Kontroverse Kondom-Verpackung löst Shitstorm aus

Kopie von Unbenannt.JPG
Foto: www.sayitwithacondom.com

"Mach weiter ohne Einverständnis" steht in braunen und rosaroten Lettern auf einer Kondomverpackung geschrieben. Die Message löst Empörung aus.

Vergangenes Jahr wurde in Deutschland das Sexualstrafrecht verschärft. Anlass dafür war die Causa rund um Model Gina-Lisa Lohfink. Lohfink hatte behauptet, im Juni 2012 von zwei Männern vergewaltigt worden zu sein. Auch K.-o.-Tropfen sollen ihr zufolge im Spiel gewesen sein. Dafür sah das mit dem Fall betraute Gericht letztendlich keine Hinweise. Das Urteil: Lohfink hat bewusst gelogen, der Sex mit beiden Männern sei einvernehmlich gewesen (kurier.at berichtete).

In dem Video, das die beiden Männer von der Tat aufgenommen und ins Netz gestellt haben, sieht und hört man Lohfink einige Male "Nein" und "Hör auf" sagen. Ausgehend davon entwickelte sich in Deutschland eine Debatte, die unter dem Satz "Nein heißt nein" geführt wurde. Diesem Satz wird seit Juli im deutschen Sexualstrafrecht Genüge getan. Nach dem Beschluss der Gesetzesreform können Täter für einen sexuellen Übergriff auch dann bestraft werden, wenn für ihn der "entgegenstehender Wille" des Opfers "erkennbar" war. Werden Weinen oder eine andere Form der Abwehr nicht als "Nein" respektiert, reicht der Tatbestand für eine strafrechtliche Verfolgung aus.

"Mach weiter ohne Einverständnis"

Vor diesem Hintergrund ist die Verpackung, die ein US-amerikanischer Hersteller für seine Kondome wählte, inakzeptabel - jedoch nur auf den ersten Blick. Neben dem Satz "Mach weiter ohne Einverständnis" ist auf der Hülle des Präservativs auch ein Donut abgebildet. Bezieht man das Symbol in den Satz mit ein, ergibt sich daraus die Botschaft "Do not go further without consent", zu Deutsch "Mach nicht weiter ohne Einverständnis".

Angefacht wurde die Debatte rund um die missverständliche Botschaft auf dem Verhütungsmittel durch ein Posting auf der Plattform Reddit:

Unbenannt.JPG Foto: Reddit/Wrags23 Der User mit dem Namen Wrags23 teilte das Bild des Kondoms und schrieb dazu, dass es im Zuge einer "Safe Sex"-Kampagne an seiner Uni an ihn ausgeteilt wurde. Im Netz formierte sich schnell ein Shitstorm gegen den Hersteller und die vermeintlich vergewaltigungsverherrlichende Botschaft auf seinen Produkten.

Binnen kürzester Zeit wurden jedoch auch Twitter-Beiträge abgesetzt, die den Irrtum aufklären:

Wirft man einen Blick auf die Homepage des Herstellers Say It With a Condom, wird schnell klar, dass der Konzern sexuelle Übergriffe nicht verherrlicht, sondern verurteilt. Auf anderen Kondomen finden sich die Sprüche "Das Einverständnis ist niemals inbegriffen" oder "Lass uns über Sex reden bevor wir ihn haben".

(kurier / pama) Erstellt am
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