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Meinung
12/14/2020

Jagd auf das Virus: Es kann nicht immer nur ein weiterer Lockdown sein

Das Virus wird noch lange bleiben. Daher müssen wir es mit den besten Köpfen und der modernsten Technik bekämpfen. Es kann nicht immer nur ein weiterer Lockdown sein.

von Richard Grasl

Es ist ja interessant, dass nun diejenigen, die vor einigen Wochen gegen den Lockdown und die Schulschließungen waren, nun laut nach schärferen Maßnahmen rufen. Kaum springt Deutschland voran, werden eigene Argumente von damals außer Kraft gesetzt.

Dabei hat Österreich Anfang November zwar kein gutes, aber ein besseres Lockdown-Timing erwischt als die Deutschen, die jetzt knapp vor Weihnachten die Notbremse ziehen müssen – und daher rund um Silvester die große Belastung der Spitäler haben. Doch klar ist, dass wir noch lange mit Einschränkungen leben werden müssen. Die Impfung für die jungen, mobilen Bürger kommt erst im Sommer. Und wenn sich viele nicht impfen lassen wollen, hilft auch sie nur bedingt. Daher müssen zusätzliche Ideen her, die einen weiteren totalen Lockdown verhindern können.

Beginnen wir bei der Frage der Pflege- und Altersheime. Das Beispiel der deutschen Stadt Tübingen zeigt, dass man das Überspringen des Virus verhindern kann. Ausnahmslos jeder Besucher oder Mitarbeiter muss jedes Mal getestet werden. Alle Menschen über 65 bekommen FFP2-Masken kostenlos. Die Todeszahlen sind so niedrig wie sonst nirgendwo.

Thema Contact-Tracing: In einer Zeit, in der fast jeder seine Daten, Fingerabdrücke, Gesichtsscans und Kreditkartendaten über sein Mobiltelefon an US-Tech-Giganten freiwillig hergibt, ist doch die Debatte um eine verpflichtende Corona-App mit automatisierter Verfolgung geradezu lächerlich. Alles, was dort passieren könnte, steht in keinem Verhältnis zum Leid und zu den Kosten eines Lockdowns. Natürlich ist ein Datenschutz-Gremium nötig, das alles transparent und vertrauensvoll überwacht. Und auch wenn Tracing mal automatisiert und mittels künstlicher Intelligenz funktioniert, müssen die mit altmodischer Technik arbeitenden Telefon-Tracer aufgestockt werden. Oder rechnen wir wie im Frühjahr wieder nicht damit, dass es schlimmer kommen könnte.

Bleiben noch die Schulen: Lassen wir die besten Bildungsexperten über das richtige Maß an Technik, Distance Learning, Klassengemeinschaft, soziologische Fragen und Kinderbetreuung diskutieren und eine optimale Schule für Krisenzeiten, aber auch für morgen, entwerfen. Denn auch hier muss es zwischen Zusperren und 25 Kinder in einem Klassenzimmer etwas dazwischen geben.

Die besten Köpfe sind gefragt, und wir müssen das Virus mit der modernsten Technik jagen, um schneller zu sein. Und nicht erst, wenn wir im dritten Lockdown jammern, dass wir einsam sind und die Milliarden zwischen unseren Fingern zerrinnen.

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