Klimaanlagen: Kein kühler Kopf im Krankenhaus
Alte, schwache und kranke Menschen haben besonders unter den Folgen der Hitze zu leiden. Doch ausgerechnet Krankenhäuser sind – zumindest in unseren Breiten – nur sehr eingeschränkt klimatisiert. Womit Hitzewellen zur Belastungsprobe für Patienten, aber auch für das Personal werden.
Etwa im Wiener Gesundheitsverbund (Wigev) – dem größten Spitalsträger des Landes. Klimaanlagen gebe es grundsätzlich in „besonders vulnerablen Bereichen und dort, wo es normative Vorgaben erfordern“, so eine Sprecherin. „Dazu zählen mitunter OP-Säle, Intensivstationen, Labore, Radiologie, Apotheke und Zentralküche.“
Das heißt freilich im Umkehrschluss, dass die normalen Bettenstationen in der Regel über keine Klimaanlagen im klassischen Sinn verfügen. „Aufgrund baulicher und hygienischer Anforderungen ist eine flächendeckende Klimatisierung nicht überall möglich, deshalb setzt der Wiener Gesundheitsverbund an allen Standorten spezifische Maßnahmen für die jeweiligen Gegebenheiten um“, sagt die Sprecherin.
Herausforderungen
Diese würden je nach Standort variieren. Eine besonders große Herausforderung stellen die Altbauten im Pavillon-System wie etwa die Kliniken Hietzing oder Ottakring dar, die in ihrem Kern zum Teil noch aus der Monarchie stammen. „Die Maßnahmen reichen von der kurzfristigen Verteilung von Kühltüchern und Mineralwasser über den Einsatz von Ventilatoren bis hin zum mittelfristigen Einsatz von Kühlgeräten“, sagt die Wigev-Sprecherin.
Für Neubauprojekte gebe es hingegen umfassende energieeffiziente Kühlkonzepte, die für angenehmes Raumklima sorgen sollen. „Beispielsweise werden im Neubau der Klinik Ottakring künftig sämtliche Patientenzimmer, Untersuchungsräume und Büros mittels Kühldecken und Bauteilaktivierung gekühlt. Auch in Wartebereichen wird über Lüftungsanlagen gekühlte Luft eingebracht.“
Begrünte Dächer und Fassaden sowie eine zentrale Parkanlage sollen zusätzlich an heißen Tagen den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten.
Bis 2040 sollen auch andere Standorte in Wien modernisiert werden. Zum Einsatz kommen dabei Kühlsysteme auf Basis von Fernkälte, intelligente Beschattung, das Einblasen vorgekühlter Luft, sonnenstandgesteuerte Jalousien-Systeme sowie temperaturregulierende Begrünung.
Pflegeheime
In den Pflegewohnhäusern des Wigev werden laut Sprecherin Umluft- und Deckenkühlungssysteme zur Kühlung genutzt. Darüber hinaus wird dafür gesorgt, dass die Bewohner ausreichend trinken und sich in kühlen, schattigen Bereichen aufhalten.
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