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Politik Ausland
05/17/2021

Bill Gates: Eine Affäre, viele Annäherungsversuche

Eine nun bekannt gewordene Liaison mit einer Mitarbeiterin soll zum Rücktritt des Microsoft-Gründers aus dem Verwaltungsrat der Firma geführt haben.

von Dirk Hautkapp

Das nerdige Äußere mit V-Ausschnitt-Pullover und der einst dicken Hornbrille hat möglicherweise getäuscht. Hinter der Fassade des in Algorithmen und Wohltätigkeits-Plänen versunken wirkenden Microsoft-Gründers Bill Gates steckte nach jüngsten US-Medienberichten ein Mann, dem in der Beziehung zu seiner Frau Melinda French Gates schon früh nach außerehelichen Updates zumute gewesen sein soll. Die Ehe ging jüngst nach 27 Jahren in die Brüche.

Eheberatung durch Jeffrey Epstein

Nun ist von einer Affäre die Rede, die Gates im Verwaltungsrat des Computer-Riesen Sitz und Stimme gekostet habe. Von mehreren Fällen, in denen der heute 65-Jährige Mitarbeiterinnen nachgestellt haben soll.

Und davon, dass er sich beim durch Selbstmord ums Leben gekommenen Sexstraftäter Jeffrey Epstein, mit dem er zum Leidwesen von Frau Gates jahrelang Kontakt hielt, Eheberatung eingeholt habe.

Der Reihe nach: Laut Wall Street Journal soll sich in der zweiten Jahreshälfte 2019 eine Microsoft-Ingenieurin schriftlich an die Unternehmensführung gewandt haben, um einen Stellenwechsel einzuleiten.

Als Grund gab sie eine Affäre mit Bill Gates an, die dieser im Jahr 2000, rund sechs Jahre nach seiner Heirat mit Melinda, begonnen und über mehrere Jahre unterhalten habe. Die Identität der Frau ist bislang nicht bekannt. Nur so viel: Sie verlangte, dass die gehörnte Gattin des Multi-Milliardärs den Brief zu lesen bekommen sollte.

"Freundschaftlich"

Microsoft-Sprecher Frank Shaw bestätigte gegenüber der Zeitung und anderen US-Medien die Existenz des Beschwerde-Briefs. Auch Bridgitt Arnold, eine Sprecherin von Bill Gates, redete nicht lang um den heißen Brei. "Es gab eine Affäre vor rund 20 Jahren, die freundschaftlich zu Ende ging."

Was jedoch von ihr bestritten wird, ist ein Zusammenhang mit Gates' Rücktritt aus dem Verwaltungsrat von Microsoft im März 2020. Dort hatte man kurz vor Bekanntwerden der Beschwerde der Gates-Liebschaft im Lichte der #MeToo-Bewegung den Umgang mit solchen Fällen in neue Unternehmensgrundsätze gefasst.

Darum setzte die Firmenspitze eine Anwaltskanzlei in Gang, um die Dinge zu untersuchen. Was dabei herauskam? Bisher öffentlich nicht bekannt.

"Unangemessen agiert"

Es muss aber offenbar genug gewesen sein, um zu beschließen, dass Bill Gates "unangemessen" agiert habe und darum als Verwaltungsratsmitglied nicht mehr "geeignet" sei. Was zu der merkwürdigen Situation führte, dass Gates nur drei Monate, nachdem er wiedergewählt worden war, das Weite suchte.

Offizielle Begründung seinerzeit: Er wolle sich ganz auf seine philantrophischen Tätigkeiten in aller Welt konzentrieren.

 

Ob der Vorgang eine Rolle bei der von Melinda Gates (56) bereits 2019 durch erste anwaltliche Gespräche eingeleiteten Trennung gespielt hat, ist nicht bekannt. Gates und seine Ex-Frau in spe sind geografisch getrennt (er in Kalifornien, sie in der Karibik) für die Öffentlichkeit untergetaucht.

"Tu' so, als wäre es nicht passiert"

Die gleichen Fragezeichen bleiben bei Facetten, die die New York Times unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet. Danach soll Bill Gates 2006 von der Firmen-Präsentation einer Microsoft-Angestellten so angetan gewesen sein, dass er sie unmittelbar danach via E-Mail zum Essen einlud.

In seiner Nachricht schrieb der von weiblichen Mitarbeiterinnen zuweilen als unbeholfen im zwischenmenschlichen Bereich beschriebene Unternehmer: "Wenn Dir das unangenehm ist, tu' so, als wäre es nicht passiert." Die Angesprochene verhielt sich entsprechend und schlug die Begegnung mit ihrem Boss aus.

Sechs Annäherungsversuche

2008 soll Gates im Rahmen der von ihm und seiner Frau geführten "Bill & Melinda Gates Stiftung" auf einer Geschäftsreise nach New York auf andere Gedanken gekommen sein.

Bei einer Cocktail-Party sagte er demnach zu einer Mitarbeiterin: "Ich will dich sehen. Willst du mit mir Essen gehen?". Die New York Times will von insgesamt sechs Anmach-Versuchen wissen, die im Hause Microsoft und Gates' Stiftung die Arbeitsatmosphäre eingetrübt hätten.

"Toxische" Ehe?

Dass Bill Gates, wie das Magazin The Daily Beast berichtet, seine Ehe gegenüber Sexstraftäter Jeffrey Epstein als „toxisch” bezeichnet haben soll, worauf der Multi-Millionär ihm zur Scheidung geraten habe, wurde von Gates' Sprecherin Arnold scharf zurückgewiesen. Über seine Ehe mit Melinda Gates habe er sich nicht "abfällig" geäußert, die Gerüchte und Spekulationen rund um die bis April 2022 gerichtlich erwartete Scheidung des Paares seien "zunehmend absurd". Dass Menschen mit "wenig bis keinem Wissen um die Lage" als Quellen charakterisiert würden, sei "unglücklich."

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