Der französische Präsident Emmanuel Macron

© REUTERS/GONZALO FUENTES

Politik Ausland
11/29/2021

Macrons Unterstützer schließen sich zusammen

Unter dem Dach eines "Gemeinsamen Hauses" versammelt Emmanuel Macron Unterstützer hinter sich. Das Ziel: ein Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2022.

aus Paris Simone Weiler

Auf seine eigene Partei "Horizonte" verzichtet Édouard Philippe nicht, hatte er sie ja gerade erst im Oktober gegründet. Doch nach längerem Zögern erklärte sich Frankreichs ehemaliger Regierungschef nun dazu bereit, "Horizonte" mit anderen Parteien, die die Regierungsmehrheit unterstützen, unter dem Dach eines "Gemeinsamen Hauses" ("Maison commune") zu versammeln.

Der offizielle Startschuss dafür wird am heutigen Montag in Paris gegeben. Offenbar will man sich den Namen "Ensemble Citoyens!" ("Gemeinsam, Bürger!") geben. Klares Ziel des Zusammenschlusses ist der Sieg von Emmanuel Macron bei der nächsten Präsidentschaftswahl im April 2022.

Macron hatte den charismatischen Philippe mitten in der Corona-Krise im Juli 2020 aus ungeklärten Gründen entlassen und mit dem eher farblosen Jean Castex ersetzt. Philippe nahm wieder sein Amt als Bürgermeister der Hafenstadt Le Havre ein – und ließ doch erkennen, dass er nicht vorhabe, sich aus der nationalen Politik zurückzuziehen.

Entgegen der Befürchtung von Macrons Lager, der Ex-Premier werde dem Präsidenten mit einer eigenen Kandidatur Konkurrenz machen, blieb dieser loyal. "Wenn ich die Unordnung sehe, die bei den Linken, den Konservativen und den Rechtsextremen herrscht, so erscheint es mir nützlich, dass sich all diejenigen, die Emmanuel Macron unterstützen, koordinieren", sagte der 50-Jährige nun. Tatsächlich stehen in den anderen politischen Lagern mehrere Aspiranten in den Startlöchern, die sich gegenseitig um ihre Chancen bringen könnten.

"Gemeinsames Haus"

Die Republikaner stimmen am Samstag in einer Vorwahl über ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten ab. Ihr parteiinterner Wahlkampf offenbarte einen Rechtsruck. Umso mehr ist es in Macrons Interesse, als einziger Vertreter der politischen Mitte anzutreten.

Zum künftigen "Gemeinsamen Haus" gehören neben Philippes Partei "Horizonte" Macrons Partei "La République en Marche" (LREM), deren Koalitionspartner Mouvement Démocrate (MoDem) sowie die liberale Partei Agir ("Handeln") von Kulturminister Franck Riester, einem ehemaligen Mitglied der Republikaner.

Die Wahllisten für die Parlamentswahlen im Juni 2022 werden sie miteinander absprechen. Entgegen aller Prognosen war es Macron 2017 gelungen, nach dem Sieg bei der Präsidentschaftswahl mit seiner erst ein Jahr zuvor gegründeten LREM-Partei auch im Parlament eine Mehrheit zu erreichen. Dies ermöglichte es ihm, seine Projekte weitgehend ohne Widerstand durchzusetzen. Allerdings haben sich seither etliche Abgeordnete von der Partei abgewendet und ein erneuter Triumph erscheint unsicher. "Ensemble Citoyens!" könnte hingegen Macrons Machtbasis auch für fünf weitere Jahre sichern.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.