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Kia EV2 im Test: Sympathisches koreanisches Klein-SUV sagt „Hello :-)“

Das neueste Mitglied der Elektroauto-Familie von Kia ist interessant und verspielt, punktet aber auch bei Fahrleistung und Preis.
Kia EV2 Klein-SUV vor Hauswand mit Graffiti.

Der Kia EV2 ist das neueste Mitglied in einer bald 20 Modelle umfassenden Produktpalette des südkoreanischen Herstellers. Das kleine SUV positioniert sich am unteren Ende der hauseigenen Elektro-Familie mit Ziffern von 2 bis 9. „Einstieg in die Elektromobilität“ lautet hier das Schlagwort und der Preis soll das entscheidende Argument sein. Kia ist aber auch kreativ geworden, um den neuen Kleinen zum Sympathieträger zu machen.

Freundliche Grüße an der Tür

Beim Einsteigen wird man an der Fahrertür mit einem beleuchteten „Hello :-)“ begrüßt, beim Aussteigen mit einem „Have a nice day“-Schriftzug hinter dem Türgriff verabschiedet. Dazu gibt es ein interessantes und geräumiges Inneres und ein knuffiges Äußeres. Mit nur 4,06 Meter Länge und einer sehr leichtgängigen Lenkung lässt sich der EV2 einfach durch Städte und darüber hinaus bewegen.

Kia EV2 von hinten: Die Rückleuten wurden tief unten angebracht.

Kia EV2 von hinten: Die Rückleuten wurden tief unten angebracht.

Angetrieben wird das Auto durch einen 108 kW (146 PS) starken Elektromotor. Er ist kräftig genug, um 1,5 Tonnen in 8,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Ein richtiger Sprinter ist der EV2 auch im Sportmodus nicht. Für schnelle Überholvorgänge reicht die Kraft aber allemal. Die Batterie gibt es entweder mit 42,2 kWh oder 61 kWh. Die Reichweite liegt bei 317 bzw. 453 Kilometern. Das Fahrwerk ist gut gelungen, bietet Halt in Kurven und beim Überqueren von Schwellen dennoch eine komfortable Dämpfung.

Die Qual der Wahl zwischen fünf Ausstattungen

Der KURIER hat den EV2 in der Ausstattung „Earth Plus“ getestet. Insgesamt gibt es das Fahrzeug in fünf Varianten, beginnend mit der sehr spartanischen Light-Version. Bei dieser wurde an allen möglichen Ecken gespart (Räder, Fensterheber, Navi), um unter die magische Preisschwelle von 20.000 Euro zu kommen. Bei „Earth Plus“ bekommt man Annehmlichkeiten wie ein wohlklingendes Harman Kardon Soundsystem, 360-Grad-Ansicht oder eine schicke Ambientebeleuchtung.

Das Cockpit des Kia EV2: Intuitiv verständlich und geräumig.

Das Cockpit des Kia EV2: Intuitiv verständlich und geräumig.

Viel Platz in der Mittelkonsole

Sehr angenehm ist, dass man sich nach dem Einsteigen im EV2 sofort zurechtfindet. Die Klimaanlage wird mittels Schaltwippen bedient, es gibt eine permanente Anzeige dafür im breiten Displayband. Toll ist auch die Ablagesituation. Die Mittelkonsole wurde tiefgelegt und bietet viel Abstellplatz. Für Mobiltelefone gibt es eine induktive Ladefläche vor drei USB-C-Anschlüssen sowie ein praktisches Fach in der Armstütze.

Suchen muss man lediglich den Ein-Aus-Schalter. Er wurde am Automatik-Wahlhebel untergebracht, der sich etwas oberhalb des rechten Fahrerbeins versteckt. Man kennt das auch von Hyundai. Vielleicht sollte es eine Bezeichnung dafür geben, etwa „südkoreanisches Schenkelstaberl“.

Schelte für hochgelagerte Beine

Wer schon einmal Kia oder Hyundai gefahren ist, weiß sofort, wie er die automatische Geschwindigkeitswarnung ruhigstellt. Auf der Autobahn kann man sich weitgehend automatisiert fahren lassen. Witzig ist, dass Assistenzsysteme im EV2 auch Passagiere ermahnen. „Die Sitzposition des Beifahrers ist unsicher“, heißt es etwa, wenn Beine am Armaturenbrett hochgelagert werden. „Bitte sitzen Sie aufrecht!“

Der Kofferraum des Kia EV2 in der Variante mit 4 Sitzen: Die Größe variiert je nach Sitzposition.

Der Kofferraum des Kia EV2 in der Variante mit 4 Sitzen: Die Größe variiert je nach Sitzposition.

Vier oder fünf Sitze verfügbar

Erklärungsbedürftig ist die Sache mit den Sitzen. Den EV2 gibt es entweder mit fünf Sitzen oder mit vier - wobei die Rücksitze dann separat in Längsrichtung verstellbar und in der Lehnenneigung variabel sind, um Sitzabstand gegen Kofferraumvolumen einzutauschen. Während mehr Platz für die Rückbänkler ein klarer Vorteil ist, kann es ein Nachteil sein, wenn man die Rückbank nicht im Verhältnis 60:40 umklappen oder hie und da eine Person mehr mitnehmen kann.

Das Kofferraumvolumen ist so oder so bescheiden. In der 4-Sitze-Version variiert es zwischen 321 und 403 Litern, in der 5-Sitze-Version sind es fix 362 Liter. Unter der Fronthaube verbirgt sich auch ein Frunk, wo man eher „Frunkchen“ dazu sagen sollte. Es ist im Prinzip nur eine Ablage für das Ladekabel. Apropos: Geladen wird mit Wechselstrom mit optional bis zu 22 kW (ansonsten 11 kW), mit Gleichstrom mit bis zu 118 kW.

Fazit und Preis

Kia ist mit dem EV2 tatsächlich ein sympathisches, leicht zu bedienendes E-Auto gelungen. Es sieht schick aus, wirkt geräumig und ist umfangreich ausgestattet - wenn man nicht gerade zur Basisversion greift. Für den Stadtverkehr ist es sehr gut geeignet, macht aber auch bei längeren Fahrten eine gute Figur. In der getesteten „Earth Plus“-Version kostet der Kia EV2 28.490 Euro. Es geht noch günstiger (Light-Version, 19.990 Euro) und noch teurer (GT-line, 33.490 Euro). 

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