Politik | Ausland
12.02.2017

Donald Trumps seltsame Art, Hände zu schütteln

Donald Trump und Shinzo Abe © Bild: REUTERS/JIM BOURG

Handelt es sich bloß um eine Gewohnheit, die der US-Präsident nicht ablegen kann, oder ist es doch eine Machtdemonstration?

Donald Trump hebt seine Arme und dreht seine Handflächen zum Publikum im Saal. "Schaut auf diese Hände. Sind diese Hände etwa klein?", fragt er damals als republikanische Präsidentschaftskandidat. Es gibt "kein Problem" mit der Größe seiner Hände, und alles, was sein Kontrahent Marco Rubio sagt, sei eine Lüge.

Im US-Wahlkampf hatte Rubio den US-Milliardär wegen seiner "kleinen Hände" verspottet und gemeint, dass man "Männern mit kleinen Händen" nicht trauen könne.

Trump kennt diese Kommentare, er hat sie nämlich schon öfters gehört, vor allem jene über seine Finger. Es fiel sogar die Bezeichnung "short-fingered vulgarian" – der kanadische Journalist Graydon Carter bezeichnete Trump sozusagen als vulgären Menschen mit kleinen Fingern.

Trump ist Mysophobier

Aber wenn es um seine Hände geht, ist mit Trump nicht zu spaßen. Der amtierende Präsident gilt nämlich als Mysophobier. Er leidet unter einer übersteigerten und krankhaften Angst vor Kontakt mit Schmutz oder der Ansteckung durch Bakterien und Viren. Laut der Washington Post nennt er sich selbst einen "clean hands freak" und bezeichnete das Händeschütteln als einen "Fluch der amerikanischen Gesellschaft". Körperkontakt versucht er deshalb zu meiden. Als Ersatz macht er gerne "High Five"-Posen, oder er zeigt mit seinem Finger auf eine bestimmte Person (siehe Bildergalerie unten).

© Bild: AP/Chris O'Meara

Als Präsidentschaftskandidat kann er sich das leisten, aber nicht als Präsident. Das Protkoll lässt ihm keine andere Wahl als Hände zu schütteln, sowohl die Hände seiner Kollegen und Mitarbeiter als auch die Hände von Staatschefs. Allerdings sieht das bei ihm ziemlich ungestüm aus und kann schon mal zu bizarren Momenten führen. Warum? Trump hat die Angewohnheit, kräftig an der Hand zu ziehen , die er gerade schüttelt, wie am vergangenen Freitag, als Shinzo Abe, Japans Premierminister, in Washington zu Besuch war.

Abe ist aber nicht der erste, der mit dieser Art, Hände zu schütteln, konfrontiert wurde. In der US-Wahlnacht riss er den Arm seines Vizepräsidenten Mike Pence an sich, ein paar Wochen später jenen vom konservativen Bundesrichter Neil Gorsuch, als er ihn als Kandidaten für den Supreme Court nominierte. Wenn Trump nicht schüttelt, dann tätschelt er übrigens auch gerne mal.

Vielleicht ist es wirklich bloß eine Angewohnheit Trumps, die er nicht so schnell ablegen kann. Oder es ist eine besondere Art, Macht zu demonstrieren. Gegen letzteres könnte sprechen, dass er nach dem amerikanisch-japanischen "handshake" noch lobende Worte für Shinzo Abe übrig hatte. "Strong hands", sagte Trump.


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