Leben
16.11.2018

Piers Morgan macht mit kontroversem Gender-Sager von sich reden

Nach dem Twitter-Angriff auf Daniel Craig setzte der britische Moderator nun ein weiteres strittiges Posting ab.

Weil er Daniel Craig mit Babytrage vor einigen Wochen auf Twitter als "entmannt" bezeichnete, hagelte es für Reporter Piers Morgan heftige Kritik auf dem Kurznachrichtendienst. Nun hat der ehemalige CNN-Moderator, der nicht unumstritten ist, die Twitteria erneut gegen sich aufgebracht.

Anlässlich der aktuellen politischen Entwicklungen in Großbritannien bezüglich des geplanten Brexits schrieb er Donnerstagmorgen: "Großbritannien ist in völliger Unordnung und braucht einen richtigen Anführer. Wer ist dieser Mann, diese Frau ... oder eine genderfluide Person?"

Genderfluid (wörtlich übersetzt "mit flüssigem Geschlecht") zu sein, heißt, sich selbst mit einen fließenden Geschlecht, also weder männlich noch weiblich, wahrzunehmen. Nicht alle Menschen, deren Geschlecht sich ändert, benutzen für sich das Wort "genderfluid". Manche nennen sich auch "bigender" oder "genderqueer".

Bewusstes Lächerlichmachen

Im Netz wird Morgans Kommentar jedenfalls von vielen als Affront gegen genderfluide Menschen wahrgenommen. Er ziehe die Entscheidung dieser Menschen, sich nicht einer binären Geschlechtsidentität zuordnen zu wollen, bewusst ins Lächerliche – so der Tenor. Andere zeigten sich wiederum unterstützend, sowohl für Morgans Forderung nach einer neuen politischen Führung, als auch für seine als amüsant wahrgenommene Wortwahl.

 

Außerdem ist es nicht das erste Mal, dass Morgen sich auf Twitter über Mitglieder der LGBTQ-Community lustig macht. So hatte er unter anderem etwa Caitlyn Jenner nach ihrer Geschlechtsangleichung im Jahr 2015 öffentlich beleidigt. Über das Transgender-Model Munroe Bergdorf schrieb er, dass sie "das Opfer spiele", weil sie in einer gemeinsamen Diskussion in der Sendung "Good Morning Britain" institutionalisierten Rassismus in der Gesellschaft angeprangert hatte. Um durch Überspitzung auf die Kritik an eindeutig männlich oder weiblich konnotierten Wörtern zu üben, bezeichnete er einen "Schneemann" im TV zudem als "genderfluide Schneeperson".

"Ich stehe zur Verfügung"

Für das Problem, auf das er in seinem umstrittenen Tweet ursprünglich aufmerksam gemacht hatte, hatte Morgen übrigens auch die passende Lösung parat: "Was Großbritannien braucht, ist ein starker PM (Anspielung auf seine Initialen und die Abkürzung für Premierminister, Anm.). Ich stehe zur Verfügung", schoss er auf seinem Account nach.

Auch damit zog der Brite reichlich Spott und Häme auf sich: