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Leitartikel
11/14/2020

Neuer Lockdown: Hoffentlich ist es das letzte Mal

Zusperren reicht nicht. Österreich braucht auch eine Überbrückungsstrategie, bis eine Impfung Druck aus der Situation nimmt

von Daniela Kittner

Jetzt also noch einmal drei Wochen in die Isolation. Das ist enervierend und leider auch ernüchternd. Österreich kommt nicht „besser als andere Länder durch diese Krise“, wie Kanzler Sebastian Kurz beim letzten Lockdown nicht müde wurde zu betonen.

Die zweite Welle hat uns voll erfasst, genau wie die anderen europäischen Länder. Österreich schafft es traurigerweise sogar an die Weltspitze bei den Neuinfektionen in Relation zur Einwohnerzahl.

Dafür jetzt Schuldige zu suchen, erscheint relativ nutzlos, ebenso, sich über den neuen Lockdown aufzuregen. Die Situation ist einfach zu dramatisch. Man braucht sich nur umzublicken, um zu sehen, was überfüllte Spitäler bedeuten: In Neapel warten Autoschlangen mit Corona-Kranken an Bord vor den Spitälern, und das Spitalpersonal reicht Saustoffmasken durch die Autofenster, damit die Leute auf dem Rücksitz nicht ersticken. Betten gibt es keine mehr, Intensivbetten schon gar nicht.

Österreich steht bei der Zahl der Corona-Toten, trotz eines bedenklichen Anstiegs in letzter Zeit, immer noch passabel da. Das ist vor allem dem guten Gesundheitssystem zu verdanken, das inzwischen aber auch an seine Grenzen stößt. Die Alarmrufe der Ärzte werden täglich lauter.

Es bleibt nichts übrig, wir müssen durch den Lockdown noch einmal durch.

Hoffentlich das letzte Mal.

Denn eines muss man von den Regierenden in Bund und Ländern schon verlangen: Dass sie aus den offenkundigen Schwächen Konsequenzen ziehen und eine Strategie entwickeln, wie man die Monate bis zu einer Impfung überbrücken kann. Ein dritter Lockdown wäre eine Blamage, insbesondere, weil Impfungen wahrscheinlich schon ab Jänner/Februar erhältlich sind. Sie werden das Virus zwar nicht aus der Welt schaffen, aber schwere Krankheitsverläufe abmildern. Sobald man Ältere und gefährdete Gruppen so weit immunisieren kann, dass aus einer potenziell tödlichen Infektion ein Schnupfen wird, nimmt das enorm viel Druck weg – vom Gesundheitssystem und von den Familien.

Und an alle, die jetzt behaupten, dass wegen drei Wochen Fernunterrichts „den Kindern die Zukunft geraubt wird“: Das lässt sich beheben. Man könnte die verlorene Unterrichtszeit relativ leicht nachholen, indem das Wintersemester heuer erst im März endet und das Sommersemester erst Ende Juli. Dann gibt es halt einmal nur fünf Wochen Sommerferien – so what?

Das wäre ein schönes Solidaritätszeichen des Bildungsbetriebs gegenüber den Kindern, aber auch gegenüber allen anderen in diesem Land, die sich ebenfalls seit Monaten mit höchster Flexibilität und oftmals unter Einkommensverlusten durch das Ungemach dieser Pandemie kämpfen.

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