte und pflegebedürftige Personen zählen zu den am stärksten gefährdeten Menschen. Es darf nicht vom Engagement einzelner Einrichtungen abhängen, ob sie ausreichend geschützt werden. Österreich braucht bundesweit einheitliche und verpflichtende Hitzeschutzpläne“, wurde PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer zitiert.

Service: Hitzetelefon 0800-880-800 mit kostenloser Beratung rund um das Thema Hitze.

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