Politik | Inland
07.07.2017

Ex-Grüner Efgani Dönmez kandidiert auf Liste Kurz

Der 40-Jährige mit türkischen Wurzeln tritt als Experte für Integration und Asyl bei der Nationalratswahl an.

Von den Grünen als streitbarer Bundesrat verstoßen, bislang auf eigene Faust als Kritiker der türkischen Community unterwegs, wechselt Efgani Dönmez jetzt ins Team um den neuen Volkspartei-Chef Sebastian Kurz.

Der Wechsel wurde heute am späten Vormittag bei einer spontan einberufenen Pressekonferenz im Wiener Volksgarten-Pavillon verkündet. Dönmez möchte Österreich in eine neue Richtung leiten und Kurz verkörpere diese Veränderung. Dass ein Muslim für eine christlich-soziale Partei antreten könne, zeuge von der Offenheit und Weitsicht der "neuen Volkspartei", sagte Dönmez.

Von Grünen verstoßen

Der 40-jährige Unternehmensberater mit türkischen Wurzeln wird bei der Nationalratswahl im Oktober auf der Liste Kurz als Experte für Integration und Asyl kandidieren. Bereits seit Längerem war er als "Integrationsbotschafter" tätig - eine Initiative, die Kurz in seiner Funktion als ÖVP-Integrationsstaatssekretär ins Leben gerufen hatte.

Dönmez wurde im Oktober 2015 nicht mehr von den Grünen als Bundesrat nominiert. Zu seinem Ausscheiden sagte er damals, dass "Querdenker in den eigenen Reihen unerwünscht" seien. Ende Mai trat er endgültig aus der Grünen Partei aus. Schon da wurde spekuliert, ob er sich der "neuen ÖVP" rund um Kurz anschließt (mehr dazu hier).

Dönmez soll Probleme ansprechen

Kurz beschrieb Dönmez als Experten in seinem Tätigkeitsfeld. Dönmez sei ein ausgebildeter Sozialarbeiter, eine Kompetenz, die er sehr schätze. Außerdem sei er einer der ersten Personen gewesen, die auf das Problem des politischen Islams und den "Einfluss des Islams aus dem fernen Ausland" aufmerksam gemacht hätten.

Auch schätzt Kurz eigenen Angaben zu Folge Dönmez' Haltung, Probleme direkt anzusprechen und möchte, dass diese Haltung im Parlament vertreten ist. Dönmez bezeichnet sich selbst als Verfassungspatriot. Die Demokratie und der Rechtsstaat seien keine Selbstverständlichkeit, so Dönmez. Er möchte für diese hart erkämpften Werte eintreten und diese "nicht einer falsch verstandenen Toleranz opfern." Mehrmals betonte der schwarze Neuling, dass er nicht gegen den Islam sei, aber gegen dessen politische Instrumentalisierung und gegen den Einfluss des Islam aus dem Ausland.