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Hyundai Ioniq 6 FL im Test: Cool und ziemlich schräg

Ein Facelift hat die Scheinwerfer zu Schlitzen verengt. Die höchst effiziente Limousine vermittelt Luxus auf eigene Art.
Hyundai Ioniq 6 FL von vorne

Aus aerodynamischer Sicht hat ein Auto ja idealerweise eine hinten möglichst tief abfallende Dachlinie. Die Tropfenform hat man schon bei vielen Autos gesehen. Porsche pflegt sie, ebenso Tesla. Der 2023 erstmals eingeführte Hyundai Ioniq 6 ging hier besonders radikal vor, bekam damit aber auch einen Luftwiderstandswert von 0,21 zustande. Nun wurde dem Südkoreaner ein Facelift verpasst. Der KURIER hat den Hyundai Ioniq 6 FL getestet.

Macht auch beim Parken eine gute Figur: Hyundai Ioniq 6 FL.

Macht auch beim Parken eine gute Figur: Hyundai Ioniq 6 FL.

Schmale Schlitze schauen unbeeindruckt drein

Von der ersten Generation wurde man noch freundlich angelächelt, die zweite blickt einem mit zwei schmalen und waagrechten LED-Leisten nur noch stoisch und cool entgegen. Mit einem kleinen Heckflügel sieht der Ioniq 6 FL sportlich aus, knapp fünf Meter Länge sprechen eher für Limousine. Ein Hingucker ist das Elektroauto in jedem Fall.

Schaut von hinten fast wie ein Porsche aus: Hyundai Ioniq 6 FL.

Schaut von hinten fast wie ein Porsche aus: Hyundai Ioniq 6 FL.

Das Armaturenbrett hat Flügel

Innen empfängt Passagiere eine helle Lederlandschaft mit zwei breiten Bildschirmen. Das Armaturenbrett hat Flügel. Sie sind Design-Relikte von optionalen Rückspiegeldisplays. Ohne die Displays sehen sie etwas schräg aus. Ungewohnt ist die Vielfalt an Knöpfen. Viele sind praktisch, andere werden wohl kaum genutzt werden, etwa jener für das proprietäre Navigationssystem. Drehregler, etwa für die Lautstärke, fühlen sich etwas billig an. Warum für die Bedienung der Klimaanlage Touch-Felder statt Tasten verwendet wurden, ist rätselhaft.

Flügel rahmen die Armaturenlandschaft ein: Hyundai Ioniq 6 FL.

Flügel rahmen die Armaturenlandschaft ein: Hyundai Ioniq 6 FL.

Viel Kraft und Ausdauer vorhanden

Die Platzierung des Automatikwahlhebels ist gewöhnungsbedürftig. Er befindet sich nur knapp über dem rechten Knie und man hat keinen direkten Blick darauf. An diesem Punkt muss die Nörgelei eine Pause einlegen. Der Ioniq 6 FL fährt sich nämlich hervorragend. In der getesteten Allrad-Version wirken 239 kW bzw. 325 PS auf Vorder- und Hinterachse. Mit dem 84 kWh Akku soll man knapp 600 Kilometer weit kommen. Aufgeladen wird mit bis zu 350 kW. Der Verbrauch liegt im Schnitt bei nur 15,4 kWh auf 100 Kilometer - und das bei 2,1 Tonnen Eigengewicht.

Bei fünf Meter Länge und 84 kWh Batterie kommt schon einiges an Gewicht zusammen: Hyundai Ioniq 6 FL.

Bei fünf Meter Länge und 84 kWh Batterie kommt schon einiges an Gewicht zusammen: Hyundai Ioniq 6 FL.

Kleinere sitzen besser

In der Stadt ist das Manövrieren mit der 4,92 Meter langen Limousine manchmal beschwerlich, auf langen Strecken fühlt man sich im Ioniq 6 FL besser aufgehoben. Kinder schwelgen auf der Rückbank im Luxus. Sie genießen Sitzheizungen, super Sound aus der Bose-Audioanlage und jede Menge Beinfreiheit. Für Erwachsene wird es hinten jedoch ab einer gewissen Größe erstaunlich unangenehm. Das ist der Dachform geschuldet, sowie dem Umstand, dass man Füße nicht unter den Vordersitzen verstauen kann.

Dank der Länge ist auch der Kofferraum recht tief: Hyundai Ioniq 6 FL.

Dank der Länge ist auch der Kofferraum recht tief: Hyundai Ioniq 6 FL.

Falsche Geschwindigkeits-Limits erkannt

Die Gestaltung des Bordentertainmentsystems ist okay. Die Verbindung mit Smartphones klappt erstaunlich schnell. Etliche Dienste sind aber nicht freigeschaltet. Man muss die Bluelink-App abonnieren, um etwa Wetter oder Sportergebnisse abzufragen. Schade ist, dass man den Geschwindigkeitsbegrenzungsassistenten (welch eine Wortwurst) nicht permanent deaktivieren kann. Er erkennt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nämlich oft falsch und löst ein nerviges Warngeräusch aus. Immerhin kann man das mit einem einfachen Trick am Lenkrad ausschalten - bei jeder Fahrt von Neuem.

Der Kofferraum des Hyundai Ioniq 6 FL ist niedrig, aber dafür sehr tief. 401 Liter Volumen sind gut nutzbar, wenn man nicht gerade einen Kühlschrank transportieren will.

Redundante Beifahrersitzverstellknöpfe: Hyundai Ioniq 6 FL.

Redundante Beifahrersitzverstellknöpfe: Hyundai Ioniq 6 FL.

Fazit: Sparsam, aber üppig

Rein äußerlich ist der Hyundai Ioniq 6 FL ein wirklich fesches Auto, dem man seine Effizienz im Windkanal klar anmerkt. Man fährt damit sparsam, kraftvoll und komfortabel. Im Innenraum gibt es ständig etwas Neues zu entdecken, wenn man es positiv sieht. Bei welchem Auto hat der Beifahrersitz schon Einstellungsmöglichkeiten rechts und links (damit der Fahrer das für seinen Fahrgast erledigen kann)? Für Hyundai scheint Luxus gleichbedeutend mit Knöpfen zu sein. Manche Menschen überfordert das vielleicht, für andere ist es eine Wohltat.

In der getesteten Version kommt der Hyundai Ioniq 6 FL auf 62.990 Euro. Es geht auch noch teurer. Die N-Sportversion mit 478 kW/650 PS kostet ab 76.990 Euro. Der Startpreis inkl. 63 kWh-Akku und Zweiradantrieb liegt bei 45.490 Euro.

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