Melania Trump mit dem CNN-Journalisten Anderson Cooper

© REUTERS/HANDOUT

US-Wahlkampf
10/18/2016

Melania Trump: "Habe zwei Buben zuhause"

Frau Trump sprach mit CNN über die Vorwürfe gegen ihren Mann. Billy Bush hätte diesen dazu verführt "dreckige und schlimme Sachen zu sagen."

Es scheint ein altes Rezept, gerät der Wahlkampf außer Kontrolle, müssen die Angetrauten versuchen den Karren aus dem sprichwörtlichen Dreck zu ziehen. Melania Trumps Auftritt auf CNN überrascht also relativ wenig zum jetzigen Zeitpunkt. Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat schlägt derzeit gegen jeden aus, gegen frühere Unterstützer, Gegner, die republikanische Partei. Zugleich häufen sich Beschuldigungen gegen Trump, er sei gegen mehrere Frauen übergriffig geworden.

Jetzt ist Melania Trump am Zug. Sie hat ihren Mann Donald für die sexistischen Aussagen aus einem Video in Schutz genommen. Er sei von Moderator Billy Bush dazu angestachelt worden, "dreckige und schlimme Sachen zu sagen", sagte die Frau des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten in einem Interview des Senders CNN mit Anderson Cooper. Von dem Interview wurde Montagabend zunächst nur ein Ausschnitt veröffentlicht.

Für Frau Trump ein "Gespräch unter Burschen"

Auf die Frage, ob es sich bei dem Gespräch in besagtem Video für sie um "Gerede in der Umkleidekabine" gehandelt hätte, antwortet Trump: Für sie sei es nicht mehr gewesen. Die 46-Jährige bezeichnet die Aussagen als "Gespräch unter zwei jugendlichen Burschen". Sie setzt nach: "Diese zwei sollten sich besser benehmen." CNN-Journalist Cooper wirft daraufhin ein, dass Trump zu diesem Zeitpunkt 59 Jahre alt war. "Das stimmt", sagt Melania Trump. "Manchmal sage ich, ich habe zwei Buben zuhause, ich habe meinen jungen Sohn und ich habe meinen Ehemann." Über Donald Trump sagt sie: "Er ist ein Ehrenmann."

Möglicherweise hätten die beiden Männer nicht gewusst, dass das Mikrofon eingeschaltet gewesen sei.

"Ich war überrascht, denn das ist nicht der Mann, den ich kenne."

Sie habe dem Unternehmer gesagt, dass seine Kommentare nicht hinnehmbar seien. "Ich war überrascht, denn das ist nicht der Mann, den ich kenne." Sie akzeptiere aber seine Entschuldigung. Trump hatte in der wenige Monate nach seiner Hochzeit mit Melania entstandenen Aufnahme unter anderem geschildert, wie er versucht hatte, eine verheiratete Frau ins Bett zu bekommen.

Das Video und Billy Bush

In dem Video, das vor zehn Tagen veröffentlicht wurde, hört man ein Gespräch zwischen Donald Trump und Billy Bush, das beide im Jahr 2005 während einer Busfahrt geführt hatten. Trump brüstet sich damit, dass er sich gegenüber Frauen alles erlauben könne, weil er berühmt sei. Er könne ihnen sogar zwischen die Beine grapschen. Bush war damals Moderator der Fernsehsendung "Access Hollywood". Auch er äußert sich abfällig.

Für den Fernsehsender NBC war das Grund genug, sich am Montagabend endgültig von dem Entertainer zu trennen. Das teilte Bushs Vorgesetzter in der "Today"-Show, Noah Oppenheim, in einem Schreiben an Mitarbeiter mit, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Der Sender hatte Bush bereits vor einer Woche suspendiert. Der 45-Jährige ist Cousin des gescheiterten Präsidentschaftsbewerbers Jeb Bush und des Altpräsidenten George W. Bush.

Frau Trump gibt den Medien die Schuld

Melania Trump fühlt sich jedenfalls von den Medien unfair behandelt: "Die Presse ist sehr unehrlich, es wurden viele Lügen geschrieben, auch über mich." Und über den Wahlkampf: "Du musst dich die ganze Zeit verteidigen." Geht es nach Melania Trump hätten "die linken Medien" das Video absichtlich so knapp vor der Wahl ausgespielt. Sie erklärt sich das Auftauchen des Videos folgendermaßen: Die Washington Post (die Zeitung hatte das Video zuerst veröffentlicht, Anm.) und auch die New York Times hätten nie etwas Gutes über Trump oder sie geschrieben, sie würden ihn nur schlecht machen.

Immer mehr Vorwürfe gegen Trump

Sie versucht im Interview ein wenig den Spieß umzudrehen: Viele Frauen würden ihrem Ehemann ihre Telefonnummer, obwohl sie wüssten, dass er verheiratet ist. Das sei bereits vor ihren Augen passiert. Alles sei außerdem organisiert von der Opposition worden – auch die dem Video folgenden Anschuldigungen.

Das Video löste einen Eklat im Wahlkampf aus. Etliche Republikaner distanzierten sich von Trump, einige riefen ihn sogar zum Ausstieg aus dem Präsidentenrennen auf. In den vergangenen Tagen beschuldigten mehrere Frauen den Unternehmer, ihnen gegenüber übergriffig geworden zu sein. Trump wies die Vorwürfe als unwahr zurück.

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