Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Devices der Zukunft: Womit wir in 30 Jahren die Zeitung lesen

Ob smarte Brillen, über Projektionen oder am Smartphone - an der KI wird aber wohl kein Weg vorbei führen.
Eine Person trägt die Apple Vision Pro

Vor 30 Jahren ging kurier.at online. Grund zu feiern und für diesen Beitrag von futurezone-Redakteur Florian Christof. Weitere Texte zum Jubiläum, mit Ein- und Ausblicken zu kurier.at finden Sie an dieser Stelle. 

Wer hätte 1996 gedacht, dass 30 Jahre später alle Menschen einen Computer mit hochwertiger Kamera, permanenter Internetverbindung und Touchscreen in der Hosentasche haben werden? Auf welchen Geräten wir im Jahr 2056 Zeitunglesen werden, lässt sich nur erahnen und anhand der derzeitigen Trends skizzieren. 

Um nicht in die Prognosefalle zu tappen, wollen wir an dieser Stelle keine Behauptungen aufstellen, sondern eine Annäherung versuchen, die sich an den aktuellen Entwicklungen orientiert.

Displays auf den Augen

Möglicherweise wird es gar keinen klassischen Bildschirm mehr geben. An Brillen, die ein Display direkt im Glas integriert haben, arbeiten die Tech-Konzerne bereits fieberhaft. So könnten uns die wichtigsten Schlagzeilen des Tages direkt im Sichtfeld angezeigt werden, während wir am Weg in die Arbeit in die Luft starren. 

Wenn wir diesen Ansatz noch ein bisschen weiterspinnen, könnte es eventuell sogar so weit kommen, dass Bildschirme in Kontaktlinsen verbaut werden. Auch an derartigen Technologien wird längst geforscht. Sollte sich diese Herangehensweise als machbar herausstellen, könnten Nachrichten direkt ins Auge projiziert werden. 

Die Steuerung könnte mit den Augenbewegungen oder mittels neuronaler Impulse stattfinden. Ein kurzes Blinzeln beim Blick auf die Überschrift würde dann möglicherweise den ganzen Artikel öffnen.

Eine smarte Brille mit integrierten Displays

Eine smarte Brille mit integrierten Displays

News als 3-D-Spektakel

Nachdem die „Apple Vision Pro“ kein kommerzieller Erfolg wurde, ist fraglich, ob sich solche Virtual-Reality-Headsets tatsächlich durchsetzen werden. Die Hersteller haben diese Produktkategorie jedenfalls noch nicht aufgegeben. 

Dass Displays beziehungsweise die eingeblendeten Inhalte mit der realen Umgebung verschmelzen und ein 3-D-Erlebnis ermöglichen, klingt nach wie vor futuristisch, obwohl es eigentlich schon verfügbar ist. Auch wenn es nach einem spannenden Zukunftsszenario klingt, dass Nachrichteninhalte zu einem erlebbaren Spektakel werden, ist fraglich, ob die Leser das überhaupt wollen. Wer möchte schon beim Nachrichtenbericht aus dem Kriegsgebiet virtuell im Massengrab stehen oder während der trockenen Budgetrede durchs Parlament spazieren?

Eine Person tippt auf einem Smartphone und bedient einen KI-Chatbot

2,4 Milliarden monatliche aktive Nutzer zählen die KI-Chatbots, Gemini von Google, ChatGPT von OpenAI und Claude von Anthropic.

Die KI-Zeitung

Eine Sache, die voraussichtlich nicht so schnell verschwinden wird, ist die Künstliche Intelligenz – nutzbar in Form von KI-Assistenten und KI-Chatbots. Es ist daher nicht allzu abwegig, dass wir in den kommenden Jahren möglicherweise die Zeitung in der Form von Konversationen mit unseren KI-Systemen konsumieren: Wir fragen die Chatbots, was es Neues in der Welt gibt und erhalten die Antworten so, als ob wir uns mit Freunden unterhalten würden. 

Natürlich weiß die KI, welche Themen uns am meisten interessieren und kann auf diese Weise die Nachrichten personalisiert liefern und mit maßgeschneiderten, interaktiven Grafiken, Bildern und Videos anreichern. Auf Nachfragen wären die Chatbots in der Lage, tiefergehende Analysen und Erklärstücke zu erstellen.

Ob uns die KI-Systeme die personalisierte Zeitung direkt auf das Auge projizieren, sie vielleicht weiterhin auf einem Smartphone anzeigen oder eventuell vorlesen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Schwer wegzudenken ist in einem solchen Szenario jedoch der Mensch: Irgendwer muss schließlich die Informationen beschaffen, die der KI-Chatbot dann im Gespräch wiedergibt.

30 Jahre kurier.at

Richtig gute Nachrichten, seit 30 Jahren. Hier finden Sie weitere Artikel zum Jubiläum. 


Vor 30 Jahren startete der Online-KURIER. Damals gab es noch viele, die nicht an eine Zukunft des Internets glaubten.
Weiterlesen
Einmal innehalten zum Jubiläum. KURIER-Geschäftsführer Richard Grasl und Chefredakteur Martin Gebhart über neue Herausforderungen und Fehler der Vergangenheit.
Weiterlesen
Vor 30 Jahren kam kurier.at auf die Welt. Niemand wusste damals genau, wohin der Weg geht. Heute haben Medien ohne eine ausgeklügelte Digitalstrategie kaum mehr eine Überlebenschance.
Weiterlesen
Technologie verändert alles – auch Journalismus. Drei Expertinnen und Experten versuchen sich als Medien-Orakel.
Weiterlesen
Drei Jahrzehnte voller Vertrauen, Zusammenarbeit und gemeinsamer Erfolge liegen hinter uns. Das wäre ohne Sie nicht möglich gewesen!
Weiterlesen

Kommentare