Ioniq 3: Erste Ausfahrt mit dem elektrischen Aero-Hatch
Zusammenfassung
- Hyundai positioniert den Ioniq 3 als kompakten, aerodynamisch gezeichneten Elektro-Hatchback mit 4,16 Metern Länge, 441 Litern Kofferraum und markanter Pixel-Front.
- Der rein elektrische Ioniq 3 kommt mit 42,2- oder 61-kWh-Akku, leistet bis zu 107,8 kW und soll je nach Version bis zu 497 Kilometer Reichweite schaffen.
- Bei den ersten Prototyp-Runden in Pferdsfeld zeigte sich der für Europa entwickelte Ioniq 3 als präzise abgestimmtes, agiles E-Auto; Marktstart ist im Herbst, der Preis dürfte bei rund 30.000 Euro liegen.
Bis 1997 starteten von diesem Gelände aus die Phantom-Jets der NATO. Dann wurde das Flugfeld geschlossen und sukzessive zu einem Testgelände für die Autoindustrie umgewandelt. Wir sind zu Gast in Pferdsfeld im deutschen Hunsrück und dürfen hier die ersten Prototypen des Ioniq 3 testen.
Mit dem „3er“ bringt Hyundai das nächste Modell der Ioniq-Familie. Und es ist, man muss es schon besonders betonen, kein SUV. Die Koreaner selbst bezeichnen das Auto als Aero-Hatch, also ein Kompakter, der Wert auf eine gewisse Windschlüpfigkeit legt. Das Design wiederum folgt dem neuen Art-of-Steel-Schema bei Hyundai und das Auto wirkt rundum gut proportioniert und durchaus sportlich.
Markantes Merkmal außen ist die Pixelgrafik an der Front. Auf die Beleuchtung von Logos, wie sie andere Hersteller mittlerweile betreiben, habe man bewusst verzichtet, erklärt uns der Designchef. Stattdessen stehen die vier Pixel-Punkte für ein H. Ganz logisch, wenn man mit dem Morsecode vertraut ist.
Mit seiner Länge von 4,16 m wäre der Ioniq zwischen Polo und Golf (wenn man die gut bekannte Konkurrenz aus Wolfsburg als Maßstab hernimmt) positioniert. Das Platzangebot ist durchaus fein, im Fond wird es vielleicht mit der Kopffreiheit eng, bedingt durch die abfallende Dachlinie, der Kofferraum ist mit 441 Liter ordentlich und mit der sogenannten Megabox gibt es zusätzlichen Stauraum unter dem Kofferraumboden.
Das Interieur wirkt freundlich und das Lenkrad hat man unten und oben abgeflacht – letzteres, damit man einen guten Blick auf das kleine Fahrerdisplay hat. Mittig gibt’s einen großen Touchscreen und Hyundai verbaut im Ioniq 3 das Android-basierte Pleos-Connect-System. Der Fahrer kann hier viel nach eigenem Gusto konfigurieren, gleichzeitig hat man noch einige analoge Elemente beibehalten. Wie sich das System in der Praxis bewährt, werden spätere Tests noch zeigen.
Als Ioniq fährt der 3er natürlich rein elektrisch. Hyundai bietet zwei Akku-Optionen an, mit 42,2 kWh und 61 kWh. Damit sollen Reichweiten von 344 bzw. 497 km möglich sein. Der Elektromotor leistet je nach Modell 99,5 bzw. 107,8 kW.
Der Ioniq 3 wurde speziell für Europe entwickelt und dementsprechend fordernd war die Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung, erklärt uns der zuständige Entwicklungschef im Konzern, der Deutsche Manfred Harrer. Dafür könne man aber die Erkenntnisse, die man im Technical Center von Hyundai Motor Europa gewinne, auf der ganzen Welt nutzen.
Und die Entwickler haben, so unser Eindruck nach den ersten Runden am Testgelände, einen guten Job gemacht. Der Ioniq 3 wirkt für ein Elektroauto durchaus agil, wobei auch das (für ein E-Auto noch günstige) Gewicht von 1,6 Tonnen eine Rolle spielt. Was besonders gefällt, ist die Präzision der Lenkung – und zwar schon im Normalmodus. Ein Sportmodus gäbe es freilich auch noch. Was noch gefällt, ist die Feinjustierung der Rekuperation über Paddels am Lenkrad. Die Abstände zwischen den Stufen sind fein abgestimmt und ein One-Pedal-Drive kann man so auch anwählen, wenn man das möchte. Die Fahrleistungen sind gut, aber man hat das Gefühl, dass das Fahrwerk auch noch mit mehr Kilowatt vom E-Motor fertig werden würde.
Produziert wird der Ioniq 3 in der Türkei, die Fertigung läuft im August an und die ersten Autos sollten Ende September/Anfang Oktober bei uns eintreffen. Einen Preis gibt es derzeit noch nicht, kolportiert werden derzeit Preise von rund 30.000 Euro.
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