Zwei Wochen nach Wagner-Meuterei: Russischer Generalstabschef zeigt sich wieder

Zwei Wochen nach Wagner-Meuterei: Russischer Generalstabschef zeigt sich wieder
Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow tauchte nach dem Aufstand der Wagner-Truppen unter. Nun war er wieder in der Öffentlichkeit zu sehen. Er dürfte somit noch im Amt sein.

Gut zwei Wochen nach der kurzen Meuterei der Wagner-Söldner ist der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow erstmals wieder öffentlich aufgetreten.

Das Verteidigungsministerium zeigte am Montag eine Video-Aufnahme, die ihn bei einer Sitzung mit führenden Generälen auch des Militärgeheimdienstes GRU am Sonntag zeigen soll.

In dem Clip wird er als Chef des Generalstabs der russischen Streitkräfte bezeichnet, also seinem offiziellen Posten.

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Damit demonstriert das Ministerium, dass der von Söldner-Chef Jewgeni Prigoschin massiv kritisierte Gerassimow seinen Posten behalten hat.

Prigoschins Aufstand am 23. und 24. Juni hatte zum Ziel, Gerassimow und Verteidigungsminister Sergej Schoigu abzusetzen.

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Anders als Schoigu und Präsident Wladimir Putin war allerdings von Gerassimow seit der Meuterei nichts in der Öffentlichkeit zu sehen oder zu hören gewesen.

Wo ist "General Armageddon"?

Das gilt auch für Sergej Surowikin, der Gerassimows Stellvertreter als Kommandant des Militäreinsatzes in der Ukraine ist und dessen Schicksal die russische Führung bislang offenlässt.

Wegen der Abwesenheit der Top-Generäle in der Öffentlichkeit begann die Gerüchteküche zu brodeln, ob sie womöglich vorab von der Söldner-Meuterei wussten und was mit ihnen geschehen ist.

Der 67-jährige Gerassimow ist nach Putin und Schoigu der drittmächtigste Mann im russischen Militär. In der vom Verteidigungsministerium verbreiteten Aufnahme ist zu sehen, wie Gerassimow in einem weißen Ledersessel in einem Kommandoraum sitzt und ein Treffen mit Generälen leitet.

Einige nehmen per Video-Schaltung teil. Es wird gezeigt, wie Gerassimow Befehle erteilt, auch an den mächtigen Militärgeheimdienst.

Gerassimow wird demnach darüber informiert, dass am Sonntag ukrainische Raketenangriffe auf die annektierte Halbinsel Krim sowie auf die russischen Regionen Kaluga und Rostow vereitelt worden seien.

Die Offiziere diskutieren darüber, wie darauf reagiert werden solle. Dem Ministerium zufolge fand das gezeigte Treffen am Sonntag statt. Es titulierte Gerassimow als Chef des Generalstabes der russischen Streitkräfte und Befehlshaber der russischen Streitkräfte in der Ukraine - die Posten, die er bereits vor der Söldner-Meuterei innehatte.

Nicht zu sehen in dem Video ist General Surowikin. Stattdessen fragt Gerassimow nach einem Bericht von dessen Stellvertreter bei den Luft- und Raumfahrtstreitkräften, Viktor Afsalow.

Wo sich Surowikin, der von russischen Medien wegen seines massiven Vorgehens in Syrien "General Armageddon" genannt wird, aufhielt, war nicht bekannt. Offiziell ist Surowikin Oberbefehlshaber der Luft- und Raumfahrtstreitkräfte.

Gerassimow sagte in dem Video: "Wir stellen fest, dass die Luft- und Raumfahrtkräfte die Aufgabe gemeistert haben." Dann forderte er sie sowie den Geheimdienst GRU auf, "die Lagerorte und Abschusspositionen von Raketen und anderen Angriffswaffen des Feindes zu identifizieren, um einen Präventivschlag zu planen".

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