Wahl in Dänemark: Ein nordisches Politdrama

Wahl in Dänemark: Ein nordisches Politdrama
Am Dienstag kämpft Premier Mette Frederiksen um eine zweite Amtszeit. Den Wahlkampf dominiert ein überraschendes Thema – Migration interessiert wenig, wahlentscheidend ist die Pflegemisere.

Nicht nur, aber auch der Netflix-Erfolgsserie "Borgen" hat die dänische Politik die große internationale Aufmerksamkeit zu verdanken. Verblüffend oft nahm das Politdrama Wendungen, die später tatsächlich in der Politik Dänemarks folgten – wie die Wahl der ersten weiblichen Premierministerin 2011.

Genauso wie der fiktiven Ministerpräsidentin der Serie, Brigitte Nyborg, in der letzten Staffel ein Misstrauensvotum drohte, dem sie mit einem Rücktritt gerade noch so entkam, konnte auch die echte Ministerpräsidentin Dänemarks, Mette Frederiksen, dieses in letzter Minute abwenden – und rief vor knapp vier Wochen Neuwahlen aus.

Die sozialliberale Partei Radikale Venstre hatte gedroht, ihr die Unterstützung ihrer Minderheitsregierung zu entziehen – wegen der berüchtigten Nerztötung in der Corona-Pandemie, für die es keine Rechtsgrundlage gab. Am Dienstag werden die 179 Sitze im Folketing, dem Parlament, neu gewählt.

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