Funktioniert das Glasgarten-System, kann man es geschlossen halten – wie ein englischer Gärtner seines seit dem Jahr 1960.

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Leben
08/30/2019

Axels Terrasseneintopf: Was passt am besten in den Glasgarten?

Die Grün-Arrangements sind beliebt, kitschig, pflegeleicht – auch für Kinder. Am besten funktionieren sie mit Karnivoren.

von Axel Halbhuber

Im Osten des Landes läuten ab Montag wieder die Schulglocken und sie läuten eine schwierige Zeit für Eltern mit Pflanzenpassion ein. Der lerngeplagte Nachwuchs verlangt nachmittags nach Programm, dabei möchte man sich im Spätsommer seinen Töpfen widmen. Padauz. Das Dilemma lässt sich lösen, indem man die fleischlichen Kinder für die pflanzlichen begeistert. Zum Beispiel mit einem Glasgarten.

In den schicken Flowerstudios und Plants-Boutiquen Amsterdams und Londons gibt es die durchsichtigen Kugeln, Vasen und Zylinder mit ihren Arrangements zwischen Kitsch und Kunst schon seit Jahren. Bei uns sprießen sie langsam auch. Tatsächlich hat diese Verbindung von Pflanzgefäß und Deko-Objekt nicht nur eine ästhetische Grundlage, die Glasgärten sind auch pflegeleicht – wenn ihr System gut ausbalanciert ist und man sie nicht quält.

Manche Pflanzen kann man in einem Glasgarten sogar besser halten als sonst wo auf Terrasse und in der Wohnung, weil ihr Wunschklima leichter zu imitieren ist. Das kann die Trockenliebe betreffen (lyrische Wüstenlandschaft im Glas) oder Feuchtigkeitsvorlieben: Viele Farne oder generell Tropenpflanzen brauchen Dunst. Achtung: Blüher (Orchideen) können im geschlossenen Glas leichter faulen.

Grundsätzlich kann ein Glasgarten mit allen Pflanzen funktionieren, besonders mit jenen, die es feucht mögen. Und da kommen meine Fleischfresser ins Spiel.

Rettung

Trotz großer Liebe und Zuwendung wollten die jüngst nicht mehr recht. Jeder kennt das traurige Bild vergammelter Karnivoren, wenn sie vertrocknet oder quatschnass (manchmal zugleich an einer Pflanze – Blätter trocken, Wurzeln Gatsch) darben. Als Sumpf- oder zumindest Feuchtigkeitsliebhaber sind sie gut für das Glas geeignet. Und bei Kindern ohnehin der Star.

Vertrocknete Teile (häufig bei Schlauchpflanzen) schneidet man mit scharfem Messer weg, im Bestfall kommen dazwischen schon junge Triebe. Wenn nicht: Geduld, oft leben Fleischfresser unter der Erde weiter und treiben später wieder aus.

Wie bei allen Pflanzen im Ökosystem Glasgarten brauchen auch Karnivoren eine gute Drainageschicht (Kies), darauf eine Schicht, die verhindert, dass Erde in den Kies gespült wird (Torfmoos oder auch Vlies). Dann Aktivkohle als Wasserfilter (bekommt man in Shops für Terrarien oder Aquaristik). Die Erdschicht darüber hängt von den Ansprüchen der Pflanzen ab: Karnivoren vertragen etwa überhaupt keinen Kalk, weshalb man Torf (ist ein Ökoproblem) oder moorige Erden (z.B. Azaleen- und Rhododendron-Substrat) nimmt. Lustig für Kinder sind auch Kokosfasern, die man als Ziegel bekommt, der im Wasser aufquillt. Karnivoren brauchen einen solchen nährstoffarmen Boden, der locker sein, aber den heiklen Wurzeln doch Halt geben soll. Anfangs alle Glasgärten eher wenig bepflanzen und gut lüften.

Die oberste Schicht kann man nach Ästhetik (bunte Steine, Holz) oder Kindeswunsch (Legomaxerln, Plastik-Eisprinzessin) gestalten. Jedenfalls sollte man alles abwaschen, was in das geschlossene System Einzug findet. Denn Pilzsporen sind hier ein großer Feind.

axel.halbhuber@kurier.at

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