Moritz (Maximilian Mundt, Mitte) in der neuen Staffel der Netflix-Serie "How To Sell Drugs Online (Fast). Links: Michael Ostrowski als Gangster

© Netflix/btf

Kritik
07/24/2020

"How To Sell Drugs Online (Fast)" Staffel 2: Noch mehr Drogen im Kinderzimmer

Die deutsche Netflix-Serie mit Maximilian Mundt und Damian Hardung geht in die Fortsetzung.

von Nina Oberbucher

Was man nicht alles tut, um jemandem zu gefallen. Manche versuchen es mit großen Gesten oder teuren Geschenken. Und Außenseiter Moritz Zimmermann (Maximilian Mundt) verwandelt sein Kinderzimmer in der verschlafenen Kleinstadt Rinseln halt kurzerhand in ein Drogenlogistikzentrum.

Damit will er seiner Lisa (Lena Klenke) beweisen, dass er doch ein ziemlich cooler Typ ist. In welches Schlamassel er sich und seine Freunde, Computer-Nerd Lenny (Danilo Kamperidis) und Schulschönling Dan (Damian Hardung), stürzt, davon erzählt die deutsche Netflix-Serie „How To Sell Drugs Online (Fast)“.

Die tempo- und witzreiche Coming-of-Age-Serie, produziert von der Kölner bildundtonfabrik, die auch hinter Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“ steckt, wurde im Vorjahr zum Hit auf Netflix. Die Produktion erhielt zahlreiche Preise, unter anderem eine ROMY, Hauptdarsteller Maximilian Mundt wurde mit der Nachwuchs-ROMY ausgezeichnet – bei der überraschenden Bekanntgabe via Skype fehlten ihm sichtlich die Worte (nachzusehen hier). Seit dieser Woche ist nun die zweite Staffel der erfolgreichen Serie zum Streamen verfügbar.

Held aus dem Netz

Und da hat sich der Drogen-Webshop „Mydrugs“ zu einem erfolgreichen Business entwickelt, das Geschäft mit den bunten Pillen boomt und Moritz ist unter seinem Pseudonym M1000 zu einem unbekannten Helden des Internets avanciert. Und auch zwischen ihm und seiner großen Liebe Lisa scheint es wieder hervorragend zu laufen.

Nach wie vor haben die „Mydrugs“-Betreiber kein wirklich großes Interesse daran, ihre eigenen Produkte zu konsumieren, und die Polizei hat null Ahnung, wer hinter all dem steckt.

Es könnte alles so schön sein, wenn Moritz nicht immer insgeheim das Chaos suchen würde – und wie ein normaler Mensch kommunizieren könnte, anstatt Notizen vom Sprachassistenten seines Handy vorlesen zu lassen. Man muss sich in der zweiten Staffel schon ein paar Mal ärgern, wenn Moritz der Größenwahn packt, weil er von einem hippen Büro in Rotterdam träumt, er seine Freunde hintergeht und es auch mit Lisa wieder richtig versemmelt.

Und dann holt ihn auch noch die Vergangenheit ein: Denn die Familie des Drogendealers Bubba (Bjarne Mädel), mit dem er sich in der ersten Staffel angelegt hatte und der auf tragische Art und Weise zu Tode gekommen war, stellt Nachforschungen an. Als heimische Vertretung ist nach Stefanie Reinsperger als schlagfertige Polizistin in der ersten Staffel nun übrigens Michael Ostrowksi mit dabei, der einen sympathischen Gangster mit haarigem Geheimnis spielt.

Uncoole Dealer

Die zweite Staffel von „How To Sell Drugs Online (Fast)“ ist nicht mehr ganz so locker-flockig wie die erste, vielleicht, weil die Probleme der Protagonisten größer geworden sind. Die Serie rund um die wohl uncoolsten Drogendealer der Welt bleibt aber rasant und unterhaltsam. Köstlich sind auch die Szenen mit Moritz’ gutgläubigem Vater, der ausgerechnet Polizist ist, aber nicht ahnt, was sein Sohn da unter dem Bett lagert. Einzig der sperrige Serientitel geht noch immer nicht flott über die Lippen.

Noch mehr Streaming-Tipps und Serien-Reviews gibt's auf kurier.at/streaming.

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