Sicherheitsoffizier mit Gesichtsmaske in Kenias Hauptstadt Nairobi

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Ausland
04/02/2020

Bald eine Million Infizierte: Nur Nordkorea will gesund sein

UN-Generalsekretär Guterres will eine stärkere internationale Zusammenarbeit, Nordkorea behauptet, coronafrei zu sein.

Die Zahl der weltweit mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Personen stößt an die Millionengrenze. Laut Statistik der Johns Hopkins Universität in Baltimore (USA) haben sich bis Donnerstagvormittag (Stand 10:30 Uhr) 938.373 Menschen angesteckt, mehr als 47.000 sind an der Krankheit gestorben. Für UN-Generalsekretär António Guterres ist es die größte Herausforderung an die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg. Diese Herausforderung brauche daher eine „stärkere und effektivere Antwort“, die nur in der Solidarität aller Beteiligten bewältigt werden könne, sagte er. „Die Welt steht vor einer noch nie dagewesenen Prüfung.“

Der UN-Generalsekretär zeigte sich unzufrieden mit der seiner Ansicht nach schleppenden globalen Antwort im Kampf gegen das Coronavirus. „Wir bewegen uns langsam in die richtige Richtung, aber wir müssen schneller sein und viel mehr tun, wenn wir das Virus besiegen wollen.“ Unter anderem gebe es noch immer keine koordinierten Handlungen aller Länder unter Führung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Deren Richtlinien würden in vielen Teilen der Welt noch immer nicht beachtet.

Während im Rest der Welt die Sorge wächst, gibt Nordkorea vor, keine Probleme zu haben. Trotz der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus behauptet das Land, bisher von der Pandemie verschont geblieben zu sein. "Bisher ist in unserem Land kein einziger Mensch mit dem neuartigen Coronavirus infiziert worden", sagte Pak Myong Su, Direktor der Abteilung für Epidemiebekämpfung Nordkoreas. Angesichts der Nähe Nordkoreas zu China, wo das Virus erstmals auftrat, wird die Aussage aus dem abgeschotteten Staat international angezweifelt.

Pak rühmte die Bemühungen Nordkoreas, das bereits im Jänner seine Grenzen zu China geschlossen und drastische Maßnahmen zur Eindämmung verhängt hatte. "Wir haben präventive Maßnahmen durchgeführt, wie Kontrollen und Quarantäne für alle, die in unser Land einreisen, und eine gründliche Desinfektion aller Waren sowie die Schließung der Grenzen und die Sperrung der See- und Luftwege", sagte der hochrangige Gesundheitsbeamte.

Laut Experten ist das international isolierte Nordkorea wegen seines schwachen Gesundheitssystems besonders anfällig für das Virus. Im März sagte der oberste US-Militärkommandeur in Südkorea, General Robert Abrams, er sei "ziemlich sicher", dass der Norden bestätigte Ansteckungsfälle habe.

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Pjöngjang, das wegen seines Atom- und Raketenprogramms zahlreichen internationalen Sanktionen unterliegt, hatte zuvor bereits um Unterstützung im Kampf gegen das Coronavirus gebeten. Im Februar sendete Russland nach eigenen Angaben 1.500 Test-Kits nach Pjöngjang. Auch US-Präsident Donald Trump bot in einem persönlichen Brief an Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un "Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Epidemie" an.

Für eine weltweite Zusammenarbeit stellte Guterres am Dienstag einen UN-Plan vor, um der Corona-Krise und ihren sozialen sowie wirtschaftlichen Folgen zu begegnen: „Das Ausmaß der Antwort muss so groß sein wie das der Krise“, sagte er. Im Zentrum stehe dabei die Zusammenarbeit und geteilte Verantwortung der Länder der Welt. Nach UN-Angaben brauche es gerade für die Unterstützung der ärmeren Staaten bei der Bekämpfung der Pandemie ein Hilfspaket im Bereich von mehreren Billionen Dollar. Im Fokus stehe die Zusammenarbeit auch im wissenschaftlichen Bereich - entwickelte Impfungen und Behandlungsmethoden müssen allen Menschen in gleicher Weise zur Verfügung gestellt werden.

„Wir müssen die zur Verfügung stehenden Ressourcen für die Entwicklungsländer erhöhen, indem wir die Kapazität des Internationalen Währungsfonds erhöhen“, sagte Guteres. Neben der Eindämmung des Virus sei es dabei wichtig, die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen vor allem auf die am schwersten Betroffenen abzufedern. Dazu gehörten unter anderem Frauen, ältere Menschen, Jugendliche und Arbeiter mit geringem Einkommen sowie kleine Unternehmen.

 

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