Theologin über Ostern und die aktuellen Herausforderungen der Kirche

Theologin über Ostern und die aktuellen Herausforderungen der Kirche
Die Theologin Katharina Westerhorstmann über die Vermittlung der Osterbotschaft, Reformbestrebungen in der (deutschen) Kirche und politische Äußerungen von Bischöfen.

KURIER: Gerade in Zeiten von Krieg und Gewalt, von Verunsicherungen und Verwerfungen aller Art müsste doch die Osterbotschaft vom Frieden und vom Leben, das stärker ist als der Tod, wie gerufen kommen. Aber faktisch erreichen die Kirchen immer weniger Menschen, viele wissen gar nicht mehr, was gefeiert wird …

Katharina Westerhorstmann: Eine einfache Antwort habe ich dafür nicht. Aber vielleicht hat man in den vergangenen Jahren oder Jahrzehnten zu sehr nur auf die Grundfunktionen der Kirche – Verkündigung, Liturgie, Dienst – gesetzt und zu wenig auf das Zeugnis. Der eigene Glaube an den Tod und die Auferstehung Jesu Christi ist das Zentrale und das, was ausstrahlen kann. Denn es ist doch so, dass man, wenn man nicht traditionell ins kirchliche Leben hineingeboren wird, meistens zum Glauben findet über jemanden, der einen beeindruckt: weil er oder sie vom Glauben begeistert ist oder daraus Hoffnung schöpft oder in einer schwierigen Situation Halt gefunden hat. So etwas steckt andere an. Und dieses Zeugnis ist vielfach verloren gegangen.

Das heißt, es liegt weniger an der Institution, sondern vielmehr an jedem einzelnen Christen.

Man versteht das Christentum falsch, wenn man es allein von der Institution her versteht – man muss es von den Gläubigen her verstehen. Das lässt sich nicht verordnen, da nützt kein Appell zur Rückbesinnung auf christliche Wurzeln etc. Dass man als einzelner Christ nicht allein ist, sondern in Gemeinschaft glaubt, ersetzt nicht den Auftrag, selbst Zeuge oder Zeugin zu sein.

Wie würden Sie denn Ostern ganz einfach erklären?

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