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Onlinejournalismus: Zweierlei vom Erfolgsrezept

Aus den vielen Fragen zur Finanzierung haben sich zwei Wege herauskristallisiert, die zukunftsträchtig sind. Doch die nächsten Herausforderungen sind nah.
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Vor 30 Jahren ging kurier.at online. Grund zu feiern und für diese Analyse. Weitere Texte zum Jubiläum, mit Ein- und Ausblicken zu kurier.at finden Sie an dieser Stelle. 

Der KURIER spielt am heimischen Markt online längst in der Top-Liga, und das ganz oben: Die ÖWA weist kurier.at schon den siebenten Monat in Folge auf Platz eins der privaten Medien aus (siehe Seite 18). Auch in vielen anderen Messwerten ist kurier.at ein Erfolgsprodukt. Das ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Denn, das ist die andere Seite der Online-Medaille, die Konkurrenz im Internet ließ und lässt so manche bisher erfolgreichen medialen Inhaltskonzepte zu Staub zerfallen.

Es ist, wie es am Anfang der Serie „Monk“ immer im Song heißt, ein Dschungel da draußen. Und zwar ein Dschungel, in dem sich nicht der Stärkere durchsetzt: Erfolg im digitalen Journalismus kann nicht erkauft und auch nicht erstritten werden.

Herauskristallisiert hat sich: Am internationalen Markt gibt es derzeit im wesentlichen zwei nachhaltige finanzielle Erfolgsrezepte für Onlinejournalismus. Einerseits ein Angebot, bei dem man auf uneingeschränkte Qualität auf allen Ebenen vertrauen kann. Und andererseits das Abholen jener Märkte, die von den Social-Media-Algorithmen liegen gelassen werden, das sind die lokalen Märkte.

Reichweite

Die Lage dazwischen ist natürlich komplex, aber im Wesentlichen so zu erzählen: Reine Reichweitenmedien leiden unter dem Abfließen der Werbegelder und dem Kollabieren der bezahlten Kontaktpreise; und darüber hinaus noch unter einer strukturellen Zwickmühle: Sie leben vom Zuspitzen, und wer das sucht, ist auf den Sozialen Medien weit besser bedient. Auch jene Plattformen, die die Social-Media-Mechanismen nachbauen, sind diesem Dilemma nicht entkommen. Und auch die zuletzt wie Schwammerl aus dem Boden sprießenden Vibe-Shift-Plattformen, die den gesellschaftspolitischen Schwung nach rechts abernten wollen, haben kein Geschäftsmodell gefunden, sie sind meist ideologisch privatsubventioniert. Dazu kommt: KI-generierte Zusammenfassungen auf Google lassen die Reichweite, die man bis dato verlässlich über die größte Suchmaschine der Welt erreichte, dahinschmelzen. Es gibt schlicht keinen Grund mehr auf einer Webseite nachzulesen, wenn die KI auf Google bereits die fertige Antwort liefert – mit allen Abstrichen bei Zuverlässigkeit und Qualität.

Was also bleibt? Es bleiben im Qualitätssegment große Player, die noch größer geworden sind: Die New York Times ist längst auch offiziell die Weltzeitung, ihr Aboerfolg ist Vorbild für die gesamte Branche (obwohl es natürlich denkfaul ist, deren Konzepte kleineren Playern vorhalten zu wollen). Der Markt konzentriert sich auf wenige Qualitätsmedien, die unter neuen Bedingungen umso relevanter werden.

Und auf jene, die zu den Menschen gehen, die lokal von dort berichten, wo es niemand anderer tut. Das ist insbesondere im skandinavischen Raum ein großes Erfolgsmodell – wenn auch ebenfalls schwierig auf andere Märkte zu übertragen, wie Österreich zeigt. Denn in Skandinavien hilft natürlich der lokal eng begrenzte Sprachraum, mächtigere Konkurrenz fernzuhalten.

Österreich wiederum hat einen großen Nachbarn gleicher Sprache – und eine einzigartige Marktkonstellation: Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist online stark textlastig präsent, die „blaue Seite“ des ORF besetzt große Teile eines ohnehin kleinen Marktes mit gebührenfinanzierten Gratisnachrichten.

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Beide Segmente – Qualität und Lokal – setzen bei der Finanzierung auf Abos, eine Strategie, die in den nächsten Jahren – Stichwort KI-Zusammenfassungen – umso wichtiger werden wird. Nicht zuletzt deshalb steht der nächste Innovationsschub bevor – bei dem der KURIER weiter ganz vorne mitspielen wird.

30 Jahre kurier.at

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