"Inakzeptabel": Kritik an Lawrow-Besuch in Belgrad

Russian Foreign Minister Sergei Lavrov meets with SCO Secretary-General Zhang Ming in Moscow
Serbien sei neben Belarus das einzige Land in Europa, das russische Diplomaten feierlich empfängt, sagt die "Bewegung der freien Bürger".

Der russische Außenminister Sergej Lawrow wird Belgrad am 7. Juni einen offiziellen Besuch abstatten. Entsprechende Berichte der serbischen Medien hat die russische Staatsführung gegenüber der Nachrichtenagentur Sputnik bestätigt. Mit dem serbischen Staatsoberhaupt Aleksandar Vučić wolle Lawrow über die aktuellen Themen reden, sowohl über die Situation in der Ukraine als auch über die Beziehungen zwischen den beiden Ländern. 

Der Besuch Lawrows stößt in Serbien nicht nur auf Verständnis. So hat die "Bewegung der freien Bürger" (Pokret slobodnih građana - PSG) diesen scharf kritisiert. Es sei "inakzeptabel", dass in Zeiten der militärischen Aggression dieses Landes auf dem ukrainischen Territorium Minister Lawrow feierlich in Belgrad empfangen wird. Serbien sei auf diese Weise neben Belarus das einzige Land in Europa ist, in dem hohe russische Beamte mit Ehren behandelt werden.

Besuch von Lawrow schade Serbien

"In Anbetracht der erklärten Unterstützung für die territoriale Integrität der Ukraine und einer klar zum Ausdruck gebrachten Position zur Unzulässigkeit seiner militärischen Bedrohung sendet Serbien mit diesem Schritt vage und politisch widersprüchliche Botschaften an die internationale Öffentlichkeit, sorgt aber auch für zusätzliche Unsicherheit unter den Bürgern Serbiens", heißt es in einer Aussendung der Organisation. 

Laut PSG kann der geplante Besuch die Position Serbiens in keiner Weise positiv beeinflussen. "Im Gegenteil, sollte es tatsächlich zu diesem Besuch kommen, wird die Lage unseres Staates zusätzlich kompliziert und schwieriger als zuvor. Aus diesem Grund wäre der einzig vernünftige Schritt, diesen Besuch für die Zeit nach dem Ende des Krieges in der Ukraine oder zumindest bis zum Beginn offizieller Friedensverhandlungen zu verschieben", heißt es in der Erklärung.

Serbien solle dazu beitragen, Bedingungen für die Beendigung des Krieges und eine friedliche Lösung des aktuellen Konflikts zu schaffen. Der Besuch Lawrows trage unter solchen Umständen leider nicht zu diesem Ziel bei und schade sicherlich Serbien und seinen Bürgern.

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