US-HEALTH-VIRUS-BRIEFING

© APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI / BRENDAN SMIALOWSKI

Politik Ausland
03/24/2020

 Trump: "Unsere Bevölkerung will wieder arbeiten"

Für Trump ist es eher einer Frage von Wochen als von Monaten, bis das normale Leben wieder zurückkehren wird.

US-Präsident Donald Trump hat der amerikanischen Bevölkerung eine baldige Erholung von der Coronavirus-Krise in Aussicht gestellt. "Die Beschwernisse werden enden, sie werden bald enden", sagte Trump am Montagabend. "Amerika wird bald wieder offen sein für Geschäfte", versicherte er. Später fügte er auf Twitter hinzu: "Die Bevölkerung will wieder arbeiten. Sie werden soziale Distanzierung und anderes einhalten, auf Ältere wird liebevoll und schützend geschaut."

Und dies werde früher sein als erst in drei oder vier Monaten. Das normale Leben werde zurückkehren und die Wirtschaft werde sich erholen.

"Wir können nicht zulassen, dass die Heilung schlimmer ist als das Problem", sagte Trump. Er räumte ein, die Lage werde sich zunächst wohl noch verschlechtern, betonte aber: "Wir versuchen, dafür zu sorgen, dass es weit weniger schlecht wird." Es handle sich um ein medizinisches Problem. "Wir werden nicht zulassen, dass es sich zu einem bleibenden finanziellen Problem entwickelt."

Durch das Virus sei vieles zum Stillstand gekommen, doch zu einem bestimmten Zeitpunkt müssten die Dinge wieder losgehen. "Es wird verschwinden. Wir werden diesen Kampf gewinnen", versprach Trump. "Wir werden diesen Krieg gewinnen und wir werden ihn viel eher gewinnen, als viele Menschen denken."

Trump sagte, die USA würden sich eher in einer Frage von Wochen als von Monaten wieder für Geschäfte öffnen. Er betonte, eine lang anhaltende Schließung der Wirtschaft würde letztlich zu mehr Toten führen als das Coronavirus. Er sagte: "Wenn es nach den Ärzten ginge, würden sie vielleicht sagen: Lasst es abgeschottet, lasst uns die ganze Welt abschotten." Für eine Wirtschaftsmacht wie die USA sei das aber langfristig keine Lösung.

Verfügung gegen Horten 

Die US-Regierung will dagegen vorgehen, dass Bürger in großen Mengen Schutzmasken oder Desinfektionsmittel horten, um sie überteuert weiterzuverkaufen. Trump hat eine entsprechende Verfügung unterzeichnet, um ein solches Verhalten zu verbieten und unter Strafe zu stellen.

Bestimmte medizinische Produkte sollten offiziell als knappe Waren eingestuft werden. Bei diesen kritischen Produkten sei es dann verboten, sie in großen Mengen zu horten und zu Wucherpreisen weiterzuverkaufen. Niemand dürfe die aktuelle Notlage der Amerikaner ausnutzen.

US-Justizminister William Barr sagte, noch seien keine Produkte in diese Kategorie eingestuft worden. Erste Untersuchungen in diesem Bereich seien aber bereits gestartet worden. "Wenn Sie einen großen Vorrat an Toilettenpapier zu Hause haben, ist das nichts, weshalb Sie sich Sorgen machen müssen", sagte Barr an die Adresse der Bevölkerung. "Aber wenn Sie auf einem Lagerhaus mit Masken, Operationsmasken sitzen, dann werden wir an Ihre Tür klopfen."

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus sind Schutzmasken und Handdesinfektionsmittel in den USA zur Mangelware geworden. Die US-Regierung bemüht sich seit Tagen, die Produktion von Schutzmasken insbesondere für medizinisches Personal hochzufahren.

Asiatischstämmige nicht verantwortlich

Nachdem er selbst mehrfach vom "chinesischen Virus" gesprochen hatte, hat Trump dazu aufgerufen, asiatischstämmige Menschen nicht für die Coronavirus-Krise verantwortlich zu machen. Es sei wichtig, Amerikaner mit asiatischen Wurzeln in den USA zu schützen, sagte er.

„Das sind großartige Leute", betonte er. Die Ausbreitung des Coronavirus sei in keiner Weise ihre Schuld. Auf die Frage, warum er sich zu einer solchen Mahnung veranlasst sehe, sagte Trump, es könne sein, das Amerikaner mit asiatischen Wurzeln mit "etwas gemeiner Sprache" konfrontiert würden. "Das lasse ich nicht zu."

In den vergangenen Tagen hatte Trump selbst mit Blick auf die Corona-Pandemie immer wieder von einem "chinesischen Virus" gesprochen. 

Ausgangsbeschränkungen im US-Bundesstaat Washington

Der US-Bundesstaat Washington hat nun Ausgangsbeschränkungen erlassen. Gouverneur Jay Inslee gab den "Bleib zuhause, bleib gesund"-Erlass am Montagabend bekannt.

Für den nächsten zwei Wochen werden die über sieben Millionen Einwohner des Westküstenstaates angewiesen, nur für wichtige Erledigungen, etwa um Lebensmittel einzukaufen oder Ärzte aufzusuchen, ihre Häuser zu verlassen. 

Auch Spaziergänge sind noch erlaubt, aber dabei müssen die Menschen Abstand voneinander halten.

In Washington gab es nach Angaben der Gesundheitsbehörde am Montag über 2.200 bestätigte Infektionen mit Sars-CoV-2 und 110 Todesfälle. Besonders viele Erkrankungen wurden bereits Anfang März aus einem Pflegeheim nahe Seattle gemeldet.

Strände in Kalifornien werden geschlossen

In Kalifornien werden erstmals Strände geschlossen. Der Bürgermeister von San Diego ordnete am Montag die Schließung städtischer Strände, Parks und Wanderwege an.

Zu viele Menschen hätten am Wochenende die zuvor verhängten Auflagen missachtet, voneinander Abstand zu halten, klagte Bürgermeister Kevin Faulconer auf Twitter. Auch in dem beliebten Küstenort Laguna Beach bleiben die Strände ab sofort zu.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte am Freitag für die knapp 40 Millionen Einwohner umfangreiche Ausgangsbeschränkungen verfügt. Die Zahl der Infektionen in Kalifornien stieg am Montag auf über 2100 Fälle an.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.